Hautkrebs-Früherkennung: Ablauf, Durchführung und Wissenswertes

Eine regelmäßige Früherkennung von Hautkrebs reduziert die langfristige Gefahr eines sich ausbreitenden Geschwürs auf dem größten Organ des Menschen beträchtlich. Sinnvoll ist eine regelmäßige Selbstuntersuchung und ab dem 35. Lebensjahr alle zwei Jahre ein Hautkrebs-Screening (Hautkrebs-Früherkennung).

Vorsorgeuntersuchung beim HautarztEine Hautkrebs-Früherkennung ist sehr wichtig, denn sie kann Leben retten. (Foto by: bertys30 / Depositphotos)

Die Haut ist ein ständiges Abbild des natürlichen Alterungsprozesses. Im Laufe des menschlichen Lebens macht sie einige Veränderungen durch. Neben einer gesteigerten Faltenbildung nimmt auch die Anzahl an Pigmentierungen drastisch zu. Je nach Veranlagung und Sonnenexposition kann dies bereits in frühen Lebensabschnitten vorkommen.
 
Viele der neuen Flecken gelten als völlig harmlos, doch manchmal verbirgt sich dahinter gefährlicher Hautkrebs. Dieser muss zudem nicht immer als schwarzes Melanom auftreten und wird daher in manchen Fällen nicht sofort als Tumor erkannt.
 
Ozonlöcher, ausgedehnter Strandurlaub und nachlässiger Umgang mit der Hautgesundheit im Allgemeinen stellen permanente Risikofaktoren dar.

Für welche Personengruppe ist das Hautkrebs-Screening gedacht?

In Österreich wird die jährliche Hautkrebs-Vorsorge von den Krankenkassen übernommen. Vor allem Personen, die regelmäßig Sonnenbaden oder auch in höheren Gebirgsregionen unterwegs sind, profitieren von dem Hautkrebs-Screening.
 
Tendenziell gelten die Untersuchungen spätestens ab dem 35. Lebensjahr als sinnvolle Schutzmaßnahme.
 
Menschen mit einem klar erhöhten Krebsrisiko (familiäre Belastung, heller Hauttyp), vorgeschädigter Haut oder auffälligen Muttermalen sollten sich alle jährlich einem Test unterziehen.
 
Ansonsten genügt eine Kontrolle jedes zweite Jahr. Eine klare Altersgrenze zu ziehen, fällt allerdings schwer. Auch in jungen Lebensjahren kann unvorsichtiges Verhalten die Entstehung von Hautkrebs begünstigen.
 
Somit sind theoretisch alle Personen aus jedem Alterskreis für das Präventionsangebot relevant. Denn je früher ein Krebsgeschwür auf der Haut entdeckt wird, desto höher liegen in der Regel die Heilungschancen.

Welche Symptome sollten Anlass zu einer Untersuchung geben?

Aufmerksamkeit ist das beste Rezept zur Erkennung von Hautkrebs. Typische Warnsignale stellen Pigmentflecken dar, die nach den Kriterien der ABCDE-Regel auffällig erscheinen.
 
Darunter gehören sichtbare Veränderungen in Farbe, Form und Größe über einen überschaubaren Zeitraum.
 
Blutungen oder sichtbare Reizungen von Pigmentierungen sollten Anlass für eine Untersuchung geben.
 
Weißer Hautkrebs zeichnet sich durch eine raue, krustige Hautoberfläche aus. Weisliche Beläge vor allem auf Schleimhäuten gelten außerdem als verdächtig. Diese Krebsart kann auch auf der Zunge oder in der Mundhöhle ausbrechen.
 
Eine grundlegende Veranlagung zur Ausbildung von Pigmentflecken und Sommersprossen gilt als ein weiterer Prüfungsindikator. Solche Menschen profitieren besonders von einer regelmäßigen Kontrolle auch ohne akute Symptome.

Welcher Arzt ist der richtige Ansprechpartner?

Zuständige Anlaufstellen sind Allgemeinmediziner mit zusätzlicher Weiterbildung, Ärzte für innere Allgemeinmedizin sowie Haut- und Geschlechtskrankheiten.

