Handschmerzen

Schmerzen der Hand sind ein Problem, das die Menschheit vermutlich immer haben wird. Früher waren sie vor allem ein Leiden der Handwerker und der hart arbeitenden Bevölkerung, die ihre Hände nicht schonen konnte und sie auch einmal gefährden musste, um im Alltag zu bestehen. Heute hingegen findet man Handschmerzen vor allem bei Sportlern oder Büroarbeitskräften, die ihren Tag tippend vor dem PC verbringen und es sich ebenfalls nicht leisten können, die Hände auch einmal zu schonen. Wenn es sich um dauerhafte, starke Schmerzen handelt, die nicht von alleine wieder verschwinden, sollte man die schmerzende Hand einem Arzt vorstellen, bevor das Problem noch schlimmer wird.

HandschmerzenVerletzungen, Gelenkschäden oder Entzündungen in der Hand können der Grund für Handschmerzen sein. (Foto by: Vonschonertagen / Depositphotos)

Als Schmerzen der Hand werden Beschwerden bezeichnet, die meist von Muskeln, Knochen oder Sehnen in der Hand ausgehen. Sie können mit einer einfachen Überlastung zusammenhängen, was nicht selten ist, wenn die Hände einer neuen, ungewohnten Tätigkeit nachgehen müssen. Genau wie andere Körperteile auch können sie dadurch Muskelkater entwickeln, Muskeln und Sehnen werden überdehnt oder gar verletzt.

Handschmerzen entstehen auch dann, wenn die Knochen der Hand betroffen sind, was bei einem Bruch oder einer Fraktur der Fall sein kann. Beides wird nicht immer erkannt, bei der Fraktur ist das sogar recht wahrscheinlich. Handschmerzen sind ein sehr allgemeiner Begriff, der sich weit fassen lässt und jeden Schmerz beschreiben kann, der in Hand, Fingern und sogar noch am Handgelenk auftritt.

Mögliche Ursachen

Handschmerzen haben viele offensichtliche Ursachen; manchmal ist der Auslöser aber auch nicht allzu leicht zu finden.

Wenn die Beschwerden nach einer Verletzung auftreten, beispielsweise beim Sport oder in der Zeit nach der sportlichen Betätigung, kann man davon ausgehen, dass dieser der Grund für sie war. Es muss dabei zu keiner offenen oder nicht so deutlich erkennbaren Verletzung gekommen sein, Sportverletzungen der Hand machen sich oft erst nach einiger Zeit als Problem mit Behandlungsbedarf bemerkbar.

Möglich sind einfache Überlastungen bis hin zu unscheinbaren Knochenbrüchen, die sich nicht wie typische gebrochene Knochen verhalten.

Genauso in Frage kommt allerdings auch die Tätigkeit am PC oder mit dem Stift. Wer solche Arbeiten von einem Tag auf den anderen in größeren Mengen erledigen muss, überdehnt schnell einmal Sehnen und überlastet die Hand, sodass sie schmerzt. Selbst dadurch kann es zu starken Schmerzen kommen.

Gelegentlich zieht man sich die Verletzung auch zu, ohne sich dessen bewusst zu sein, etwa durch eine ungesunde Haltung im Schlaf. Die Handschmerzen treten am Folgemorgen oder im Laufe des Tages auf.

Seltener sind eingeklemmte Nerven im Bereich der Hand, die diese betreffen oder direkt mit ihr zusammenhängen.

Untersuchung und Diagnose

Handschmerzen werden oft nicht ernst genug genommen; dabei ist bereits leichter, aber anhaltender Schmerz ein Grund für eine ärztliche Untersuchung. Der Arzt wird zunächst untersuchen, ob er äußerlich eine Quelle der Verletzung feststellen kann. Bei Verletzungen unter der Haut entsteht manchmal ein Bluterguss, der schon darauf hindeuten kann, was das Problem ist. Zur Regel gehört auch eine Röntgenuntersuchung der Hand, um Auffälligkeiten sofort feststellen zu können.

Untersuchung HandschmerzLeichter, aber anhaltender Handschmerz sollte ein Grund für eine ärztliche Untersuchung sein. (Foto by: Wavebreakmedia / Depositphotos)

Wenn ein eingeklemmter Nerv vermutet wird, muss in der Regel eine Computertomographie (CT)-Aufnahme der Hand angefertigt werden, da nur auf diese Weise auch die Nerven zu sehen sind. In den meisten Fällen jedoch kann der Arzt anhand der Abtastung sowie der Röntgenbilder bereits feststellen, was das Problem ist, und kann eine Behandlung einleiten.

Behandlung durch den Arzt

Knochenbrüche der Hand werden nur sehr selten operativ behandelt. Meist genügt es, die Hand zu schienen, sodass der Patient sie nicht unnötig bewegt und den Heilungsprozess verlangsamt oder komplizierter macht, als er sein muss. Eingeschränkt kann man die Hand trotzdem noch benutzen.

Sportverletzungen wie Überdehnungen, Zerrungen oder Kapselrisse werden ebenfalls ruhig gestellt.

Unter Umständen wird auf die intakte Haut eine schmerzstillende Salbe aufgetragen, die die Schmerzen unmittelbar nach der Verletzung beendet und dafür sorgt, dass der Patient nicht leidet. Sportverletzungen können erhebliche Schmerzen bereiten, auch wenn sie alles andere als lebensbedrohlich sind. Je nach Ursache der Handschmerzen wird der Patient die Anweisung bekommen, selbst mit schmerzstillender Creme weiterzuarbeiten oder zu einem Verbandswechsel und einer Nachkontrolle noch einmal in der Praxis zu erscheinen.

Behandlung zu Hause

Patienten mit Handschmerzen können selbst viel tun, um die Beschwerden zu lindern und dafür zu sorgen, dass sie schnell wieder verschwinden. Zu Hause empfiehlt es sich, schmerzstillende Creme zu verwenden oder je nach Art der Verletzung zu kühlen oder zu wärmen. Wenn die Hand verbunden wurde, fällt die Creme natürlich aus - Hitze oder Kälte kann man aber trotzdem noch einsetzen.

Die verletzte Hand sollte zudem nicht unnötig belastet werden, weder durch die Arbeit noch durch die Aufgaben im Haushalt. Notfalls bittet man eine andere Person darum, die Aufgaben kurzzeitig zu übernehmen, die man selbst nicht mehr ausführen kann.

Handschmerzen werden gerne einmal unterschätzt, sobald sie abgeebbt sind, obwohl die Hand nach wie vor geschont werden muss. Wird die verletzte Hand jedoch zu früh belastet, kann ein leichter Schmerz chronisch werden und man leidet auch dann noch unter der Ursache, wenn der Verband längst wieder entfernt wurde. Daher sollte man sich unbedingt an die Anweisungen des Arztes halten und selbst darauf achten, dass man die Hand nicht stärker belastet, als momentan gut für sie ist.


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