Trichomoniasis

Eine Trichomoniasis ist eine weltweit vorkommende Geschlechtskrankheit, ausgelöst durch den Parasiten Trichomonas vaginalis. Es kommt durch den Erreger zu Entzündungen der Harnwege und der Schleimhäute der Geschlechtsorgane, zumeist verläuft die Ansteckung ohne Beschwerden. Die Behandlung erfolgt mit Antibiotikum, der Partner muss mitbehandelt werden.

TrichomoniasisEine Trichomoniasis ist eine weltweit vorkommende Geschlechtskrankheit. (Foto by: gdolgikh / Depositphotos)

Die ansteckende Geschlechtskrankheit Trichomoniasis ist leider immer noch sehr weit verbreitet und sie führt jährlich Tausende von Österreichern zum Gynäkologen oder zum Urologen. Sie wird durch eine Besiedelung der Geschlechtsorgane mit dem Geißeltierchen Trichomonas Vaginalis ausgelöst.

Auch in der Tierwelt gibt es Erkrankungen, die auf Trichomonaden zurückzuführen sind. Trichomoniasis muss immer vom Arzt behandelt werden, da sie ansonsten chronisch wird und vor allen Dingen für Frauen schwere, gesundheitliche Folgen haben kann.

Eine Selbstmedikation der Infektion ist nicht möglich, da verschreibungspflichtige Medikamente angewandt werden müssen. Wer aus Scham oder aus Angst heraus nicht zum Arzt geht, gefährdet damit nachhaltig seine Gesundheit.

Bei Frauen kann eine verschleppte Infektion zu Erkrankungen der Gebärmutter, der Eileiter, der Eierstöcke und sogar zur Sterilität führen. Auch die Harnwege von Frau und Mann können betroffen sein und es kann zu aufsteigenden Infektionen der Blase, der Harnleiter oder der Nieren kommen.

Ursachen von Trichomoniasis

Ungeschützer Geschlechtsverkehr als Ursache

Der Mensch steckt sich in der Regel beim ungeschützten Geschlechtsverkehr mit der Krankheit an. Dabei genügt ein einziger, sexueller Kontakt, um sich mit Trichomonaden zu infizieren. Durch Waschen oder Scheidenspülungen allein kann man diese Infektion nicht bekämpfen, sondern sie muss immer vom Arzt behandelt werden.

Infektion durch Badespaß

Es werden auch Fälle von Infektionen durch das Baden in stehenden Gewässern beschrieben, in denen viele Menschen schwimmen gehen. Vor allen Dingen hohe Wassertemperaturen in Seen und Weihern begünstigen das Vorkommen von Trichomonaden.

Ansteckung durch Toilettengang

Auch im eigenen Badezimmer oder auf fremden Toiletten kann man sich mit Trichomonaden anstecken, wenn zuvor ein Kranker die sanitären Anlagen benutzt hat. Dennoch ist die Hauptursache beim Geschlechtsverkehr mit fremden Sexualpartnern zu suchen.

Symptome von Trichomoniasis

Symptome bei Männern

Männer merken sehr oft gar nichts davon, dass sie sich mit Trichomonaden infiziert haben. Dennoch werden in der Medizin auch Fälle beschrieben, bei denen es zu Entzündungen der Eichel und der Harnröhre oder zu einem üblen Körpergeruch kommt.

Symptome bei Frauen

Frauen werden sehr bald nach der Infektion merken, dass eine gynäkologische Erkrankung vorliegt. Denn eine Infektion mit Trichomonaden verursacht bei ihnen ein sehr unangenehmes Brennen der Scheide und einen übelriechenden, weißlichen Ausfluss.

Spätfolgen durch Trichomoniasis

Bleibt die Krankheit bei Mann und Frau unbehandelt, dann können auch Spätfolgen auftreten.

