Schilddrüsenkrebs

Bei Schilddrüsenkrebs handelt es sich um einen seltenen, bösartigen Tumor der Schilddrüse. Die Symptome erscheinen erst in einem späten Stadium. Zu den Ursachen zählen unter anderen ein Jodmangel und genetische Faktoren. Doch ist die Prognose aufgrund guter Behandlungsmöglichkeiten mit Kombinationen aus Operation, Bestrahlung und Hormontherapie allgemein durchaus positiv.

Was ist Schilddrüsenkrebs?

SchilddrüsenkrebsAm Anfang von Schilddrüsenkrebs gibt es kaum bis nur wenige Beschwerden. (Foto by: Bork / Depositphotos)

Schilddrüsenkrebs oder das Schilddrüsenkarzinom entwickelt sich in den Zellen der Schilddrüse und ist ein bösartiger Tumor. Anatomisch liegt die Schilddrüse im vorderen Bereich des Halses und unterhalb des Kehlkopfs und der Luft- und Speiseröhre.

Die Schilddrüse ist verantwortlich für die Hormonproduktion, Abgabe und Speicherung der Hormone der Schilddrüse Thyronin (T3) und Thyroxin (T4). Schilddrüsenkrebs ist eine seltene Krebserkrankung, von der mehr Frauen als Männer betroffen sind. Es gibt unterschiedliche Arten von Schilddrüsenkrebs:

  • Differenzierte Schilddrüsenkarzinome
  • Undifferenzierte Schilddrüsenkarzinome
  • Medulläre Schilddrüsenkarzinome

Die Ursachen für Schilddrüsenkrebs

Die genauen Ursachen für die Entstehung von Schilddrüsenkrebs sind nicht gänzlich bekannt. Jodmangel ist ein erwiesener Risikofaktor, ebenso ionisierende Strahlung. So konnten nach den Atomabwürfen auf Nagasaki und Hiroshima wie auch nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl erhöhte Schilddrüsenkrebserkrankungsfälle beobachtet werden.

Vorerkrankungen wie Kropferkrankungen begünstigen weiters eine Schilddrüsenkrebserkrankung. Auch genetische Veranlagungen erhöhen das Erkrankungsrisiko.

Die Symptome bei Schilddrüsenkrebs

Da es am Anfang von Schilddrüsenkrebs keine oder nur wenig Beschwerden gibt, wird die Erkrankung auch nicht bemerkt. Wächst der Tumor heran, spüren die Betroffenen einen vergrößerten Knoten in der Schilddrüse, der zu Schwierigkeiten beim Essen und Atmen führen kann. Heiserkeit kann aufgrund einer möglichen Lähmung der Stimmlippen eintreten.

Möglich ist die Entwicklung des sogenannten Horner-Syndroms. Durch die mögliche Schädigung der Nervenbahnen kann der Augapfel in die Augenhöhle zurücksinken, das Oberlid kann herabhängen und die Pupille kann sich verengen.

Betroffene Halslymphknoten lassen sich auf ihrer Unterlage schlecht verschieben und sind angeschwollen.

Die Behandlung von Schilddrüsenkrebs

Behandlung SchilddrüsenkrebsDie Therapie bei Schilddrüsenkrebs hängt von der Krebsform sowie dem Grad der Ausbreitung ab. (Foto by: Wavebreakmedia / Depositphotos)

Da es mehrere kombinierte Therapieformen gibt, wird die individuell beste Behandlung gemeinsam mit mehreren Fachärzten und dem Patienten besprochen. Es arbeiten Chirurgen, Strahlentherapeuten, Nuklearmediziner und Stoffwechselexperten bei der jeweiligen Behandlung des Patienten zusammen.

Folgende Therapiemaßnahmen stehen zur Verfügung:

  • Die Operation
  • Die Bestrahlung: in Form einer Radio-Jod-Therapie oder äußerlich angewendeten Bestrahlung
  • Die Hormontherapie

Eine Chemotherapie wird eher selten angewendet, die Medikation mit Chemotherapeutika hilft kaum bei den Tumoren in der Schilddrüse. Allerdings kann bei bereits vorhandenen Metastasen eine Chemotherapie sinnvoll sein.

Die Prognosen sind bei einem differenzierten, papillären/follikulären Schilddrüsenkarzinom gut, bei einem undifferenzierten, anaplastischen Schilddrüsenkarzinom schlecht und beim medullären Schilddrüsenkarzinom je nach Ausbreitung der Metastasen relativ gut.

Kann man Schilddrüsenkrebs vorbeugen?

Da eine der Hauptursachen ein Jodmangel ist, gilt es bei der Ernährung auf eine ausreichende Jodzufuhr zu achten. Viel Jod befindet sich in Meeresfrüchten und Seefisch, außerdem sollte jodiertes Speisesalz zum Würzen verwendet werden. Jegliche Strahlenbelastung ist zu vermeiden.

Weitere Informationen zu Schilddrüsenkrebs

Selbsthilfeforen im Internet bieten umfangreiche Informationen sowie Hilfestellungen für Betroffenen und deren Angehörige. Krebshilfeorganisationen sind fachlich kompetente Ansprechpartner, die Adressen finden sich am einfachsten im Internet.


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