Dreitagefieber

Im Zusammenhang mit einer ganzen Reihe von Erkrankungen, die durch spezielle Krankheitserreger ausgelöst werden können, stellt das Dreitagefieber eine ansteckende und übertragbare gesundheitliche Beeinträchtigung dar. Das Dreitagefieber wird dennoch als relativ ungefährliche Erkrankung eingestuft, die keiner Abgrenzung der betroffenen Kinder bedarf.

DreitagefieberDreitagefieber ist eine ansteckende, akute Viruserkrankung, die typischerweise bei Kinder auftritt. (Foto by: Kobyakov / Depositphotos)

Die in der Medizin häufig verwendeten adäquaten Bezeichnungen für das Drei-Tage-Fieber sind Exanthema subitum, Roseola infantum oder die Sechste Krankheit. Diese Erkrankung ist eine infektiöse Beeinträchtigung, die ausschließlich kleine Kinder befallen kann. Aus diesem Grund wird das Dreitagefieber innerhalb der Kinderkrankheiten eingeordnet. Die speziellen Benennungen des Dreitagefiebers ergeben sich insbesondere daraus, dass während des Krankheitsverlaufs überwiegend Veränderungen der Haut zutage treten. Dem Dreitagefieber kann durch eine passive Immunisierung im Rahmen einer Impfung nicht vorgebeugt werden. Das Dreitagefieber verläuft immer akut und ist für die Kinder überaus unangenehm. Erfahrungsgemäß ist diese Infektionskrankheit gehäufter in den Frühjahrs- und Herbstmonaten zu erwarten.

Ursachen des Dreitagefiebers

Die Auslöser und ursächlichen Bedingungen für das Dreitagefieber sind recht gut abzugrenzen, da es sich grundsätzlich um mikrobielle Krankheitserreger handelt. Als krankmachende Erreger kommen keine Bakterien, sondern eine spezielle Gruppe von Viren in Frage. Diese werden als das Humane Herpesvirus 6 klassifiziert. Bei diesen Viren handelt es sich im Gegensatz zu bakteriellen Keimen um Mikrolebewesen, die aus einem doppelten DNA Strang bestehen, also ausschließlich ihr eigenes Erbgut sind.

Im Zusammenhang mit der intensiven Ursachenforschung hat sich ergeben, dass diese Kinderkrankheit weltweit auftritt und sich die Erreger in Abhängigkeit vom kontinentalen Auftreten voneinander unterscheiden. Bei betroffenen Kindern, die in Europa leben, kommt überwiegend der Virus Humane Herpesvirus am sogenannten Typ 6B als Ursache für das Dreitagevirus in Betracht. Als Übertragungswege für die Viren kommen unterschiedliche Möglichkeiten in die engere Wahl. Über das Sputum, welches durch Husten oder Ausspucken abgeben werden kann sowie beim Niesen treten die Viren aus der Nasenschleimhaut auf andere Kinder über.

Symptome des Dreitagefiebers

Die üblichen Krankheitszeichen beim Dreitagefieber sind recht typisch. In der Regel tritt diese Erkrankung bereits bei Kleinstkindern ab dem 6. Lebensmonat auf. Bei Kindern ab dem 2. Lebensjahr ist diese Infektion kaum zu befürchten. Nach dem Ende der Inkubationszeit sind bei den kleinen Patienten hohe Fieberschübe zu beobachten. Das Fieber steigt von der normalen Körpertemperatur plötzlich bis auf 40°C an und kann dieses Limit in einzelnen Fällen sogar überschreiten. Diese fiebrigen Temperaturen können im Durchschnitt etwa drei bis vier Tage anhalten und hören ebenso schnell wieder auf, wie sie gekommen sind.

Die Fieberschübe sind in der Regel nicht lebensgefährlich und ziehen sich lediglich über weniger als fünf bis zehn Minuten hin. Auftretende Krampfanfälle sind um so häufiger, desto jünger das Kind ist. Meist sind es nur die Säuglinge, die unter den Fieberkrämpfen leiden. Während dieser Beschwerden sind einer Epilepsie ähnliche Auffälligkeiten sichtbar. Beim Dreitagefieber treten diese Anfälle innerhalb von 24 Stunden nur einmal auf. Typische Krankheitszeichen der Kinder beim Dreitagefieber sind die spezifischen und markanten Irritationen der Haut. Diese äußern sich in mehr oder weniger umfangreichen Ausschlägen und zeigen sich nach dem Ende des Fiebers.

Die Hautoberfläche ist von rötlichen Flecken bedeckt. Diese treten in den überwiegenden Fällen im Nackenbereich und am Rumpf lokalisiert auf. Bei einigen Kindern werden ebenfalls Hautveränderungen im Gesicht sichtbar. Im Gegensatz zum lange währenden Hautausschlag, der bei Röteln auftritt, ist diese beim Dreitagefieber auftretende Kennzeichnung lediglich auf wenige Tage begrenzt.

