Diabetische Retinopathie

Eine diabetische Retinopathie ist eine Erkrankung der Netzhaut, die durch die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) hervorgerufen wird. Durch die in der Folge der Erkrankung geschädigten kleinen Blutgefäße wird die Sehschärfe gemindert, das Gesichtsfeld eingeschränkt und außerdem kann es im Verlauf zu einer Erblindung kommen.

Diabetische RetinopathieEine diabetische Retinopathie wird durch Diabetes hervorgerufen. (Foto by: BrianAJackson / Depositphotos)

Was ist eine diabetische Retinopathie?

Menschen, die über mehrere Jahre an einer Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) leiden, sind gefährdet, an einer diabetischen Retinopathie (Netzhautschädigung) zu erkranken. Durch den hohen Blutzuckerspiegel werden die Netzhautgefäße geschädigt, sie buchten aus oder werden undicht. Darum kommt es zu einem vermehrten Austritt an Flüssigkeit unter die Netzhaut. Ein Makulaödem entsteht. Im Verlauf der Erkrankung verstopfen weitere kleine Gefäße, die Versorgung der Netzhaut wird dadurch unterbunden. Eine Beeinträchtigung der Sehschärfe ist zu bemerken. Dramatisch ist die Bildung neuer, schadhafter Blutgefäße, durch die der Körper der Unterversorgung entgegenwirken will. Doch diese neigen zu Blutungen in den Glaskörper des Auges, was schlimmstenfalls zu einer Netzhautablösung führen kann. Nach der altersbedingten Makuladegeneration (AMD) ist die diabetische Retinopathie die häufigste Ursache für Erblindung im Erwachsenenalter. Nach rund zwanzig Jahren Diabeteserkrankung tritt die diabetische Retinopathie auf.

Die Ursachen für eine diabetische Retinopathie

Es sind mehrere Ursachen bekannt, die eine diabetische Retinopathie auslösen können. Das sind unter anderen:

  • Die Dauer der Zuckerkrankheit
  • Eine ungenügende Kontrolle des Blutzuckerspiegels
  • Die Phasen während hormoneller Umstellungen (Beispiel Pubertät, Schwangere)
  • Bluthochdruck; kommt bei Diabetikern verstärkt vor
  • Eine diabetische Nierenschädigung
  • Eine Erhöhung der Bluttfettwerte
  • Eine Blutarmut

Die Symptome einer diabetischen Retinopathie

Am Anfang der Erkrankung bemerkt der Betroffene keine Symptome. Erst wenn die diabetische Retinopathie bereits fortgeschritten ist, treten Sehstörungen auf. Dann werden Gegenstände oft nur noch verschwommen wahrgenommen. Ist es bereits zu Einblutungen in den Glaskörper gekommen, nehmen die Patienten schwarze Punkte wahr, die auch als Rußregen bezeichnet werden. Zumeist entwickelt sich die Sehstörung langsam und schleichend, doch wenn es zu größeren Blutungen oder einer Netzhautablösung kommt, kann der Sehverlust plötzlich auftreten. Wird die diabetische Retinopathie nicht behandelt, ist eine völlige Erblindung des Betroffenen möglich. Darum sollten Diabetiker, auch wenn sie keine Einschränkungen der Sehschärfe verspüren, regelmäßig den Augenhintergrund untersuchen lassen.

Die Behandlung einer diabetischen Retinopathie

Behandlung: Blutzucker einstellen, Blutdruckwerte, Nierenerkrankungen und Blutfettwerte behandeln/einstellen, ACE-Hemmer, Lasertherapie, Vitrektomie

Behandlung diabetische RetinopathieWichtig bei einer diabetischen Retinopathie st das Einstellen der Blutzuckerwerte. (Foto by: cupertino / Depositphotos)

Der wichtigste Behandlungspunkt ist das Einstellen der Blutzuckerwerte. Weiters müssen die Risikofaktoren die zur Entstehung einer diabetischen Retinopathie beitragen entsprechend behandelt werden. Das sind:

  • Die erhöhten Blutdruckwerte (medikamentös behandelbar)
  • Eine Nephropathie (diabetische Nierenerkrankung) muss behandelt werden, um erhöhte Blutdruckwerte vermeiden zu können
  • Die erhöhten Blutfettwerte (medikamentös oder mittels Diät behandelbar)
  • Mit dem Rauchen aufhören

Eine grundsätzliche medikamentöse Behandlung einer diabetischen Retinopathie gibt es nicht, ein Fortschreiten kann aber durch ACE-Hemmer verlangsamt oder gar verhindert werden. Bei einer bereits fortgeschrittenen diabetischen Retinopathie kann der Augenarzt folgende Verfahren anwenden:

  • Die Lasertherapie: Bei dieser in lokaler Narkose durchgeführten Operation werden die veränderten Stellen der Netzhaut mit dem Laser sozusagen verbrannt (koaguliert). Die Therapie erfordert mehrere Sitzungen und verlangsamt das Fortschreiten der diabetischen Retinopathie. Auch wenn es Nebenwirkungen wie ein eingeschränktes Gesichtsfeld geben kann, eine Lasertherapie ist eine effiziente Methode, eine drohende Erblindung aufzuhalten.
  • Die Vitrektomie: Wenn die diabetische Retinopathie bereits weit fortgeschritten ist (Einblutungen in den Glaskörper, Netzhautablösung), entfernt der Augenarzt mit dieser Operationstechnik den Glaskörper und ersetzt diesen durch klare Flüssigkeit.

Prognose bei einer diabetischen Retinopathie

Die Gefahr einer diabetischen Retinopathie lässt sich um bis zu 80% senken, wenn Blutzucker und Blutdruck auf lange Zeit optimal eingestellt sind. Selbst wenn sich die diabetische Retinopathie bereits entwickelt hat, kann ein Fortschreiten durch das Einstellen auf normale Werte des Patienten um ca. 50% reduziert werden. In Europa ist eine diabetische Retinopathie die Ursache für rund ein Drittel aller Erblindungen!

Kann man einer diabetischen Retinopathie vorbeugen?

Diabetiker müssen regelmäßig zum Augenarzt und auch ihre Blutwerte und den Bluthochdruck ständig kontrollieren, bzw. einstellen. Diabetiker können die Möglichkeit von Diabeties-Schulungen nutzen. Starke körperliche Anstrengungen oder Sportarten, die Schläge auf den Kopf (wie Boxen) hervorrufen sind zu meiden.

Weitere Informationen zum Tema diabetische Retinopathie

Alle Ärzte, Augenärzte, Diabetes Beratungsstellen sowie das Internet verfügen über gutes Informationsmaterial.

Doch: Informationen allein sind keine Prophylaxe! Es ist immer erforderlich, Kontrolluntersuchungen vornehmen zu lassen, um die Erkrankung diabetische Retinopathie verhindern, bzw. ein Fortschreiten aufhalten zu können.


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