Hühneraugen (Leichdorn, Krähenauge, Clavus)

Hühneraugen entstehen durch schlecht passende oder zu enge Schuhe. Es handelt sich um kegelförmige Verdickungen der Haut im Zehenbereich und an der Fußsohle, dem Fußrücken sowie der Ferse.

Hühnerauge Bei Hühneraugen handelt sich um kegelförmige Verdickungen der Haut. (Foto by: arvebettum / Depositphotos)

Schnell-Übersicht

  • Was sind Hühneraugen: Dabei kommt es zu einer verdickten Hornhaut, meist an der Unterseite der Füße, aber auch an Händen möglich, und sind oftmals schmerzhaft.
  • Symptome: Sichtbar ist das Hühnerauge durch eine deutliche Abhebung der Hornhaut auf der betroffenen Stelle. In der Mittel ist ein Sporn sichtbar, der nach Innen Schmerzen auslöst.
  • Ursachen: Häufiger Grund ist ein langanhaltender Druck auf eine bestimmte Hautstelle in Knochennähe, zum Beispiel durch falsches Schuhwerk oder eine Fehlstellung der Füße. Aber auch eine Virusinfektion kann Schuld sein. Hühneraugen auf den Fingern kommen vor allem bei Musikern häufig vor.
  • Behandlung: Sollte es am falschen Schuhwerk liegen, ist es wichtig dieses auszutauschen. Fußbäder und eine Hornhauthobel können helfen das Hühnerauge langsam abzutragen. Eine Entfernung ist aber auch über einen Hautarzt möglich.
  • Mögliche Komplikationen: Bei einer Eigenbehandlung ist große Vorsicht vor Verletzungen der Haut geboten, da es sonst zu weiteren Infektionen kommen kann.
  • Vorbeugung: Von Anfang an das richtige Schuhwerk ist besonders wichtig. Auch eine stetige Pflege der Hornhaut ist zu empfehlen.

Definition Hühneraugen

Bei Hühneraugen handelt es sich um Stellen verdickter Hornhaut, die sehr schmerzhaft sein können. Bezeichnet werden Hühneraugen unter anderem auch als Krähenauge, Leichdorn oder Clavus. In der Regel findet sich in einem Hühnerauge ein sogenannter kegelförmiger Sporn, dessen Spitze in das Innere Hornhautschwiele gerichtet ist.

Häufig sind Füße oder Zehen von Hühneraugen betroffen, aber beispielsweise auch an Händen können Hühneraugen bilden. So kann beispielsweise der Mittelfinger betroffen sein bei Menschen, die sehr häufig und lange mit Kugelschreiber oder einem anderen Stift schreiben.

Auch das Spielen verschiedener Musikinstrumente oder das Treiben verschiedener Sportarten kann die Bildung von Hühneraugen begünstigen. Bei gesunden Menschen führen Hühneraugen in der Regel nicht zu weiteren gesundheitlichen Problemen; einer Behandlung können sie in diesem Fall erfordern, wenn ein Leidensdruck aufgrund des Druckschmerzes durch das Hühnerauge entsteht.

Ursachen von Hühneraugen

Lang anhaltender Druck

Überwiegend ein Grund für Hühneraugen ist ein lang anhaltender und langwieriger Druck auf eine Hautpartie, die sich in relativer Knochennähe befindet. Um sich zu schützen, bildet die Haut an der entsprechenden Stelle eine Hornhautschwiele aus.

Falsche Schuhe

Befindet sich ein Hühnerauge an Fuß oder Zehen, so ist dies in einer großen Zahl der Fälle bedingt durch unpassendes bzw. zu enges oder hohes Schuhwerk. Hühneraugen an den Zehen bilden sich häufig nahe der Zehengelenke, ist die Fußsohle von Hühneraugen betroffen, so befinden sich diese meist in der Nähe des Mittelfußknochens.

