Fitness-Sucht

Der Begriff Fitness-Sucht oder Sportsucht fällt in die Kategorie Verhaltenssucht. Betroffene wollen ständig sportliche Höchstleistungen erzielen, sind jedoch nicht an sportlichen Wettkämpfen beteiligt. Sie trainieren alleine und isoliert, oft über mehrere Stunden jeden Tag – bis zum möglichen körperlichen Zusammenbruch.

Fitness-SuchtBei einer Fitness-Sucht wollen Betroffene ständig sportliche Höchstleistungen erzielen. (Foto by: chagin / Depositphotos)

Fitness- oder Sportsüchtige gehen tagtäglich an ihre körperliche Grenzen, indem sie Sport betreiben bis zum sprichwörtlichen körperlichen Zusammenbruch. Wenn ein Betroffener dem inneren Zwang Sport zu betreiben nicht nachgeben kann, wird er unruhig und unzufrieden. Die Sucht nimmt ihren Verlauf. Frauen und Männer sind gleichermaßen betroffen, wobei die Figur immer im Vordergrund steht. So wollen Frauen schlank sein, oft geht das gleichzeitig mit Essstörungen einher und Männer müssen außerdem Muskelmasse (sogenannte Muskelsucht) aufbauen. Das Fitnesscenter ist ein idealer Ort für Sportsüchtige, denn zumeist bleibt man anonym. Gleichermaßen auch das Joggen.

Das Sportsuchland schlechthin sind die USA – allen voran die sonnige Metropole Los Angeles. Schön zu sein ist dort ein Muss, während nach medizinischen Statistiken der Großteil der amerikanischen Bevölkerung keinen oder zu wenig Sport betreibt. Auch in unseren Breiten gibt es Fitness-Süchtige, denn körperliche Leistungen sowie die aktuellen Schönheitsideale haben einen hohen Stellenwert in unserer Gesellschaft.

Die Ursachen für eine Fitness-Sucht

Die wissenschaftlichen Erklärungsansätze für die Ursachen einer Fitness-Sucht sind unterschiedlich. Leistungssport kann psychisch zu einem erhöhten Selbstbewusstsein beitragen, dabei gleichzeitig für negative Erlebnisse oder Misserfolge eine positive Kompensation darstellen und während des Trainings ist es möglich, anderen Problemen aus dem Weg zu gehen. Durch die totale körperliche Erschöpfung und die Ausschüttung der Endorphine während des anstrengenden Trainings kommt es zum Erfolgserlebnis, das Betroffene immer wieder erleben möchten.

Natürlich darf ein weiterer Ansatzpunkt nicht vergessen werden: das Streben nach Schönheit. Schlank und fit zu sein ist in den westlichen Leistungsgesellschaften enorm wichtig. Die Häufigkeit von Personen die an Fitness-Sucht leiden ist nicht erhoben, es gibt keinerlei Statistiken. Behandelnde Psychologen sprechen von einem Phänomen, dass nämlich Ex-Alkoholiker oder Drogenabhängige sowie an Bulimie leidende Frauen sich ein neues, gesünderes Mittel für ihre Abhängigkeit suchen. Wichtig: Jede Sucht sollte behandelt werden.

Die Symptome einer Fitness-Sucht

FitnesssuchtDer ausdauernde Sport wird bei einer Fitnesssucht zum Lebensmittelpunkt. (Foto by: Anetlanda / Depositphotos)

  • Der ausdauernde Sport wird zum Lebensmittelpunkt.
  • Kann nicht trainiert werden, treten typische Merkmale wie Magenschmerzen, Nervosität oder auch Schuldgefühle bis hin zu Depressionen auf.
  • Der Sport vermittelt das Gefühl eines inneren Zwangs – ich muss trainieren.
  • Die Belastung während des Trainings wird ständig erhöht.
  • Kommt es zu körperlichen Signalen einer Erschöpfung, wird das ignoriert, ebenso wird bei Sportverletzungen weitertrainiert.
  • Für das Sozialleben bleibt keine Zeit mehr.

Wird der Körper über Jahre ständig überlastet, hat das negative Folgen: das Immunsystem wird geschwächt und es kommt zu Schäden an den Gelenken, Sehnen, Bändern und den Knochen. Ist außerdem eine Bulimie oder Magersucht eine Begleiterscheinung der Fitness-Sucht, kann das zu weiteren schweren gesundheitlichen Schäden führen.

Die Behandlung einer Fitness-Sucht

In erster Linie wird durch ein Beratungsgespräch mit einem Therapeuten versucht, den Grund für die Fitness-Sucht zu ergründen. Die sogenannte kognitive Therapie steht dabei im Vordergrund. In den USA gibt es eigene Privatkliniken, die sich der Erkrankten annehmen.

Weitere Informationen zur Fitness-Sucht

Eine Fitness-Sucht ist eine Sucht wie jede andere, die auf Dauer gesundheitliche Schäden bewirken kann. Darum sollte ein Betroffener auch unbedingt eine spezifische Behandlung einleiten. Ansprechpartner sind Beratungsstellen oder Psychotherapeuten - fachlich am kompetentesten sind praktizierende Sportpsychologen.


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