Gelenkpunktion

Im Zuge einer Gelenkpunktion saugt der Arzt/die Ärztin entweder mit einer Nadel Gelenkflüssigkeit (aus einer Gelenkhöhle) ab oder spritzt Flüssigkeit ins Gelenk. Die Gelenkpunktion eignet sich sowohl zu Untersuchungszwecken als auch als Therapie.

Gelenkpunktion Eine Gelenkpunktion kann entweder zur Diagnostizierung oder auch als Therapie vorgenommen werden. (Foto by: imagepointfr / Depositphotos)

Schnell-Übersicht

  • Was geschieht bei einer Gelenkpunktion?
    In das betroffene Gelenk wird von einem Arzt eine Kanüle eingeführt. Die Gelenksflüssigkeit wird mit einer Spritze abgesaugt und in ein Labor geschickt.
  • Wozu wird eine Gelenkpunktion eingesetzt?
    In der Regel werden Gelenkpunktionen dann vorgenommen, wenn sich Flüssigkeit darin angesammelt hat, beispielsweise nach Verletzungen (Bsp: Knorpel- oder Miniskus Schäden) oder bei bestimmten Erkrankungen (Bsp: Rheuma, Gicht).
  • Was sind die Risiken einer Gelenkpunktion?
    Gelenkpunktionen sind zum Großteil risikofrei.

Durchführung einer Gelenkpunktion

Unter sterilen Bedingungen führt der Arzt/die Ärztin (eventuell unter Ultraschallkontrolle) eine Kanüle in das bestimmte Gelenk ein, durch die er Gelenkflüssigkeit mit einer Spritze absaugen kann.

Diese Gelenkflüssigkeit wird im Labor untersucht. Die genaue Analyse der Flüssigkeit gibt Aufschluss über mögliche Erkrankungen wie einer Gelenkentzündung.

Solle es nötig sein, Medikamente wie Schmerzmittel oder Kortisonpräparate in das Gelenk einzubringen, kann dies über die eingesetzte Kanüle erfolgen. Eine Gelenkpunktion ist in der Regel schmerzfrei und kann ambulant durchgeführt werden.

Anwendungsgebiete

Erkrankungen, die zu einem Gelenkerguss führen, sind die typischen Anwendungsgebiete für eine Gelenkpunktion. Oft entstehen Gelenkergüsse aufgrund frischer Verletzungen wie einem Meniskusschaden, aber auch bei Erkrankungen wie Arthrose oder Gicht kann es zu Flüssigkeitsansammlungen in den Gelenken kommen.

Ärzte Untersuchung Gelenkpunktion In der Regel ist eine Gelenkpunktion risiko- und komplikationslos. (Foto by: michaeljung / Depositphotos)

Wird eine Gelenkpunktion aus diagnostischen Gründen ausgeführt, unterscheidet man:

  • Die diagnostische Gelenkpunktion, wobei der Arzt/die Ärztin Flüssigkeit entnimmt, welche anschließend auf mögliche Erkrankungen untersucht wird.
  • Die therapeutische Gelenkpunktion, wobei entweder Flüssigkeit oder Blut abgesaugt wird oder ein entsprechendes Medikament wie Kortison in das Gelenk injiziert wird.

Mögliche Risiken und Komplikationen

In der Regel ist eine Gelenkpunktion risiko- und komplikationslos. Selten kann es zu Verletzungen oder Blutungen im Gelenk kommen oder allergische Reaktionen auf verabreichte Medikamente treten auf. Zu Infektionen kommt es nur, wenn die sterilen Bedingungen nicht fachgemäß sind.

Fazit

Eine Gelenkpunktion kann entweder zur Diagnostizierung oder auch Therapie bei Gelenken wie Schulter- oder Kniegelenken vorgenommen werden. Durch eine Kanüle entnimmt der Arzt/die Ärztin Flüssigkeit um sie auf mögliche Erkrankungen zu untersuchen oder er spritzt Medikamente in das Gelenk. Die Gelenkpunktion ist zumeist eine unbedenkliche, schmerzfreie Untersuchungs- und Therapiemethode.


Bewertung: Ø 4,0 (7 Stimmen)

Autor: FitundGesund Redaktion
Infos zum Autor: Medizinredakteure und Journalisten
Erstellt am: 30.08.2010
Überarbeitet am: 31.01.2020

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Bronchoskopie

Bronchoskopie

Mit einer Bronchoskopie ist es möglich die Bronchien und deren Verzweigungen mithilfe eines durch die Luftröhre eingeführten Geräts genauer zu untersuchen.

weiterlesen
Herzkranzgefäßerweiterung

Herzkranzgefäßerweiterung

Ein perkutane transluminale coronare Angioplastie, kurz PTCA genannt, beschreibt ein gängiges Verfahren um verengte Herzkranzgefäße zu weiten.

weiterlesen
Titerbestimmung

Titerbestimmung

Im Rahmen einer Titerbestimmung wird die Konzentration der Antikörper gegen bestimmte Krankheiten im Blut gemessen.

weiterlesen

User Kommentare