Ernährung bei Krebserkrankungen

Krebs kann nicht durch eine spezielle Ernährung geheilt werden, eine Krebs-Diät ist nicht bekannt und wenig sinnvoll, denn es kann durch einseitige Ernährung zu Mangelerscheinungen kommen und die Beschwerden können sich unter Umständen verstärken. Es gibt auch keine für Krebspatienten giftige Lebensmittel.

Ernährung bei KrebsWichtig für Krebspatienten ist eine ausgewogene, ballaststoffreiche und fettarme Ernährung. (Foto by: photographee.eu / Depositphotos)

Sollten Krebspatienten eine spezielle Ernährung einhalten?

In der Regel ist eine Krebsdiät nicht notwendig, außer bei Krebsarten wie Magenkrebs oder Darmkrebs kann vorübergehend eine individuell abgestimmte Diät notwendig sein. Sollte eine dauerhafte Nahrungsumstellung vonnöten sein, helfen Ernährungsberater.

Wichtig ist eine ausgewogene, ballaststoffreiche und fettarme Ernährung. Vor sogenannten Krebsdiäten, die oft sehr einseitig sind, ist abzusehen, da sie bestehende Beschwerden eher verstärken können und es zusätzlich zu Mangelerscheinungen kommen kann. Allerdings sei an dieser Stelle auch gesagt, dass auch die beste Ernährung keine Krebserkrankung heilen kann.

Beispiele für die Ernährung bei verschiedenen Krebserkrankungen

Ernährung bei Brustkrebs

Bei Brustkrebs ist keine spezielle Ernährung nötig, sich ausgewogen zu ernähren lautet die Devise. Kommt es in Folge einer möglichen Hormontherapie zu Übergewicht, sollte eine gewichtsreduzierende Diät, in Absprache mit dem Arzt, eingehalten werden. Sogenannte Phytoöstrogene als Nahrungsergänzungsmittel sind nicht empfehlenswert.

Ernährung bei Lungenkrebs

Auch bei Lungenkrebs ist keine spezielle Ernährung notwendig, ausgewogen wie bei gesunden Menschen sollte sie sein. Da allerdings bei Lungenkrebs Appetitlosigkeit und damit verbunden Gewichtsverlust auftreten kann, ist eventuell die Unterstützung eines Ernährungsexperten sinnvoll.

Ernährung bei Prostatakrebs

Bei Prostatakrebs ist ebenso eine ausgewogene Ernährung zu empfehlen.

Ernährung bei Darmkrebs

Da die Therapie bei einem Darmkrebs in direkter Weise den Verdauungstrakt betrifft, kann es zu starkem Gewichtsverlust kommen und eine spezielle Ernährung vonnöten sein. Zumeist bessert sich der Zustand nach einer erfolgreichen Operation.

Sollte der Patient einen künstlichen Darmausgang oder einen verkürzten Darm haben, ist in den meisten Fällen keine Diät notwendig, allerdings kann die Unterstützung eines Ernährungsberaters sinnvoll sein, um den Verdauungstrakt nicht unnötigerweise zu belasten.

Ernährung bei Magenkrebs

In den meisten Fällen ist bei Magenkrebs eine spezielle Ernährung nötig. Ärzte und Ernährungsberater unterstützen den Patienten. Die Nahrung muss langsam aufgenommen werden, kleine Portionen über den Tag verteilt sind optimal.

Die Nahrung sollte nicht durch Getränke verdünnt werden, es sollte zwischen den Mahlzeiten ausreichend getrunken werden. Bei schweren Magenkrebsfällen kann es notwendig sein, den Patienten über eine Magensonde mit Spezialnahrung zu versorgen.

Die Ernährung während einer Krebstherapie

Ernährung KrebserkrankungEine gesunde, ausgewogene Ernährung kann den Allgemeinzustand des Patienten bei Krebs verbessern. (Foto by: Wavebreakmedia / Depositphotos)

Während einer Krebstherapie kann eine spezielle Ernährung notwendig werden. So beispielsweise vor einer Operation oder während einer Strahlentherapie.

Chemotherapie

Eine Chemotherapie verursacht Nebenwirkungen wie Erbrechen und Übelkeit. Folgende Tipps für die Nahrungsaufnahme können hilfreich sein:

  • Das Essen pürieren
  • Nicht zu heiß essen
  • Keine scharfkantigen Speisen zu sich nehmen
  • Spezielle Mundsprays betäuben vorübergehend die gereizten Schleimhäute

Stammzellentherapie

Findet eine Stammzellentherapie statt, ist das Immunsystem des Patienten quasi abgestellt. In diesem Fall muss eine spezielle Ernährung unter Absprache mit Ärzten und Ernährungsexperten erfolgen.

Schmerztherapie

Im Laufe einer Schmerztheraapie kann es zu Verstopfung kommen, welche am besten mit Abführmitteln unter ärztlicher Beobachtung behandelt wird. Eine spezielle Ernährung ist nicht nötig.

Grundsätzlich sollten täglich zwischen den Mahlzeiten bis zu drei Liter Flüssigkeit (Wasser, verdünnte Fruchtsäfte, Kräutertee) getrunken werden. Eine gesunde, ausgewogene Ernährung kann den Allgemeinzustand des Patienten verbessern und damit die Therapie günstig beeinflussen. Von Nahrungsergänzungsmitteln ist ob des nicht belegbaren Nutzens abzusehen.

Weitere Informationen zur Ernährung bei Krebserkrankungen

Verschiedene Krebspatienten-Servicestellen bieten reichlich Informationen zum Thema, auch im Buchfachhandel findet man gute Bücher. Ernährungsmediziner und Ärzte sind die kompetenten Ansprechpartner, wenn es um die richtige Ernährung während einer Krebserkrankung geht.


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