Borreliose

Borreliose ist eine weltweit auftretende Infektionskrankheit, die durch das Bakterium Borrelia burgdorferi ausgelöst wird. Die Krankheit wird in den meisten Fällen durch Zeckenbisse auf den Menschen übertragen. Die Bakterien hat die Zecke zuvor bei einem anderen Wirt aufgenommen und kann sie nun ungehindert weitergeben.

BorrelioseBorreliose wird in erster Linie durch einen Zeckenbiss übertragen. (Foto by: alexraths / Depositphotos)

Zecken befallen Mensch und Tier. Sie sitzen in Sträuchern, Büschen und hohen Gräsern und können oft unbemerkt auf ihren neuen Wirt krabbeln. Haben sie bereits einen Wirt gebissen, der das Bakterium Borrelia burgdorferi trägt, dann können sie es nun durch einen neuen Zeckenbiss an den nächsten Wirt weitergeben.

Umso länger die Zecke sich in den neuen Wirt beißt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass das Bakterium weitergegeben wird. Aber auch falsches Entfernen der Zecke kann dazu führen, dass es zu einer Infektion kommt.

Deshalb ist auch wichtig, die Zecke richtig zu entfernen und nicht zu quetschen. Etwa 35 Prozent der Zecken in Mittel- und Nordeuropa tragen die Borrelien in sich. Das bedeutet aber nicht, dass jeder Stich zu einer Übertragung des Bakteriums führt. Und eine Übertragung bedeutet nicht, dass es sofort zu einer Ansteckung und zum Ausbruch der Krankheit Borreliose kommt. Etwa 20 bis 30 Prozent, die von einer infizierten Zecke gestochen werden, entwickeln selbstständig gegen das Bakterium Antikörper.

Ursachen von Borreliose

Borreliose wird ausschließlich durch das Bakterium Borrelia burgdorferi übertragen. Ein infizierter Mensch kann keinen anderen Menschen anstecken. Die Ansteckung erfolgt über einen Zeckenbiss einer infizierten Zecke. Die Zecke steckt sich in dem meisten Fällen bei kleinen Nagetieren oder Vögel an. Wenn die Zecke den Erreger bei einer Blutmahlzeit in sich aufgenommen hat, leben diese zunächst im Verdauungstrakt der Zecke weiter.

Wenn sie dann einen geeigneten neuen Wirt findet, wandert sie zu einer dunklen, feuchten Stelle des Körpers. Das können beim Menschen beispielsweise die Achseln sein. Aber Zecken können sich durchaus an allen anderen Stellen des Körpers festbeißen. Die Zecke beißt sich nun in die Haut und saugt Blut, bis sie satt ist. Die meisten Menschen bemerken diesen Vorgang nicht, da die Zecke in ihrem Speichel schmerzhemmende Substanzen hat.

Nach der Mahlzeit würgt sie Magenreste in die Wunde. Das ist der Moment, wo sie den Erreger überträgt. Die Zecke ist nun dick gesaugt und fällt meistens von alleine ab. Aus diesem Grund wissen manche Betroffenen gar nicht, dass sie von einer Zecke befallen wurden. Wird die Zecke bemerkt, ist es wichtig sie richtig zu entfernen, um eine Übertragung des Erregers und somit Borreliose zu vermeiden.

Symptome von Borreliose

 

Ist der Mensch infiziert und erkrankt an Borreliose ist es nun wichtig, diese zu erkennen. Borreliose kann dabei verschiedene Organe, wie zum Beispiel Haut, Nervensysten, Gelenke oder Herz betreffen.

Die Krankheit verläuft meistens in Schüben in mehreren Stadien, wobei diese Einteilung nicht bei allen Borreliose-Patienten zutreffen muss, da atypische Verläufe sehr häufig sind und einige dieser Stadien übersprungen werden können.

1. Stadium

Im ersten Stadium von Borreliose entsteht innerhalb von wenigen Tagen bis zu drei Wochen um die Einstichstelle eine Rötung. Diese Rötung breitet sich langsam aus, wird in der Mitte heller und verschwindet schließlich ganz. Im Volksmund wird sie auch Wanderröte bezeichnet.

Begleiterscheinungen wie Kopfschmerzen, leichtes Fieber, Schwellungen der Lymphknoten, Abgeschlagenheit oder Muskelschmerzen können dazu auftreten.

Häufig tritt bei einer aktuen Borrelieinfektion "Erythema migrans" auf. Bei dieser Hauterscheinung tritt ein vergrößerter, hellroter, rundlicher Fleck auf, welcher sich langsam kreisförmig ausbreitet. Oft befindet sich in dessen Mitte eine Abblassung oder eine bläuliche Verfärbung.

2. Stadium

Im zweiten Stadium von Borreliose breitet sich das Bakterium kurze Zeit später auf den gesamten Körper aus. Die Folge ist neben den Begleiterscheinungen aus dem ersten Stadium nun auch der Befall des Nervensystems. Folgende Beschwerden können auftreten:

Bei fast 90 Prozent der Betroffenen tritt eine einseitige Lähmung der Körperhälfte auf.

