Metamizol

Im Rettungsdienst oder auf Intensivstationen wird der Wirkstoff Metamizol auch heute noch als Standardmedikation bei Schmerzen eingesetzt. Der genaue Wirkmechanismus gegen leichtere bis mittelschwere und sehr starke Schmerzen konnte bis heute nicht genau geklärt werden.

Wirkung & Anwendungsgebiete

Metamizol senkt Fieber und wirkt entkrampfend. Aus diesen Wirkungen heraus ergeben sich auch die Anwendungsgebiete. Metamizol wird mit Erfolg angewendet bei:
  • leichten bis mittelschweren Schmerzen unterschiedlicher Ursache
  • nach Traumata
  • nach Operationen
  • bei Tumorschmerzen
  • bei chronischen Schmerzzuständen am Bewegungsapparat

Hohes Fieber, welches beispielsweise mit nichtsteroidalen Antirheumatika nicht gesenkt werden kann, spricht auf die Gabe von Metamizol meist ebenfalls gut an. Außerdem lassen sich mit Metamizol schmerzhafte Krämpfe gut behandeln.

Es handelt sich um ein sogenanntes Reservemittel, das heißt der Wirkstoff Metamizol kommt vor allem bei solchen Patienten zum Einsatz, wo andere Schmerzmittel bereits versagt haben. Metamizol ist ein sogenannter Trivialname, die eigentliche Bezeichnung des Wirkstoffes lautet Novinaminsulfon.

Was gilt es vor der Einnahme zu beachten?

Die Darreichungsformen des Wirkstoffs Metamizol sind recht vielseitig, der Wirkstoff kann sowohl oral, als auch intramuskulär, intravenös oder als Zäpfchen über den After verabreicht werden.
 
Einzeldosen von Metamizol sind gewichtsadaptiert. Es ist vor der Einnahme also unbedingt auf das aktuelle Körpergewicht zu achten, damit eine Überdosis, die unter Umständen zu schweren Nebenwirkungen führen kann, auf jeden Fall vermieden wird. Die gewichtsadaptierte Einzeldosierung für Erwachsenen beträgt 500-1000 mg Metamizol.
 
Der Wirkstoff sollte immer kurzfristig angewendet werden, nur in Ausnahmefällen und nach ärztlicher Rücksprache kann die Einnahmefrist länger als sieben Tage betragen.

Dosierung und Einnahme

Dosierung und Einnahme des Wirkstoffs Metamizol richten sich streng nach der Indikation, nach den Vorgaben der Packungsbeilage für die jeweilige Darreichungsform sowie nach der ärztlichen Anordnung im jeweiligen Einzelfall.
 
Es handelt sich bei Metamizol um einen Wirkstoff, welcher in Österreich der Rezeptpflicht unterliegt. Die Dosierung erfolgt deshalb nach ärztlicher Weisung.
 
Der Arzt wird die Dosierung stets vom Gewicht eines Patienten, vom Allgemeinzustand, von der Höhe des Fiebers oder von der Stärke der Schmerzen abhängig machen.
 
Auch Säuglinge, Kinder oder Jugendliche können vorübergehend mit den Wirkstoff Metamizol behandelt werden. Bereits etwa 2 Stunden nach einer Einmalgabe sollten sich die Beschwerden und Symptome merklich bessern. Die Tageshöchstdosen betragen bei Jugendlichen bis zu 2600 mg und bei Erwachsenen über 53 kg Körpergewicht bis zu 3000 mg.

Anwendung in der Schwangerschaft und Stillzeit

Für die Anwendung in Schwangerschaft und Stillzeit liegen für den Wirkstoff Metamizol nur wenige Erfahrungswerte vor. Die Verträglichkeit für die Mutter und das ungeborene Kind können daher nicht zuverlässig beurteilt werden.
 
Es gilt jedoch als erwiesen, dass der Wirkstoff den Mutterkuchen durchdringt, und somit in den kindlichen Blutkreislauf gelangen kann. Obwohl in Tierexperimenten keine Schädigungen an Föten nachgewiesen werden konnten, sollte Metamizol im ersten Schwangerschaftsdrittel überhaupt nicht und danach nur nach strengster ärztlicher Indikationsstellung angewendet werden. Die Stoffwechselprodukte von Metamizol lassen sich auch in der Muttermilch nachweisen. Es sollte daher frühestens 72 Stunden nach der letzten Anwendung wieder gestillt werden.