Fehlstellungen des Fußes

Neben unpassendem Schuhwerk können auch Fehlstellungen des Fußes die Entstehung von Hühneraugen fördern. Zu solchen Fehlstellungen zählen beispielsweise der Senk- oder Spreizfuß, aber auch Fehlstellungen, die durch arthrotische Prozesse hervorgerufen werden (beispielsweise die Zehengelenke betreffend). Da durch Fehlstellungen des Fußes häufig einzelne Stellen stärker belastet werden, kann es zu einem hohen mechanischen Druck kommen, der das Bilden von Hühneraugen verursacht.

Virusinfektionen

In seltenen Fällen können außerdem verschiedene lokale Virusinfektionen ursächlich für die Entstehung von Hühneraugen sein. Auch der Kontakt mit Giften, wie beispielsweise Arsen, kann zur Entstehung von Hühneraugen führen.

Symptome bei Hühneraugen

Zu den Symptomen bei Hühneraugen zählen zunächst sichtbare Hautveränderungen an den betroffenen Stellen: Die Hornhaut verdickt sich und es kommt zu Erhebungen, die an die Augen eines Vogels erinnern können (daher stammt auch die Bezeichnung des Hühnerauges).

Die Hornhaut hebt sich in der Regel weißlich von der umgebenden Haut ab. Hierauf lässt sich unter anderem auch die Bezeichnung 'Leichdorn' zurückführen, die Bezug nimmt auf abgestorbenes Gewebe.

Innerhalb des Hühnerauges entwickelt sich ein sogenannter Sporn, dessen Spitze dem Inneren des Hühnerauges zugewendet ist. Übt dieser Sporn zusätzlichen Druck auf einen unter dem Hühnerauge liegenden Knochen und auf die Lederhaut aus, so kann dies Nervenstränge reizen, was zu starken Schmerzen führen kann.

Aufgrund der starken Schmerzen, die durch ein Hühnerauge verursacht werden können, kann es in der Folge auch zu Beschwerden beim Laufen kommen; vor allem ältere Menschen können so weiter in ihrer Mobilität eingeschränkt werden.

Sind Erkrankungen bekannt wie Diabetes mellitus, so können Hühneraugen beitragen zu sogenannten Ulkusbildungen (also zu Bildungen tief liegender Geschwüre) oder zu einer diabetischen Gangrän (einer Zerstörung von Gewebe aufgrund von mangelnder Blutversorgung) der Zehen.

Untersuchungen & Diagnose

In der Regel zählt zu einer ärztlichen Untersuchung von Hühneraugen zunächst eine sogenannte Anamnese, also ein Gespräch mit dem Betroffenen, um Informationen zu erhalten über dessen bisherige Krankheitsgeschichte. Der Fokus liegt dabei üblicherweise auf dem Besprechen von Ursachen und der Entstehung eines oder mehrerer Hühnerauge(n).

Während einer folgenden Untersuchung erweist sich in der Regel ein starker Schmerz als Reaktion auf äußeren Druck als typisch für das Vorliegen eines Hühnerauges. Häufig wird bei Vorliegen eines Hühnerauges weiterhin ein Senk-Spreizfuß diagnostiziert; ist dies der Fall, befindet sich das Hühnerauge in der Regel an der Fußsohle in der Nähe der Mittelfußköpfchen.

Gelegentlich wird bei Vorliegen eines Hühnerauges zusätzlich eine sogenannte Hallux valgus-Bildung diagnostiziert; das bedeutet, dass sich die Großzehe in Richtung der übrigen Zehen verschiebt.

Um ein Hühnerauge festzustellen, ist nur sehr selten eine Röntgenuntersuchung notwendig.

Behandlung, Therapie & Komplikationen

Passende Schuhe

Ist ein Hühnerauge verursacht durch nicht sitzendes Schuhwerk, so empfehlen Mediziner in der Regel zunächst das Zulegen eines geeigneten Schuhwerks. So soll das Hühnerauge vom auf ihm lastenden chronischen Druck befreit werden.

Um dies zu gewährleisten, gibt es die Möglichkeit, auf orthopädisches Schuhwerk oder Einlagen zurückzugreifen oder Schuhe anfertigen zu lassen, die dem eigenen Fuß angepasst sind. Das Tragen von orthopädischen Einlagen wird weiterhin empfohlen, wenn Fußfehlstellungen ursächlich für die Entstehung von Hühneraugen sind.