Vorbereitung vor der ersten Untersuchung

Beim Vorsprechen bezüglich auffälliger Hautveränderungen oder einer grundlegenden Körperinspektion sind für Patienten bestimmte Regeln zu beachten:
  • Körperschmuck und andere störende Accessoires können den Arzt die Sicht nehmen und erschweren die Untersuchung unnötig. Daher sollten solche Gegenstände vor dem Screening abgelegt werden.
  • Gleiches gilt für Nagellack und künstliche Fingernägel: Hautkrebs kann ebenfalls unter dem Fingernagel entstehen.
  • Problematisch ist auch der Gebrauch von Make-Up. Besonders bei hellen Hauttypen wird der ebenso gefährliche, weiße Hautkrebs (Spinaliom, Basallzellkarzinom) ansonsten leicht übersehen.
  • Kurze Behaarung gilt für den prüfenden Blick auf die Kopfhaut als vorteilhaft. Aber auch bei längerem Haar können einfache Maßnahmen die Inspektion erleichtern. Teilnehmer des Hautkrebs-Screenings sollten auf das Tragen von ausgefallenen Frisuren mit festigendem Haarspray oder Gels verzichten. Am besten ist es, das Haar möglichst sauber sowie offen ohne Zöpfe oder Strähnen zu halten.

Ablauf des Hautkrebs-Screenings

Zu Beginn eines Hautkrebs-Screenings fragt der Arzt im Rahmen der Anamnese zunächst nach persönlichen Risikofaktoren, die eine Entstehung von Hauttumoren eventuell begünstigen könnten.
 
Darunter fallen:
  • familiäre Häufungen bei Krebserkrankungen
  • Freizeitgestaltung unter freiem Himmel
  • Besuch von Sonnenbänken
  • diverse Grunderkrankungen

Die Einteilung des individuellen Hauttyps spielt bei der Beurteilung ebenfalls eine wichtige Rolle. Besonders hellhäutige Personen gelten als ausgesprochen anfällig für Hautschäden durch längere UV-Belastung.

Im Anschluss inspiziert der Mediziner die gesamte Haut des Körpers mit seinen bloßen Augen. Spezielle Geräte kommen dabei vorerst nicht zum Einsatz. Lediglich eine helle Lampe leuchtet die Hautareale gut sichtbar aus. Kopfhaut, Schleimhäute, After und der Genitalbereich werden ebenfalls in Augenschein genommen. Bereits vorhandene Leberflecken und Muttermale stehen ebenfalls im Fokus.

Erkennt der behandelte Arzt eine verdächtige Hautstelle, nimmt er zunächst eine Biopsie vor. Die ausgeschnittene Hautprobe wird in spezialisierten Labors exakt analysiert. Insgesamt veranschlagt das gründliche Vorgehen etwa 10 bis 15 Minuten. Bestätigt sich letztendlich die Vermutung, folgt die Besprechung über das weitere Vorgehen.

Kleinere Pigmentflecken lassen sich bereits während der Untersuchung komplett entfernen. Dennoch muss eine gründliche Untersuchung auf eventuelle Ausbreitungen von Krebszellen erfolgen. Erst danach kann der Arzt endgültig Entwarnung geben.

Liegen keinerlei Anzeichen für eine Tumorbildung vor, steht eine Terminvereinbarung des Patienten für die nächsten Jahre zur regelmäßigen Hautkontrolle aus. Zusätzlich gibt der Arzt nützliche Hinweise für das alltägliche Leben, um die persönliche Chance auf eine Erkrankung möglichst niedrig zu halten.

Auflichtmikroskopie als Zusatzleistung

Die Dermatoskopie gilt als zusätzliche Leistung, die nur im konkreten Verdachtsfall zur eindeutigen Identifizierung bei unklarem Hautbild zum Einsatz kommt. Meist wird diese von einem Dermatologen angewandt.
 
