Kleienpilzflechte (Pityriasis versicolor)

Bei der Kleienpilzflechte handelt es sich um eine ungefährliche, jedoch unschöne, Pilzerkrankung an der Oberfläche der Haut. Begünstigt wird ein Auftreten der Kleienpilzflechte durch ein feucht-warmes Klima wie bei starkem Schwitzen.

Kleienpilzflechte Bei der Kleienpilzflechte handelt sich um eine ungefährliche Pilzerkrankungen. (Foto by: Tharakorn / Depositphotos)

Schnell-Übersicht

  • Was sind Kleienpilzflechten: Dabei handelt es sich um eine Hautkrankheit, die von einem Pilz verursacht wird. Er tritt meist auf der Kopfhaut von Erwachsenen auf und kann zu einer Entzündung der Haarwurzeln führen.
  • Symptome: Nach dem Befall komtm es zu schuppigen und geröteten Hautstellen. Juckreiz kommt nur in den seltensten Fällen vor.
  • Ansteckung & Ursachen: Gerade bei Menschen, die viel schwitzen tritt der Pilz häufiger in Erscheinung, sowie auch bei einem geschwächten Immunsystem.
  • Behandlung: Mit speziellen antimykotische Shampoos muss der Pilz für eine ungefähre Dauer von zwei Wochen behandelt werden. Unterstützende Hausmittel sind Molke und Essig.
  • Mögliche Komplikationen: Bei Frauen zwischen 30 und 40 kann es bei einem Befall vermehrt zu einer Entzündung der Haarwurzeln kommen. Für Hilfe sollte in dem Fall ein Arzt aufgesucht werden.

Definition und Erklärung

Die Kleienpilzflechte, lateinischer Name Pityriasis versicolor, ist eine Hautkrankheit, die von einem Pilzorganismus verursacht wird. Diesen Pilz tragen die meisten Erwachsenen auf der Kopfhaut. Es handelt sich um eine Art des Hefepilzes mit Namen Malassezia furfur.

Jedoch tritt die Erkrankung nur bei wenigen Personen tatsächlich auf. Oftmals handelt es sich dann auch um ein rein kosmetisches Problem, wie Schuppenbildung. In wenigen Fällen kann die Flechte aber auch zu größeren Komplikationen führen.

Besonders bei Frauen im Alter zwischen dreißig und vierzig Jahren kann die Kleienpilzflechte zu einer Entzündung der Haarwurzeln führen, die leicht mit Akne verwechselt werden kann. In der Regel handelt es sich jedoch um eine harmlose Erscheinung, die allein ästhetisch störend empfunden wird. Sogar Juckreiz ist nur in den seltensten Fällen zu spüren.

Ursachen von Kleienpilzflechten

Mit dem Pilz, der für die Kleienpilzflechte verantwortlich ist, kommt nahezu jeder Mensch im Laufe seines Lebens in Berührung. Es ist noch nicht abschließend geklärt, warum dieser bei manchen Menschen zu der Schuppenbildung führt, bei anderen dagegen nicht.

Es ist jedoch bekannt, das warmes und feuchtes Klima das Wachstum des Pilzes begünstigt. Die ersten Anzeichen der Flechte treten daher stets im Sommer auf. Sowohl Menschen, die stark schwitzenals auch Personen mit geschwächtem Immunsystem scheinen von dem Problem stärker betroffen zu sein. Auch gibt es geringe Anzeichen für eine genetische Veranlagung, die das Wachstum der Pilze begünstigt.

Wie sieht die Kleienpilzflechte aus?

Schuppige und gerötete Haut

Meist zeigt sich die Erkrankung in einer Ansammlung kleiner Areale, in denen die Haut schuppig und gerötet ist. Diese Flecken verteilen sich meist auf Schultern und Rücken. Nur selten sind auch tieferliegende Körperteile betroffen.

Da der Pilz sich bei gesunden Menschen an der Kopfhaut ansiedelt, beginnt auch die Krankheit meist in den kopfnahen Hautregionen. Im Sommer, wenn die Krankheit ausbricht, sind die Flecken nur wenig schuppig. Erkennbar sind sie eher an einer rötlichen bis bräunlichen Färbung. Erst wenn das Klima wieder kälter wird, also im Herbst, beginnen die betroffenen Stellen zu schuppen.

Im Sommer lässt sich das kosmetische Problem durch eine Bräunung der Haut kaschieren. Sobald die Schuppung jedoch einsetzt, sind sie als helle bis weiße Flecken auf der gebräunten Haut sehr gut zu erkennen. Die einzelnen Flecken sind selten größer als eine Fünf-Cent-Münze. Jedoch sammeln sich die Stellen an betroffenen Gebieten und können so große Areale der Haut verändern. Die beim Kratzen abgelösten Schuppen sind bräunlich und ähneln der Kleie.

Untersuchung unter einem Mikroskop, Bestrahlung

Auf diese Weise kam die Erkrankung zu ihrem Namen. Um sicherzustellen, dass es sich wirklich um die Kleienpilzflechte und nicht um eine andere Hauterkrankung handelt, wird eine Probe der betroffenen Hautregionen unter dem Mikroskop untersucht. Ebenfalls kann die Bestrahlung mit einem bestimmten UV-Licht die Flechte erkennbar machen. Die sichtbaren Flecken wirken im Licht gelb bis grün. Erst wenn das vermehrte Vorkommen des Pilzes nachgewiesen ist, kann eine sinnvolle Behandlung beginnen.

