Jucken am After

Schmerzen, die die Ausscheidungsorgane betreffen, sind nicht nur ausgesprochen unangenehm, sondern auch immer noch mit einem gewissen Schamgefühl behaftet. Dabei ist insbesondere bei diesen Beschwerden eine aufmerksame Selbstdiagnose ebenso wichtig, wie eine akurate Diagnose, um angemessene Behandlungen einzuleiten und Komplikationen zu vermeiden.

Jucken am AfterBei einem Jucken am After kann eine frühzeitige Untersuchung schnell Abhilfe schaffen. (Foto by: yellow2j / Depositphotos)

Mit der generalisierten Beschreibung des Symptoms „Jucken am After“ ist eine Beschwerdeform gemeint, die sich auf den Bereich der Afterregion und des Enddarms lokalisieren lässt. Fachärzte, die sich speziell mit diesem Beschwerdespektrum befassen, gehören dem medizinischen Gebiet der Proktologie an.

Die Beschwerden reichen von einem gelegentlichen, eher geringfügig wahrgenommenen Jucken und leichten Stechen, können allerdings auch in einer Art permanentem Kratzen und Reißen auftreten, das insbesondere beim Stuhlgang sehr starke Schmerzen verursachen kann. Dennoch zögern viele Betroffene lange, bevor sie fachliche Hilfe zur Linderung und Behandlung ihrer Leiden zurate ziehen. Dabei sind die genannten Symptome weder Grund zu übermäßigem Schamgefühl, noch sind sie ausgesprochen selten verbreitet.

Bis zu fünf Prozent der Bevölkerung berichten über ein Jucken am After, wobei männliche Betroffene merkbar häufiger sind als weibliche. In jedem Fall kann eine frühzeitige Untersuchung schnelle Abhilfe leisten und einer Verschlimmerung der Beschwerden vorbeugen.

Ursachen von Juckreiz am After

Die Gründe für diese Beschwerden sind zumeist harmlos, können aber auch durchaus ernstere Ursachen haben. Besonders häufig berichten erwachsene Personen zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr über diese Beschwerden.

Allerdings kann gesagt werden, dass einmalige oder sehr sporadisch auftretende Symptome noch keinen Grund für eine medizinische Konsultation bedeuten. Meistens sind lediglich gewisse Speisen oder Getränke Auslöser für das kurzzeitige Unbehagen. Neben leichten allergischen Reaktionen führen geringfügige Hautirritationen zu dem Juckreiz. Deshalb sollte nach dem Verzehr von scharfer oder besonders salziger Nahrung, Nüssen, Milchprodukten und koffeinhaltiger Getränke darauf geachtet werden, ob sich die Symptome eventuell wiederholen.

Sollte der Juckreiz allerdings häufiger auftreten und nimmt seine Intensität womöglich zu, ist unbedingt ärztlicher Rat einzuholen. Denn es besteht Grund zur Annahme, dass eine ernsthafte Erkrankung Auslöser der Beschwerden sein kann. Abgesehen davon, dass diese unangenehmen Symptome die persönliche Lebensqualität erheblich einschränken, ist ein chronischer Verlauf des Juckreizes ohne professionelle Behandlung nicht vollständig auszuschließen.

Neben Hämorrhoiden und einer Hauterkrankung ist beispielsweise eine so genannte Kontaktallergie denkbar, wie sie durch Toilettenpapier oder Hygiene- und Reinigungsartikel ausgelöst werden können. Auch eine nachlässige oder zu intensive Analhygiene können das Jucken auslösen.

Diabetiker und Patienten, die an internistischen Erkrankungen leiden, berichten ebenfalls häufig über ein Jucken am Po. Auch Durchfall oder ein Reizdarm sind dabei noch vergleichsweise harmlos, wohingegen entzündliche Krankheiten wie Dickdarmentzündung oder Morbus Crohn ernste Angelegenheiten sind. Nicht zuletzt muss die Möglichkeit einer Krebserkrankung im Afterbereich abgeklärt werden.

Untersuchungen und Diagnose

Um eine fundierte Diagnose stellen zu können, sind Ärzte auf den Bericht einer detaillierten Selbstbeobachtung angewiesen. Während eines ersten Gesprächs können mögliche Ursachen bereits bestätigt oder ausgeschlossen werden.

Von Interesse sind Informationen zu

  • Unregelmäßigkeiten beim Stuhlgang
  • der persönlichen Körperhygiene
  • vorhandene Grunderkrankungen
  • bekannte Allergien.

Üblicherweise folgt zur genauen Diagnose eine persönliche Untersuchung des Analbereiches, woraufhin eventuell mithilfe eines Endoskops die Schleimhäute des Enddarms betrachtet werden.

Sollten diese Untersuchungen noch nicht ausreichen oder werden weitere Informationen benötigt, kann die Spiegelung des kompletten Dickdarms, das Erstellen eines Blutbildes (zur Ermittling des Blutzuckerspiegel oder der Entzündungsmarker) oder ein Allergietest notwendig sein.

Entsprechend der ermittelten Untersuchungsergebnisse werden im Anschluss Behandlungsmöglichkeiten ausgewählt. Diese betreffen die Behandlung der Grunderkrankung, welche die Symptome auslösen, aber auch die Symptome selbst, um eine Linderung der Beschwerden zeitnah erreichen zu können.

Jucken am AfterVerschiedene Untersuchungsmethoden können bei Jucken am After angewendet werden. (Foto by: chagin / Depositphotos)

Behandlung, Therapie und Komplikationen

In der Regel wird aufgrund einer so genannten kausalen Therapie vornehmlich die Ursache des Juckreizes behandelt. Denn zumeist lassen daraufhin auch die Beschwerden bald nach. Entsprechend der festgestellten Ursache wird auch die Therapie ausgerichtet, die aufgrund der vielfältigen Krankheitsbilder sehr unterschiedlich ausfallen kann.

Doch wie bereits erwähnt ist eine Verminderung der Beschwerden sowohl möglich und wird auch entsprechend angeregt, beispielsweise in der Form von heilenden Sitzbädern oder der Anwendung schmerzstillender, entzündingshemmender Salben und Cremes.

In jedem Fall ist es jedoch wichtig, Anwendungen zur Behandlung der Symptome mit den zuständigen Ärzten abzusprechen. Denn genauso schnell, wie der Juckreiz auftreten kann, können eigenhändig genutzte Präparate die irriterte Analregion bei unsachgemäßer Anwendung noch stärker reizen und zu einer Verschlechterung der Symptome führen. In so einem Fall kann aus dem Symptom, das zuerst lediglich auf eine andere Erkrankung hinwies, durchaus eine neue, eigenständige Krankheit entwickelt werden.

Prävention und was ich selbst tun kann

Von entscheidender Bedeutung, um das Jucken am After zu vermeiden, ist eine angemessene Analhygiene. Hierbei ist darauf zu achten, dass diese zwar durchaus gründlich, aber trotzdem sanft und schonend passieren muss. Auf scharfe Reinigungsartikel und feuchtes Toilettenpapier sollte dabei unbedingt verzichtet werden. Auch grobes Reiben oder sogar Eindringen in den After ist zu vermeiden.

  • Es sollte weiches Toilettenpapier genutzt werden.
  • Ideal wäre es, die Afterregion nach dem Stuhlgang mit kaltem, klaren Wasser zu reinigen und abschließend mit Toilettenpapier abzutupfen.
  • Zuviel Seife, parfumhaltige Reinigungstücher und dergleichen sind nicht empfehlenswert, da sie die empfindliche Analregion zu stark reizen.


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