Das Gerät besitzt eine Lupe mit starker Lichtquelle. Vorteil des Auflichtmikroskops ist die sehr genaue Analyse der einzelnen Hautschichten mit einem hohen Vergrößerungsfaktor bei exzellenter Sicht. So lassen sich sogar leichte Veränderungen in tiefen Hautregionen noch mit einem geschulten Auge ausmachen.
 
Die gesetzliche Krankenkasse in Österreich übernimmt keinerlei der entstehenden Kosten im Rahmen eines präventiven Körperchecks.
 
Moderne Auflichtmikroskope arbeiten mit einem digitalen Verfahren und zeichnen die Momentaufnahmen automatisch auf. Dadurch erleichtert sich der direkte Vergleich mit vorhergehenden Untersuchungen. Kurzfristige und langfristige Veränderungen des Hautbildes kann der behandelnde Arzt mit dieser Technik gezielter zuordnen.

MuttermalIn erster Linie sollten Menschen ihre Muttermale einmal im Monat selbst genau untersuchen. (Foto by: belchonock / Depositphotos)

Aussicht auf erfolgreiche Therapie

Zeit bleibt wie bei vielen bösartigen Krebserkrankungen der wohl entscheidende Faktor bezüglich der Heilungschancen. Deshalb werden Vorsorgeuntersuchungen bei Menschen durchgeführt, die allgemein noch keine konkreten Beschwerden aufweisen.
 
Hauttumore müssen sich zunächst durch die verschiedenen Hautschichten fressen. Erst dann gelangen sie in die Blutbahn und fangen mit der Metastasenbildung im gesamten Körper an. Solange der Tumor nicht streut, liegen die Heilungsaussichten durch einen operativen Eingriff äußerst gut. Hauttumoren im Frühstadium besitzen eine fast hundertprozentige Aussicht auf vollkommene Genesung.

ABCDE-Regel

Nach der ABCDE-Regel wird die Veränderung von potenziell verdächtigen Arealen auf der Haut genau dokumentiert. Eine spontane Blickdiagnose gilt als unzuverlässig, da Hautkrebs sehr in seinem Erscheinungsbild variiert. Dennoch fasst diese Regel Grundmerkmale zusammen, nach denen ein Arzt auffällige Flecken und Verfärbungen zuordnet.
 
Außerdem gilt Juckreiz in Verbindung mit Entzündungen oder leichten Blutungen auf bekannten Malen als möglicher Hinweis auf eine Entartung. Zwar kann nur ein Hautarzt eine kompetente Gesamtbeurteilung abgeben, aber Eigeninitiative bei der Prävention vor dem malignen Melanom ( schwarzer Hautkrebs) im privaten Umfeld ist auch mit der ABCDE-Regel leicht realisierbar. Aufmerksames Beobachten zahlt sich also aus.

A für Asymmetrie

Flecken mit einer ungleichmäßigen Form gelten als verdächtig. Vorsicht ist dann geboten, wenn sich im Laufe des Beobachtungszeitraumes die Silhouette eindeutig verändert. Ovale oder längliche Ausprägungen liefern dagegen kein direktes Indiz für eine Erkrankung.

B für Begrenzung

Eine unklare Abgrenzung zu umgebenden Hautzellen stellt ebenfalls ein Risiko dar. Ausgefranste, verwischte oder gräuliche Ränder gehören daher abgeklärt.

C für Color (Farbe)

Krebsbefall der Haut äußerst sich unter anderem auch durch eine ungleichmäßige Pigmentierung. Dunkle Flecken in einem helleren Areal oder gar rosafarbene Einschüsse könnten auf ein malignes Melanom hindeuten. Eine Untersuchung durch den Facharzt ist dann dringend angeraten.

D für Durchmesser

Wird eine Hautveränderung mit einem Durchmesser von mehr als zwei bis sechs Millimeter bemerkt oder hat diese eine halbkugelige Form, so sollte ein Arzt aufgesucht werden.

E für Evolution

Generelle Veränderungen in Ausprägung wie Form, Farbe und Erhabenheit weisen auf unkontrolliertes Zellwachstum hin.

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