Behandlung & Therapie

Behandlung Kleienpilzflechte Meist wird eine Kleienpilzflechte mit einem speziellen Shampoo oder Lotion behandelt. (Foto by: IuriiSokolov / Depositphotos)

Spezielle Shampoos

Da es sich um einen auf der Haut siedelnden Pilz handelt, kann dieser mit einem einfachen Duschgel bekämpft werden. Spezielle antimykotische Lotionen können auf die betroffenen Stellen aufgetragen werden. Nach einer Einwirkzeit von fünf Minuten kann die Lösung wieder abgespült werden. Zur akuten Behandlung sollte dieses Mittel etwa zwei Wochen lang täglich angewendet werden. Bis jedoch die Haut wieder eine gleichmäßige Farbe annimmt, können weitere Wochen vergehen. Auch die Verwendung eines Schampoos mit den entsprechenden Wirkstoffen ist anzuraten.

Hausmittel

Da die meisten Pilze sich auf der Kopfhaut ansiedeln, wird mit einer Waschlotion allein nicht der gesamte Pilzbefall behandelt. Zusätzlich zu den antimykotischen Lotionen kann auch Molke oder Essigwasser als Hausmittel eingesetzt werden. Diese Flüssigkeiten haben ebenfalls eine Wirkung auf die Haut, die die Bekämpfung des Pilzes erleichtern soll.

Medikamente

Sollte die Behandlung mit der Lotion nicht wirken, kann auch die Gabe von Medikamenten in Erwägung gezogen werden. Diese sollten jedoch stets von einem Arzt verschrieben werden, da die Nebenwirkungen in Einzelfällen das ursprüngliche Problem überragen würden.

Fluconazol und dessen Nebenwirkungen

Bei dem Mittel Fluconazol, das in diesen Fällen gegen die Kleienpilzflechte eingesetzt wird, kann zum Beispiel Übelkeit verursachen und im schlimmsten Falle sogar die Leber schädigen. Auch eine Fehlbildung des ungeborenen Lebens kann auftreten, wenn die Mutter dieses Medikament über einen langen Zeitraum in hohen Dosen eingenommen hat.

Ein hoher Preis, um ein rein kosmetisches Problem in den Griff zu bekommen.

Im Falle der Medikamenteneinnahme ist es ratsam, direkt nach der Einnahme Sport zu treiben. Durch die vermehrte Schweißbildung werden die Wirkstoffe gezielt zu den betroffenen Stellen transportiert.

In der Regel werden Medikamente aber nur verabreicht, wenn alle anderen Versuche der Therapie fehlgeschlagen sind. Auch wenn die Krankheit mehrfach wiederkehrt und kein dauerhafter Erfolg der Behandlung erwartet werden kann, wird in Einzelfällen eine Gabe von Medikamenten erwogen.

Auszuschließen ist eine Wiederkehr der Erkrankung jedoch nie. Da es sich um einen weitverbreiteten Pilzbefall handelt, ist es fast unmöglich, die Ursachen vollständig zu bekämpfen. Wer einmal mit der Kleienpilzflechte zu kämpfen hatte, muss davon ausgehen, dass die Symptome bei tropischem Klima regelmäßig wieder auftauchen.

Vorbeugung

  • Kühl und trocken
    Feuchtes und warmes Klima ist wahrscheinlich die Hauptursache für den Ausbruch der Krankheit. Um die Bildung der Flechte zu verhindern, ist es also ratsam, die Haut stets möglichst kühl und trocken zu halten.
  • Luftige Kleidung
    Kleidung, in der man übermäßig schwitzt, sollte ebenso vermieden werden, wie der Aufenthalt in tropischen Ländern.
  • Hygiene
    Nach dem Sport oder nach einem warmen Tag ist die Hautpflege für Risikopatienten besonders wichtig. Der Schweiß sollte so schnell wie möglich abgewaschen werden.
  • Baumwollkleidung
    Die Haut sollte getrocknet werden. Mit luftiger Kleidung aus Baumwolle verhindert man, dass neuer Schweiß sich ansammeln und die Haut aufweichen kann.
  • Vorsicht bei fettiger Haut
    Wer zu fettiger Haut neigt, sollte zusätzlich mit geeigneten Kosmetikprodukten versuchen, die Talgdrüsen zu beruhigen. Leicht trockene Haut kann dem Pilz besser standhalten als Haut, die durch hohe Talgproduktion in ein feuchtwarmes Klima getaucht wird. Hierbei muss jedoch beachtet werden, dass eine zu geringe Talgproduktion die Vermehrung anderer Mikroorganismen begünstigen kann.

Ein Gleichgewicht zu finden kann hier eine schwierige Aufgabe sein. Das Wetter lässt sich leider nicht beeinflussen. Wer nicht die Möglichkeit hat, dem feuchten Klima im Hochsommer zu entgehen, kann jedoch durch die wöchentliche Benutzung eines antimykotischen Schampoos die Vermehrung der Pilze verringern. So kann im Notfall der Ausbruch der Krankheit doch noch verhindert werden.


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ICD-10: B36.0 mehr Infos


Autor: FitundGesund Redaktion
Infos zum Autor: Medizinredakteure und Journalisten
Erstellt am: 02.02.2010
Überarbeitet am: 19.10.2020

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