Bei der Frau kommt es eventuell zu Infektionen der Eileiter und der Eierstöcke, die weitere Schmerzen verursachen. Beim Mann kann es zu schweren Infektionen des gesamten Urlogenitaltraktes und zur Zeugungsunfähigkeit kommen, wenn die Samenleiter betroffen sind.

Auch Mischinfektionen mit Trichomonaden und mit Hefepilze oder mit Chlamydien kommen sehr oft vor.

Untersuchungen und Diagnose

Trichomoniasis ErregerTrichomoniasis wird durch den Parasiten Trichomonas vaginalis ausgelöst. (Foto by: katerynakon / Depositphotos)

Es ist meist der Frauenarzt, der die sich vorstellende Frau auf eine Infektion mit Trichomonaden hin untersucht. Er wird einen Abstrich von der Scheide nehmen und diesen unter dem Mikroskop untersuchen.

Gelegentlich, wenn diese Untersuchung nicht zu einem eindeutigen Ergebnis führt, wird er auch eine Kultur anlegen, damit die Diagnose erhärtet werden kann.

Meistens erkennt er aber die Infektion schon an der hochroten, entzündeten Scheide und dem Ausfluss, von dem ein fischähnlicher, sehr unangenehmer Geruch ausgeht. Der Gynäkologe oder der Urologe wird aber das Ergebnis einer angelegten Kultur gar nicht erst abwarten, sondern er wird die Partner schon beim Verdacht auf eine Infektion mit Trichomonaden mit geeigneten Medikamenten behandeln.

Behandlung, Therapie und Komplikationen

Eine Selbstbehandlung der Trichomoniasis ist nicht zu empfehlen. Die alleinigen Medikamente, die den Erreger abtöten, enthalten alle den Wirkstoff Metronidazol. Es genügt nicht, diesen Wirkstoff lokal anzuwenden, sondern er muss auch gleichzeitig oral eingenommen werden.

Es stehen Salben, Cremes und Tabletten zur Behandlung zur Verfügung. Partner müssen unbedingt gemeinsam und zur gleichen Zeit behandelt werden, um eine neuerliche Infektion, den sogenannten Ping Pong Effekt, zu vermeiden.

Während der Behandlung sollte der Geschlechtsverkehr unterbleiben und es muss auf den Genuss von Alkohol verzichtet werden, der das Präparat unwirksam macht oder der seine Wirkung abschwächt.

Es empfiehlt sich, getragene Wäsche und benutzte Handtücher in der Waschmaschine auf höchster Stufe zu waschen und die sanitären Anlagen zu desinfizieren, um einer neuerlichen Infektion vorzubeugen.

Hausmittel sind zur Behandlung einer Trichomoniasis unwirksam, allerdings können Bäder mit Kamillenextrakt oder mit Eichenrinde den Juckreiz etwas lindern.

Kann ich einer Trichomoniasis Infektion vorbeugen?

  • Wer einer Infektion mit Trichomonaden vorbeugen möchte, der sollte auf ungeschützten Geschlechtsverkehr mit unbekannten Sexualpartnern verzichten. Denn er begibt sich nicht nur in die Gefahr, sich mit Trichomoniasis anzustecken, sondern auch eventuell mit anderen Geschlechtskrankheiten oder sogar mit HIV.
  • Auch das Baden in stehenden, erwärmten Gewässern oder in hochfrequentierten Schwimmbädern sollte unterlassen werden.
  • Übrigens sind Frauen, die bereits an einer Trichomonadeninfektion leiden, auch sehr anfällig für eine zusätzliche Infektion mit dem HIV. Denn der Befall mit Trichomonaden schwächt das Epithel dauerhaft und er vernichtet die natürliche Flora der Scheide.
  • Eine vernünftige Körperhygiene und der verantwortungsvolle Umgang mit der Sexualität helfen, das Infektionsrisiko für Trichomoniasis erheblich zu senken.
  • Beim geringsten Verdacht auf eine Infektion sollten beide Partner den Arzt aufsuchen, der sie umgehend gemeinsam behandeln wird.


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