Hornhaut entfernen

Behandlung Hühnerauge Bei einer Pediküre wird die Hornhaut entfernt. (Foto by: igterex / Depositphotos)

Ein nächster Therapieschritt kann nun darin bestehen, die gebildete Hornhaut schrittweise abzutragen. Betroffene selbst können damit beispielsweise beginnen, in dem sie warme Fußbäder nehmen und im Anschluss die aufgeweichte Hornhaut beispielsweise mit einem geeigneten Hornhauthobel oder einer Hornhautfeile abtragen. Dabei wird allerdings zur Vorsicht geraten: Es bedarf mehrerer Anwendungen, um die Hornhaut eines Hühnerauges zu entfernen.

Während einer Anwendung sollte vermieden werden, dass es zu Verletzungen der Haut kommt, da so die Infektionsanfälligkeit an der betroffenen Stelle steigt (besonders riskant ist das für Menschen mit weiteren Erkrankungen wie beispielsweise Diabetes mellitus).

Im Zweifel wird empfohlen, eine Hornhautentfernung durch einen Mediziner oder Podologen durchführen zu lassen. Durch Mediziner oder Podologen ist es weiterhin möglich, starke Hornhaut mit Hilfe eines Skalpells abzutragen - Mediziner raten allerdings dringend davon ab, als Betroffener selbst Hühneraugen mit spitzen Gegenständen zu behandeln.

Prävention & was kann ich selbst tun

Passende Schuhe

Eine wichtige Prävention liegt zunächst im aufmerksamen Auswählen geeigneten Schuhwerks. Das Schuhwerk sollte so gewählt werden, dass kein Druck auf den Fuß ausgeübt wird; meist entstehen Hühneraugen, die durch zu enges Schuhwerk hervorgerufen werden, an den Zehen.

Hornhautpflaster

Um kurzfristig Druck auf bestimmte Stellen zu mindern, können auch Hornhautpflaster angewendet werden - durch deren weiche Oberfläche kann sich der Druck besser verteilen. Allerdings erfüllen nach Expertenaussage nicht alle Formen des Hornhautpflasters diese Aufgabe ausreichend.

Fußbad und Pflege

Fußbad Ein Fußbad wirkt entspannend und kann dabei helfen Hühneraugen vorzubeugen. (Foto by: saphira / Depositphotos)

Ein regelmäßiges Baden der Füße und Pflegen mit rückfettenden Salben sorgt dafür, dass die Haut weich bleibt, wodurch das Risiko sinkt, dass sich Hornhaut entwickelt.

Keratolytika

Gegen bestehende Hornhaut sind in Apotheken beispielsweise auch sogenannte Keratolytika erhältlich: Verschiedene Substanzen sind dabei auf Pflaster aufgebracht, die auf verhornte Stellen geklebt werden sollen. Hautärzte raten hier allerdings zur Vorsicht und dazu, das Pflaster nicht mit intakter Haut in Berührung kommen zu lassen, da diese sonst beschädigt werden kann.

Übungen zur Stärkung der Fußmuskulatur

Bestehen Fehlbelastungen des Fußes, so können neben orthopädischen Maßnahmen auch gezielte gymnastische Übungen zu Hause durchgeführt werden, die die Muskulatur des Fußes stärken und Fehlstellungen entgegen wirken können.


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ICD-10: L84 mehr Infos


Autor: Dr. med. Eckhard Schröder
Infos zum Autor: Facharzt für Dermatologie & Medizinjournalist
Erstellt am: 01.03.2010
Überarbeitet am: 17.09.2020

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User Kommentare

emily
emily am 20.12.2016 um 12:32 Uhr

in früheren Jahren litt ich sehr häufig unter Hühneraugen - bis ich das Schuhwerk gewechselt habe und nun auf qualitativ hochwertige Schuhe setze - seitdem keine Hühneraugen mehr!

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