Karies bei Kindern

Eine der häufigsten Infektionskrankheiten unserer industrialisierten Welt ist wohl Karies. Übersetzt man aus dem lateinischen Karies, bedeutet es soviel wie Fäulnis und Morschsein. Durch chemische Auflösungs- und Entkalkungsprozesse wird durch die Kariesbakterien die harte Substanz des Zahnes zerstört.

Prävention KariesEine gute Mundhygiene kann Karies vorbeugen. (Foto by: tan4ikk / Depositphotos)

Fast jeder Mensch ist im Laufe seines Lebens einmal davon betroffen. Prophylaktisch kann Zahnkaries mit einer guten Zahnpflege, regelmäßigen Zahnarztbesuchen und auch einer „zahngesunden“ Ernährung verhindert werden. Schon im Kindesalter sollte damit begonnen werden.

Was ist Karies?

Übersetzt man aus dem lateinischen Karies, bedeutet es soviel wie Fäulnis und Morschsein. Durch chemische Auflösungs- und Entkalkungsprozesse wird durch die Kariesbakterien die harte Substanz des Zahnes zerstört. Die Zahnoberfläche und der frei liegende Zahnwurzelbereich sind permanent Einflüssen von außen ausgesetzt. Im Mundraum sorgen spezielle Säuren für eine Entmineralisierung, bzw. für eine Remineralisierung. Kommt dieser dynamische Vorgang ins Ungleichgewicht, wird der gesamte Zahn von der Säure angegriffen und schlussendlich zerstört. Die Zahnkaries zählt zu den häufigsten Krankheiten unserer Zivilisation.

Nimmt man die Römer, litten nur etwa 30 % der Bevölkerung unter Karies, im 19. Jahrhundert waren es im Vergleich dazu schon 90 %. Heute sind gar 95 Prozent der Bevölkerung betroffen. Nicht nur die falsche Ernährung ist ausschlaggebend für eine Karieserkrankung, ebenso neigen hellhäutige Menschen und Frauen eher zu Karies, genauso wie Menschen in einem bestimmten Alter: zwischen vier bis acht, elf bis neunzehn und fünfundfünfzig bis fünfundsechzig Jahren. Auch bei den Zähnen an sich gibt es Unterschiede in der Häufigkeit: die oberen und hinteren Zähne, sowie beispielsweise die Zahnzwischenräume sind mehr von Karies betroffen.

Ursachen von Karies

Damit ein Zahn kariös wird, braucht es einen multifaktoriellen Prozess. Mehrere Faktoren sind also für die Entstehung von Karies verantwortlich. Das sind:

  • bestimmte Mikroorganismen, von Bakterien werden die Kohlenhydrate zu Säuren vergoren
  • die Zahnsubstanz
  • ein Substrat, kommt in der Nahrung vor wie Glucose (Kohlenhydrate)
  • die Zeit, die die Bakterien zur Ansiedlung und Vermehrung benötigen sowie auch die Plaquebildung

Halten sich zuckerhaltige Speisen über einen längeren Zeitraum auf den Zähnen, die bereits von Bakterien besiedelt sind, hat Karies freie Bahn. Auch der Speichel, vielmehr seine Zusammensetzung, ist für das Mundmilieu verantwortlich, in dem sich Karies wohl fühlt.

Bei Karies handelt es sich nicht um eine erbliche Erkrankung, allerdings haben manche Familien eine ähnliche Zahnform und leider oft die gleichen Essgewohnheiten. Darum kommt es oft zu familiären Häufungen für Karies.

Behandlung, Therapie und Komplikationen

Mädchen beim ZahnarztMeist wird der Kariesherd mit einem Bohrer unter örtlicher Betäubung entfernt. (Foto by: SergeyNivens / Depositphotos)

Der Zahnarzt erkennt Karies oft beim ersten Blick in den Mund des Patienten und beginnt auch sofort mit der entsprechenden Behandlung. Meist wird der Kariesherd mit einem Bohrer unter örtlicher Betäubung (wenn erforderlich) entfernt. Neu ist in der Zahnmedizin das Entfernen von Karies bei kleinen Defekten mittels Lasertechnik. Ist die Kariesbildung nahe am Zahnnerv gelegen, ist die Behandlung komplizierter. Oft muss der Zahnnerv zusätzlich mit einer Wurzelfüllung behandelt werden. Auch die gebohrte Zahnkrone wird wieder mittels spezieller plastischer Füllmaterialien gefüllt und so auch ästhetisch, stabil und funktional wiederhergestellt. Welche Füllung (Zahnersatz, Amalgam, etc.) optimal ist, bespricht der Zahnarzt mit dem Patienten vorab.

Lässt man seine Karies nicht behandeln, kann es zu schweren Formen von Karies kommen, Entzündungen sind die Folge. Oft hilft dann nur noch das Extrahieren (mechanische Ziehen) des betroffenen Zahnes.

Symptome von Karies

Bemerken kann man Karies durch augenscheinliche weiße Entkalkungszonen, dunklen Verfärbungen und bräunlichen Schmelzflecken auf den Zähnen oder Zahndefekten. Auch können sich bereits vorhandenen Füllungen lockern oder gar lösen. Ebenso deuten sporadische oder auch andauernde Zahnschmerzen auf eine beginnende Karieserkrankung hin und auch die Schmerzreaktion auf süße oder heiße/kalte Speisen können Anzeichen sein. Oft ist es allerdings so, dass man eigentlich gar nichts bemerkt und sich die Karies ungehindert und unbemerkt entwickeln kann.

Von Karies sind alle Altersstufen betroffen. Achtet man auf eine gute Mundhygiene und beginnen Eltern früh damit, ihre Kinder dahingehend zu motivieren, kann Karies mithilfe regelmäßiger Besuche beim Zahnarzt unter Kontrolle gehalten werden.

Prävention und was ich selbst tun kann

Da Karies ohne eine Bohrung nicht einfach heilen kann, ist es besonders wichtig, auf eine gute Mundhygiene zu achten. Dazu zählen das richtige, regelmäßige Putzen mit der richtigen Zahnbürste und der richtigen Technik. Zahnbürsten dürfen nicht älter als drei Monate sein, das Verwenden von Mundspülungen ist auch empfehlenswert.

Außerdem ist ein zumindest halbjährlicher Zahnarztbesuch sowie eine professionelle Zahnhygiene vom Zahnarzt anzuraten. Dabei werden unter anderem die Zahntaschen gereinigt und der Zahnstein entfernt. Die Zähne werden auch noch poliert. Eine Reinigung dieser Art ist prophylaktisch, wird aber leider von den Krankenkassen nicht bezahlt. Doch dieses Investition in seine eigenen Zähne lohnt sich allemal.

Eine weitere Vorbeugungsmaßnahme gegen Karies ist eine zahngesunde Ernährung. Damit sollte schon im Kleinkinderalter begonnen werden. Dabei ist nicht nur eine mäßige Ernährung mit Süßem wichtig, auch beispielsweise eine festere Nahrung ist vorteilhaft. Öfter mal einen Apfel oder eine Karotte essen fordert die mechanische Reinigung der Zähne und tut zudem auch noch der Figur gut. Vollwertige, fluoridreiche (Fisch, Krustentiere, Mineralwasser, schwarzer Tee) Nahrung und der Verzicht auf zu viel Süßes oder Lebensmittel mit einem hohen Gerbstoffgehalt (wie Wein) sind bereits gute Voraussetzungen für gesunde Zähne. Mindestens zweimal am Tag Zähneputzen ist die Regel.


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