Würmer, Wurmerkrankungen

Jeder zweite Mensch ist im Laufe seines Lebens einmal Wirt von parasitischen Würmern. Obwohl Wurmerkrankungen vor allem in tropischen Ländern auftreten, sind sie auch in Mitteleuropa keine Seltenheit. Früh erkannt sind die meisten Infektionen mit Würmern schnell und effektiv zu behandeln und Komplikationen sind eine Seltenheit.

Würmer, ParasitenWürmer können je nach Wurmerkrankung verschiedene Symptome auslösen. (Foto by: Zinco79 / Depositphotos)

Hat jemand Würmer, leidet er also an einer Wurmerkrankung, bedeutet dies, dass die betreffende Person von Helminthen, parasitisch lebenden Würmern, befallen ist. Die Würmer nützen den menschlichen Körper als Nahrungsquelle und als Ort um sich zu vermehren. Der Mensch fungiert dann als Wirt für den Schmarotzer.

Erreicht der Parasit im Menschen die Geschlechtsreife, wird der Mensch als Endwirt bezeichnet. Ist der Mensch nur ein Zwischenwirt, vermehrt sich der Wurm hier nur ungeschlechtlich, bis es zu einem Wirtswechsel zum Endwirt und dann zur sexuellen Vermehrung kommt.

Wurmerkrankungen kommen vorwiegend in tropischen Ländern vor, sind aber weltweit verbreitet. Statistiken zeigen, dass etwa die Hälfte aller Menschen im Laufe ihres Lebens einmal von Würmern befallen ist. Eine Infektion verläuft meist nach demselben Schema. Zuerst müssen die Eier bzw. Larven der Würmer in den menschlichen Körper gelangen; dies geschieht zum Beispiel durch verunreinigte Nahrung oder durch wurmverseuchtes Wasser. Im Inneren des Menschen vermehren sich dann die Würmer und legen ihrerseits wieder Eier. Diese Eier werden vom Menschen mit dem Stuhl ausgeschieden, wodurch potenziell weitere Menschen infiziert werden können.

Ursachen von Würmern, Wurmerkrankungen

Gelangen die Eier von Helminthen, etwa durch die Nahrung, in den menschlichen Körper, kann dies zu einer Wurmerkrankung führen. Besonders häufig sind Kleinkinder betroffen, da diese oft die schmutzigen Finger in den Mund nehmen ohne diese vorher zu waschen.

Bandwürmer gehören zu den häufigsten den Menschen befallenden Parasiten. Der Schweinebandwurm gelangt etwa über nicht ausreichend durchgebratenes Schweinefleisch in den menschlichen Körper. Eine Infektion mit dem Rinderbandwurm funktioniert nach demselben Muster.

Eine weitere typische Infektionsquelle sind selbst gesammelte bzw. gepflückte Beeren und Pilze aus dem Wald. Diese können mit den Eiern von Fuchsbandwürmern oder Hundebandwürmern verseucht sein. Eine Infektion mit Würmern ist auch durch das Halten von infizierten Tieren möglich. Durch den Verzehr von mit Tierfäkalien gedüngten Lebensmitteln kann es zu einer Infektion mit Spulwürmern oder Peitschwürmern kommen. Auch Wasser kann als Infektionsquelle dienen. So ist es möglich durch das Baden in verseuchten Seen eine Wurmerkrankung zu bekommen.

Symptome bei Würmern, Wurmerkrankungen

Je nachdem unter welcher Wurmerkrankung man leidet, unterscheiden sich die möglichen Symptome. Typischerweise verläuft ein Wurmbefall eine zeitlang unbemerkt.

Bei Kindern kommt es sehr häufig zu einem Befall mit Madenwürmern. Typische Beschwerden sind Juckreiz im Analbereich, Schlafschwierigkeiten, Unwohlsein und Gewichtsverlust. Darüber hinaus sind im Stuhl winzig kleine, weiße Würmer erkennbar. Nach der Aufnahme von Madenwurmeiern schlüpfen innerhalb weniger Stunden nach der Infektion die ersten Würmer. Die Weibchen wandern in der Nacht zum Darmausgang um dort ihre Eier zu legen. Dies führt zu einem heftigen Juckreiz. Durch das Kratzen kommen die Wurmeier unter die Fingernägel und können so weiterverbreitet werden. Da parasitische Würmer den menschlichen Darm befallen, führt eine Infektion meist zu gastrointestinalen Beschwerden.

Ein besonders charakteristisches Symptom einer Wurmerkrankung ist die Gewichtsabnahme, da die Würmer sozusagen mitessen. In weiterer Folge kann es auch zu Mangelerscheinungen kommen.

Der Fuchs- bzw. Hundebandwurm führt zu Magen-Darm-Beschwerden, weil diese Organe durch die Infektion angegriffen werden. In einem späten Stadium kann es zu einer Entzündung der Bauchhöhle kommen. Bei einem Befall mit Spulwürmern sind Atemwegsprobleme besonders typisch. In weiterer Folge kommt es zu Magen-Darm- Beschwerden wie Übelkeit und Erbrechen.

Eine Billharziose ist eine Wurmerkranung, die durch verseuchtes Wasser in den Tropen übertragen wird. Zuerst kommt es zu einem Juckreiz an den Eintrittsstellen der Larven an der Haut. Dann treten Fieber, Kopfschmerzen sowie Durchfälle auf. Bleibt die Erkrankung unbehandelt, kann es zu lebensbedrohlichen Blutungen in den Magen kommen. Bei einer Trichinellose, also einer Infektion mit Trichinen, kommt es zu Magen-Darm-Problemen sowie zu rheumaartigen Muskelschmerzen und Fieber. Charakteristisch hierbei sind Probleme mit dem Atmen und Sprechen.