3. Stadium

Das dritte Stadium von Borreliose beginnt oft erst Monate oder Jahre nach dem Einstich. Die Symptome liegen hier in Gelenkentzündungen. Sie kommen schubweise und betreffen immer wieder andere Gelenke. Oft betroffen sind die Kniegelenke, Sprunggelenke, Ellenbogen, Finger, Zehen und die Kiefergelenke.

Auch Hautveränderungen an den Streckseiten von Armen und Beinen sind typisch für die Krankheit Borreliose. Im schlimmsten Fall kann es zu einem Befall des Gehirns kommen, der Lähmungen und Gefühlsstörungen verursacht.

Untersuchungen & Diagnose

Die Diagnose von Borreliose ist nicht immer einfach, da die Symptome auch Hinweise auf andere Krankheiten sein können. Der Hinweis auf einen Zeckenbiss, auch wenn er bereits Jahre zurückliegt, sollte daher immer erfolgen.

Blutprobe

Bei Verdacht auf Borreliose nimmt der Arzt eine Blutprobe von dem Betroffenen. Zum einem werden bei der Blutuntersuchung die Entzündungswerte bestimmt und zum anderen wird versucht, Antikörper nachzuweisen, die der Körper gegen die Borreliose gebildet hat:

  • Das sind einmal die Antikörper IgM. Diese werden meistens zwischen dem ersten und zweiten Stadium der Erkrankungen gebildet. Sie können also frühestens acht Wochen nach dem Einstich im Körper nachgewiesen werden und verschwinden im dritten Stadium wieder. Wird die Blutprobe zu früh entnommen, kann das Ergebnis also durchaus negativ sein, obwohl eine Infizierung mit dem Erreger stattgefunden hat.
  • Die IgG-Antikörper werden erst im Spätstadium gebildet, bleiben jedoch ein Leben lang im Körper enthalten.

Liquorpunktion

Liegt bei dem Betroffenen ein Verdacht auf die Neuroborreliose vor, die das Gehirn befällt, dann wird der Arzt Nervenwasser entnehmen. Das macht er mit einer sogenannten Liquorpunktion aus dem Rückenmark.

Behandlung und Therapie von Borreliose sowie mögliche Komplikationen

Behandlung BorrelioseDie Behandlung einer Borreliose erfolgt durch Antibiotika. (Foto by: stevanovicigor / Depositphotos)

Antibiotikatherapie

Borreliose muss nicht immer behandelt werden. Oft klingt die Krankheit von ganz alleine ab. Auf Verdacht wird der Arzt nicht nach jedem Zeckenbiss Antibiotika verschreiben.

Erkennt der Arzt jedoch die Wanderröte, ist das Indiz genug und er beginnt mit der Therapie. Dies erfolgt mit der Gabe von Antibiotika. Die Heilungschancen sind groß, wenn früh genug mit der Therapie begonnen wird. Dabei ist es auch wichtig, dass diese lang genug durchgeführt wird. Im ersten Stadium wird das Antibiotika für zwei Wochen verschrieben.

Im zweiten und dritten Stadium kann die Behandlung bis zu vier Wochen dauern. Die Gabe von Antibiotika erfolgt dann per Infusion. Eine Behandlung bedeutet nicht in jedem Fall eine vollständige Heilung. Die Hälfte der Erkrankten leiden im Spätstadium dennoch über Symptome, jedoch in einer schwächeren, milderen Form. Eine weitere Behandlung kann dann wieder angewendet werden.

Wenn die Behandlung von Borreliose frühzeitig erfolgt, kann die Krankheit meistens vollständig ausgeheilt werden. Bei einer bereits chronisch verlaufenen Erkrankung sieht die Prognose schlechter aus.

Prävention & was kann ich selbst tun

Vorbeugende Maßnahmen

Borreliose kann verhindert werden, indem Zeckenbisse vermieden werden:

  • Ziehen Sie bei einem Waldspaziergang unbedingt lange Kleidung an. Beine und Arme sollten verdeckt sein, ebenso ist festes Schuhwerk wichtig.
  • Nach jedem Aufenthalt im Freien sollten der ganze Körper und die Kopfhaut nach Zecken abgesucht werden. Das gilt vor allem in den Risikogebieten und für die Kinder.
  • Zecken können Sie sich auch zusätzlich mit speziellen Abwehrmitteln vom Körper halten. Meistens lässt die Wirkung aber schon nach kurzer Zeit nach.

Zecke richtig entfernen

Ist eine Zecke da, sollte diese möglichst schnell entfernt werden. Am besten gelingt das mit einer speziellen Zeckenzange oder einer Pinzette. Dabei darf die Zecke nicht gedreht werden, sondern sollte möglichst gerade aus der Haut gezogen werden. Das muss schnell und ohne Quetschen erfolgen. Anschließend sollte die Bissstelle desinfiziert werden.

Alles andere erzeugt bei der Zecke Stress und verursacht eine Abgabe des Erregers. Nach dem Zeckenstich ist es wichtig, die Stichstelle zu beobachten, wird die Einstichstelle trotzdem rot und sind sogar Reste der Zecke in der Wunde verblieben, sollten Sie unverzüglich einen Arzt aufsuchen.


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User Kommentare

Celiii
Celiii

Ich bin leider besonders anfällig für Zeckenbisse. Nach jedem Spaziergang oder jeder Aktivität im Freien suche ich meinen Körper nach möglichen Stichen ab.

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