Medikamente, die Metamizol beinhalten

Die Einführung des Wirkstoffs Metamizol auf dem österreichischen Arzneimittelmarkt erfolgte bereits im Jahre 1952 unter dem Arzneimittelnamen Novalgin. Nach Ablauf des Patentschutzes gibt es heute Präparate als sogenannte Generika aller Darreichungsformen hergestellt von einer Vielzahl pharmazeutischer Unternehmen. Es handelt sich dabei überwiegend um Monopräparate, das bedeutet, dass außer dem Wirkstoff Metamizol keine anderen arzneilichen Wirkstoffe enthalten sind.

Nebenwirkungen

Metamizol hat ein außergewöhnlich hohes Nebenwirkungspotenzial, es ist deshalb sogar in einigen Ländern ganz verboten.
 
In Österreich ist der Wirkstoff nach wie vor auf Rezept erhältlich. Metamizol kann toxisch auf verschiedene Körpergewebe einwirken und deshalb schwere Nebenwirkungen verursachen. Besonders das blutbildende System im Knochenmark kann empfindlich auf Metamizol reagieren. Bei einer beginnenden Verringerung der Zahl der weißen Blutkörperchen, Leukopenie, sollte das Arzneimittel deshalb sofort abgesetzt werden.
 
Weitere häufige Nebenwirkungen sind:
  • Blutdruckabfall mit Schocksymptomatik
  • Ausbildung eines großflächigen Hautausschlags, besser bekannt als Arzneimittelexanthem

Alle Patienten, die derart empfindlich auf Metamizol reagieren, dürfen zukünftig nicht mehr damit behandelt werden.

Darüber hinaus wirkt Metamizol auch nephrotoxisch, deshalb dürfen ebenfalls Patienten mit einer bekannten Nierenschwäche kein Metamizol erhalten.

Im Zusammenhang mit der Einnahme von Metamizol können auch psychische Nebenwirkungen, wie beispielsweise Verwirrtheit, Depression oder Konzentrationsschwäche auftreten.

Wechselwirkungen

Aufgrund möglicher Wechselwirkungen darf Metamizol nicht zusammen mit den Wirkstoffen Ciclosporin, Captopril, Lithium und Methotrexat verabreicht werden. Bei gleichzeitiger Verabreichung von Metamizol und Chlorpromazin, einem Neuroleptikum, kann es zu einem starken Abfallen der Körpertemperatur kommen.

Aufbewahrung

Medikamente mit dem Wirkstoff Metamizol sollten stets kühl, trocken und dunkel gelagert werden. Für die einzelnen Darreichungsformen müssen stets die Lagervorschriften des Herstellers aus der Packungsbeilage beachtet werden.
 
Nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums dürfen Medikamente auf keinen Fall mehr angewendet werden. Ebenfalls ist eine fachgerechte Entsorgung zu gewährleisten. Angebrochene Medikamentenflaschen mit dem Wirkstoff Metamizol sollten innerhalb von sechs Wochen bis zum Aufbrauchen gut verschlossen im Kühlschrank gelagert werden.

Warnhinweise, wann darf das Medikament nicht angewendet werden?

Metamizol darf nicht angewendet werden, bei einer nachgewiesenen Überempfindlichkeit gegen Substanzen aus der Gruppe der sogenannten Pyrazolone, zu denen auch Metamizol gehört.
 
Des Weiteren darf Metamizol bei folgenden Beschwerden nicht angewendet werden:
  • Bei schweren Funktionsstörungen von Leber und Nieren
  • Polytraumata
  • Verengungen der Herzkranzgefäße oder Herzinfarkt
  • Asthma
  • sehr hohem Fieber

Bei Patienten mit instabilem Kreislauf oder niedrigem Blutdruck ist die Gabe von Metamizol nur nach strenger ärztlicher Indikationsstellung gerechtfertigt. Dabei darf insbesondere die Tageshöchstdosis nicht überschritten werden.

Auch bei schlechtem Allgemeinzustand oder bei Patienten im höheren Lebensalter sollten nur schwache Dosierungen verwendet werden. Auch Patienten, die bereits auf andere Schmerzmittel der NSRA-Gruppe allergisch reagierten, sollten Metamizol ebenfalls nicht anwenden.

Weitere Informationen

Die Anwendung von Metamizol gilt bis heute als umstritten, obwohl der Wirkstoff immer noch großflächig stationär und ambulant verschrieben wird. Zurecht warnen Kritiker vor einem allzu inflationären Gebrauch. In Großbritannien, Schweden aber auch in Kanada, Australien und in den USA ist Metamizol aufgrund des hohen Potenzials an Neben- und Wechselwirkungen nicht zugelassen. Pharmakologen mahnen zu einem verantwortungsbewussten Umgang bei der Verschreibung.

Diese Informationen zum Medikament ersetzen weder ärztliche noch sonstige Fachberatung. Vor allem bei Nebenwirkungen oder für sonstige Informationen ist der behandelnde Arzt oder Apotheker beizuziehen.


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