Infektionskrankheit Ebola

Ebola, auch unter dem Namen hämorrhagisches Fieber bekannt, ist eine lebensbedrohliche Infektionskrankheit, die durch Viren ausgelöst wird und hohes Fieber und Blutungen nach sich zieht. Ursachen, Symptome, Vorbeugung und Therapie - der folgende Überblick klärt auf.

Ebola-VirusAls sogenanntes RNA-Virus gehört der Ebola-Erreger zur Klasse der Fadenviren. (Foto by: Giovanni_Cancemi / Depositphotos)

Ursachen und Verbreitung

Das Ebola-Virus stammt ursprünglich aus den tropischen Regenwäldern Zentralafrikas. Es führte im Jahr 1976 zu einer ersten weltweit beachteten Epidemie, die in einem katholischen Missionskrankenhaus in der Demokratischen Republik Kongo ihren Anfang nahm. Der nahegelegene Fluss Ebola war es, der der Erkrankung damals ihren Namen gab.

Als sogenanntes RNA-Virus gehört der Ebola-Erreger zur Klasse der Fadenviren. Diese sind unter dem Elektronenmikroskop leicht an ihrer typischen, fadenartigen Form zu erkennen. Die Übertragung des Ebola-Virus erfolgt nicht durch die Luft, sondern durch alle Körperflüssigkeiten, beispielsweise Blut, Sperma oder Speichel, direkt von Mensch zu Mensch. Häufig finden Übertragungen demzufolge bei sexuellen Kontakten statt. Doch auch Ärzte, Pflegepersonal und Angehörige, die große Nähe zu erkrankten Personen haben, sind von der Ansteckung bedroht.

In Westafrika kommen spezielle Bestattungszeremonien hinzu, die einer potenziellen Ansteckung Vorschub leisten. Hier ist es kulturell bedingt üblich, Verstorbene zu berühren und zu waschen. Allerdings sind auch die Körper der Verstorbenen hochinfektiös, sodass das Virus sich ungehindert und rasend schnell verbreiten kann.

Ansteckung und Verlauf

Erste Symptome

Bis zum Erscheinen der ersten Symptome gelten Infizierte als nicht infektiös, da es in diesem frühen Stadium zu keiner Übertragung des Erregers kommt. Die Inkubationszeit der Erkrankung beträgt zwischen 3 und 21 Tagen. Mitunter kann es also bis zu drei Wochen dauern, bis sich die ersten Anzeichen zeigen. Diese umfassen ein plötzliches Auftreten von Fieber (38 Grad Celsius und mehr), Kopfschmerzen, Halsschmerzen und Muskelschmerzen sowie Schüttelfrost. Betroffene klagen über ein heftiges Krankheitsgefühl, zu dem auch Appetitlosigkeit gehört.

Weiterer Krankheitsverlauf

Nach den ersten Symptomen kommt es im weiteren Krankheitsverlauf zu folgenden Beschwerden:

  • Magenkrämpfe
  • Durchfall
  • Erbrechen
  • Hautausschläge
  • Lähmungen
  • Psychosen und weitere neurologische Störungen 

Erschwerend kommen Gerinnungsstörungen hinzu. Diese führen zu Blutungen, sogenannten Hämorrhagien, von denen die Schleimhäute im Augen-, Mund- und Genitalbereich betroffen sind. Nicht sichtbar, dafür aber umso gefährlicher, sind die ebenfalls auftretenden inneren Blutungen.

Im weiteren Verlauf breitet sich die Infektion schließlich auf den gesamten Organismus aus, wo sie letztlich alle kapillaren Blutgefäße zerstört und zu mehrfachem Organversagen und Schockzuständen führt. Bei circa 90 Prozent der Betroffenen tritt nach zwei bis vier Wochen der Tod ein. Ursache hierfür sind zumeist Blutungen in der Lunge, der Milz und im Magen-Darm-Kanal. Überlebende der Erkrankung geben das Virus nach ihrer Genesung nicht weiter.

Diagnose

EbolaAuch in Blut, Urin und Speichel lassen sich die Ebola-Erreger nachweisen. (Foto by: DragonImages / Depositphotos)

Bereits die typischen Symptome liefern in Verbindung mit dem geografischen Auftreten der Infektion die ersten Verdachtsmomente für die Diagnose Ebola. Geografische Regionen, die den Verdacht einer Ebola-Erkrankung nahelegen, sind beispielsweise der Norden der Demokratischen Republik Kongo, die Regionen Sudan und Gabun sowie die Philippinen.

Die endgültige Diagnose wird schließlich mithilfe des Elektronenmikroskops gestellt, das die Viren in Gewebeproben sichtbar macht. Aber auch in Blut, Urin und Speichel lassen sich die Erreger nachweisen. Oft wird die Krankheit jedoch erst spät erkannt, sodass es immer wieder zu größeren Krankheitsausbrüchen kommt. Erschwerend ebenfalls: Es besteht klinisch eine große Ähnlichkeit zwischen dem Ebola-Erreger und dem Marburg-Virus.

Therapie

Bisher gibt es bei Ebola keine wirksamen Behandlungsmöglichkeiten, Impfungen oder Medikamente. Die Therapie erfolgt symptomatisch. Der einzige Therapieansatz besteht also darin, die Beschwerden bestmöglich zu lindern. Den Blutgerinnungsstörungen wird zu diesem Zweck medikamentös entgegengewirkt. Starke Dehydrierung bei Durchfall kann durch Infusionen gemildert werden. Mit diesen Maßnahmen lässt sich die Sterblichkeit nach Angaben von „Ärzte ohne Grenzen“ durchschnittlich von 90 auf 60 Prozent senken.

Prävention

Die einzig wirksame Vorbeugung einer Ebola-Infektion besteht im Schutz vor infektiösem Material. Betroffene werden darum isoliert und in speziell eingerichteten Zentren behandelt, deren Mitarbeiter besonders sorgfältigen Hygienevorschriften unterworfen sind. Dazu gehört zum einen die Einhaltung strenger Desinfektions-Regeln und zum anderen das Tragen von Schutzkleidung, die aus Handschuhen, Ganzkörperschutzanzug, Atemmaske und Schutzbrille besteht. Da auch von den Körperflüssigkeiten toter Patienten ein Infektionsrisiko ausgeht, müssen Verstorbene umgehend und ohne Körperkontakt beigesetzt werden.

Ursprung der Erkrankung

Das Grundproblem bei der Erforschung der Krankheit ist der bislang nicht eindeutig geklärte Ursprung ihrer Infektionsquelle. Hier wird bis heute nach der Tierart gesucht, die das ursprüngliche Virus in sich trägt, ohne selbst an Ebola zu erkranken. Man spricht hierbei vom „natürlichen Reservoir“. Erst wenn dieses natürliche Reservoir gefunden ist, kann die Wissenschaft grundlegende Fragen zur Erkrankung und ihrer möglichen Heilung beantworten.

Viele Tierarten der infrage kommenden Regionen wurden bislang schon untersucht. Derzeit gehen Forscher davon aus, dass Flughunde möglicherweise das natürliche Reservoir des Ebola-Erregers bilden. Affen waren als Ursprungsquelle der Erkrankung ebenfalls im Gespräch. Zwar sind Ebola-Fälle bekannt, bei denen sich die Betroffenen durch den Verzehr von Affenfleisch infiziert haben. Da auch Affen an der Erkrankung versterben, stehen sie als Ursprung jedoch nicht länger in Verdacht.


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