Der Tennisarm (Tennisellenbogen)

Zwar haben Tennisspieler vermehrt dieses Problem, dennoch ist die Beschwerde des Tennisarms nicht an das namensgebende Spiel gebunden. Heutzutage lässt sich dieses Problem bereits gut behandeln.

Der Tennisarm Ab Mitte 40 steigt das Risiko an einem Tennisarm zu leiden. (Foto by: Amaviael / Depositphotos)

Tennisarm ohne Tennis zu spielen?

Ich habe einen Tennisarm, habe jedoch noch nie einen Tennisschläger in der Hand gehabt. Kann das sein? Ja kann es.

Oft treten diese Beschwerden bei Tennis- oder Squashspielern auf. Jedoch klagt  die überwiegenden Mehrheit der Patienten über diese Schmerzen bei Alltagsbelastungen.

Im Tennis ist diese Erkrankung sehr häufig. Deshalb wurde auch Ende des 19. Jahrhunderts der Tennisarm vom britischen Arzt Henry Morris nach der Sportart benannt.

Ursachen für den Tennisarm

Der Epicondylus lateralis humeri, oder einfach Tennisarm bzw. Tennisellbogen, entsteht durch permanente Überlastung des Armes. Auch einfach durch eine falsche Haltung können die Beschwerden im Unterarm entstehen. Die Schmerzen sind oft bis in die Hand spürbar. Vor allem bei Drehungen des Armes treten starke Beschwerden auf.

Frauen und Männer sind in etwa gleich oft von dieser Erkrankung betroffen. Vor allem ab dem 45. Geburtstag kann man vermehrt mit einem Tennisarm rechnen, da hier das Gewebe der Sehnen nicht mehr so elastisch ist.

Was bedeutet ein Tennisarm medizinisch gesehen?

Der Epicondylus lateralis ist ein kleiner Knochenvorsprung an der Außenseite des Ellenbogens. Dort setzen die Sehnen für die Streckmuskulatur des Handgelenks und der Finger an. (Es existiert auch ein Epicondylus medialis an der Innenseite. Dieser ist allerdings für den Golferellenbogen verantwortlich.)

Die Schmerzen sind Folge einer Überlastung durch permanente Mikrotraumen. Diese entstehen durch lange einseitige Beanspruchung oder Fehlhaltungen, da hier die Sehnen über den Knochen reiben.

Hält die Überbelastung zu lange an, ist es für die Sehne aufgrund der langsamen Zellteilung nicht möglich sich selbst zu heilen.

Tennisarm: was tun?

Beginnt die Behandlung des Tennisarms bereits im Frühstadium der Erkrankung lassen sich mit Physiotherapie gute Erfolge erzielen. Die Stärkung der Muskeln hilft die verletzten Sehnen wieder zu entlasten. In der akuten Phase der Beschwerden ist Ruhe und Kälte äußerst wichtig, um die Schwellung zu beseitigen.

Kortison und Akupunktur

Lange Zeit war die Injektion von Kortison, das Mittel der Wahl, allerdings schädigt Kortison längerfristig die Sehnen. In den letzten Jahren gewinnt die Behandlung mit Platelet Rich Plasma (PRP) immer mehr an Bedeutung. Dabei wird Blut entnommen, aufbereitet, und wieder injiziert, damit es regenerativ auf die Sehne wirkt.

Im Jahr 2014 wurde allerdings festgestellt, dass kein Unterschied im Heilungsverlauf des Tennisarm besteht, wenn PRP oder eine Placeboflüssigkeit injiziert wird.

Daraus ergab sich, dass alleine das Setzen der Nadeln bereits den Heilungsprozess fördert.

Und genau hier setzt die TCM mit der Akupunktur an. Durch das Setzen der Nadeln werden Selbstheilungsprozesse in Gang gesetzt. Bereits nach den ersten Behandlungen lassen sich deutliche Fortschritte im Schmerzempfinden feststellen. Und das Ganze noch dazu frei von Nebenwirkungen.

Dieser Artikel wurde von Dr. Sabina Wansch verfasst. Mehr Informationen und Kontaktinfos findet man: HIER


Bewertung: Ø 4,8 (45 Stimmen)

Autor: Dr. Sabina Wansch
Infos zum Autor: https://www.dr-wansch.at/
Erstellt am: 10.07.2020
Überarbeitet am: 04.08.2020

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