Untersuchungen und Diagnose

Blutuntersuchung WurmerkrankungUnter anderem kann eine Blutuntersuchung Aufschluss über eine bestehende Wurmerkrankung geben. (Foto by: belchonock / Depositphotos)

Besteht bei einem Kind aufgrund der Symptomatik der Verdacht auf eine Infektion mit Madenwürmern, führt der behandelnde Arzt häufig einen so genannten Tesa-Abstrich-Test durch. Dabei klebt er einen Streifen Tesafilm in den Afterbereich des Kindes und zieht diesen dann ab. Leidet das Kind and Madenwürmern sind auf dem Tesafilm Wurmeier zu finden.

Sind die Symptome nicht eindeutig, erstellt der Arzt zuerst eine ausführliche Anamnese. Dabei sind besonders Fragen nach kürzlich angetretenen Reisen in tropische Länder von Bedeutung. Treten nach der Rückkehr von einer Reise in tropische Gebiete Symptome wie Magen-Darm-Beschwerden, Fieber oder verschiedenste andere Probleme, wie Schmerzzustände oder Atembeschwerden, auf, muss unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.

In solchen Fällen besteht nämlich der Verdacht auf eine Infektion mit Würmern, die besonders häufig in warmen Binnengewässern leben. Um jedoch eine endgültige Diagnose stellen zu können, reicht eine alleinige Erhebung der Anamnese nicht aus. Der Stuhl des Betroffenen muss untersucht werden; bei einer Wurminfektion werden nämlich Eier bzw. Wurmteile mit dem Stuhl ausgeschieden, welche dann unter dem Mikroskop nachgewiesen werden können.

Auch eine Blutuntersuchung kann Aufschluss geben, weil beim Befall von bestimmten Würmern spezifische Antikörper gebildet werden. Sind diese Antikörper im Blut vorhanden, liegt eine Wurmerkrankung vor. Zur Diagnosestellung können auch bildgebende Verfahren wie etwa die Computertomographie verwendet werden. Dies ist besonders bei zystenbildenden Würmern von Bedeutung.

Behandlung, Therapie und Komplikationen

Die Therapie von Wurmerkrankungen ist meist einfach. Es gibt Antihelminthika, also Antiwurmmittel, welche in den meisten Fällen sehr effektiv in der Bekämpfung der Parasiten sind. Durch die Einnahme von Antihelminthika werden die im Darm befindlichen Würmer abgetötet und ausgeschieden.

Je früher die Behandlung begonnen wird, desto komplikationsloser ist der Verlauf. Antihelminthika werden meist nur für kurze Zeit eingenommen, da es sonst zu sehr unangenehmen Nebenwirkungen kommen kann. Dazu zählen vor allem Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfälle und Bauchschmerzen.

Da sich bei einer Infektion mit Fuchs- bzw. Hundebandwürmer Zysten bilden können, kann in diesen Fällen ein chirurgisches Vorgehen unumgänglich sein, da die Zysten Leber und Lunge schädigen können. Abgesehen von Fuchs- bzw. Hundebandwürmern sind die meisten Wurmerkrankungen jedoch gut zu behandeln und es kommt nur selten zu Komplikationen.

Prävention und was ich selbst tun kann

Prävention WurmerkrankungMit der richtigen Hygiene kann am besten einer Wurmerkrankung vorgebeugt werden. (Foto by: Feverpitch / Depositphotos)

Eine Wurmerkrankung kann sehr effektiv mit einfachen prophylaktischen Maßnahmen verhindert werden. Dazu zählt vor allem eine hygienische Lebensführung. So sollte das Händewaschen nachdem man auf der Toilette war nicht vergessen werden. Händewaschen vor dem Essen ist eine ebenso einfache wie häufig vergessene Maßnahme, um eine Wurminfektion zu vermeiden.

Darüber hinaus ist Hygiene beim Kochen das oberste Gebot, damit Parasiten erst gar nicht aufgenommen werden können. Zu den wichtigsten Hygienemaßnahmen beim Zubereiten von Speisen zählt etwa das gründliche Waschen von Obst und Gemüse. Dies gilt besonders bei Reisen in tropische Länder. Darüber hinaus sollte auf den Verzehr von rohem Fleisch verzichtet werden. Durch rohes Rind- bzw. Schweinefleisch kann es zu einer Übertragung von Rind- bzw. Schweinebandwurmeier in den menschlichen Körper kommen.

Der Verzehr von rohem Fisch, etwa in Form von Sushi, ist generell nicht empfehlenswert. Auch wenn die Verlockung groß ist, sollte darauf verzichtet werden Waldbeeren von niedrig wachsenden Sträuchern zu verzehren. Es sollten auch keine Fäkalien oder Schlamm aus Kläranlagen als Düngemittel verwendet werden, da so Wurmeier in die Nahrungskette gelangen können. Eine besonders wichtige präventive Maßnahme ist das regelmäßige Entwurmen von Haustieren wie Hunden und Katzen.

Bei Kindern sollte darauf geachtet werden, dass sie sich immer die Hände waschen nachdem sie draußen gespielt haben.


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