Untersuchung und Diagnostizierung

Untersuchung DreitagefieberDas Dreitagefieber bekommen Kleinkinder im Alter von sechs Monaten bis drei Jahren. (Foto by: rbvrbv / Depositphotos)

Das Stellen der Diagnose beim Dreitagefieber basiert auf verschiedenen klinischen und ärztlichen Untersuchungen. Eine bereits durch Tastung und Anschauen eindeutige Diagnosestellung ist dann möglich, wenn die klassischen Irritationen der Haut sichtbar sind. Nicht in jedem Fall muss aus diesem Grund eine Entnahme von Körpermaterial für das Labor erfolgen. Bei der Untersuchung des Blutes im Rahmen des Differentialblutbildes lassen sich bei den betroffenen Kindern eine Leukopenie, also eine Verringerung der weißen Blutkörperchen und eine sogenannte relative Lymphozytose erkennen.

Die Lymphozytose zeigt deutlich, dass sich das Immunsystem des Körpers durch eine Überproduktion der Lymphozyten, den Abwehrzellen, auf die krankheitserregenden Viren eingestellt hat. Tiefer gehende immunspezifische Labormethoden zeigen ein Vorhandensein von sogenannten IgM Antikörpern, die als Immunreaktion des Organismus auf das Humane Herpesvirus gebildet werden.

Als Untersuchungsmaterialien eignen sich im Falle einer Notwendigkeit die Muttermilch, das Blut des Kindes, der Speichel des Kindes und ebenfalls die Liqourflüssigkeit im Rückenmark. Im Zusammenhang mit einer diagnostischen Abklärung sind Fehldiagnosen beim Dreitagefieber nicht zu erwarten. Dies kommt daher, weil der Ausschlag auf der Haut den bei anderen typischen Kinderkrankheiten auftretenden Hautveränderungen nicht ähnlich ist und daher von diesen leicht abzugrenzen ist.

Behandlung und mögliche Komplikationen

Neben intensiver Zuwendung und geduldiger Betreuung der Kinder kommen auch spezielle konservative Behandlungsvarianten gegen das Dreitagefieber in Frage. Beim Dreitagefieber können Komplikationen in der Hinsicht auftreten, dass die Kinder unter massivem Durchfall und mehr oder weniger starkem Erbrechen leiden. Veränderungen der Schleimhäute, die sich im Mundbereich am weichen Gaumen und im Rachen darstellen sowie anhaltender Hustenreiz mit Atembeschwerden stellen wichtige Risiken eines Dreitagefiebers dar.

Die Ärzte diagnostizieren beim Verlauf eines Dreitagefiebers individuell abhängig besorgniserregende Größenzunahmen der Lymphknoten im Halsbereich sowie die bereits angegebenen, teilweise überaus heftigen Fieberkrämpfe. In Anbetracht der schon erwähnten Komplikationen können bei einigen Kindern ebenfalls Entzündungen im Bereich des Mittelohrs auftreten. Im Zusammenhang mit einer gezielten medizinischen Behandlung werden geeignete Arzneimittel verordnet, die nicht unbedingt oral verabreicht werden müssen.

Neben Medikamenten, die zur raschen Senkung des Fiebers beitragen, gelten sogenannte antiepileptische Mittel erfahrungsgemäß als wirkungsvoll, um die Fieberkrämpfe zu verhindern. Wichtig ist bei der Behandlung eines Dreitagefiebers insbesondere die Entlastung der erkrankten Kinder. Viel Schlaf, Ruhe und Schonung, eine möglichst reichliche Zufuhr von Flüssigkeit und Wadenwickel gegen das Fieber versprechen eine schnelle Linderung der äußerst belastenden Beschwerden. Die Verabreichung von Flüssigkeit in Form von Tees ist wichtig, weil der Organismus während es Dreitagefiebers durch den Durchfall und das Erbrechen sowie über die gesteigerte Absonderung von Schweiß viel Flüssigkeit verliert.

Um ein Kollabieren der Kinder zu verhindern, muss der Flüssigkeitsspiegel aufrecht erhalten werden. Entzündliche Vorgänge im Mittelohr sowie starke Hustenattacken werden ebenfalls symptomatisch mit Medikamenten behandelt. Innerhalb der medikamentösen Behandlung werden Arzneimittel wie acetylsalizylsäurehaltige Arzneimittel in Form von Zäpfchen verabreicht. Darüber hinaus kommen für eine medikamentöse Therapie ebenfalls Ibuprofen und Paracetamol zum Einsatz.

Die entsprechenden Dosierungen müssen jedoch unbedingt durch den Kinderarzt individuell auf den Zustand des Kindes abgestimmt werden. Die auftretenden Beschwerdebilder in deren Umfang und Intensität sind in dieser Hinsicht wichtige Anhaltspunkte. Fieber senkende Arzneimittel sind meist erst ab einer Körpertemperatur von 39,5°C indiziert. Dies gilt auch für alternative Methoden wie die klassischen Wadenwickel.

Vorbeugende Maßnahmen

Im Zusammenhang mit präventiven Maßnahmen ist es bislang noch nicht möglich, gegen ein Dreitagefieber vorzugehen. Da es keinerlei Schutzimpfung gibt und sich die Erkrankung durch einen teilweise recht harmlosen Verlauf auszeichnet, werden keine vorbeugenden Maßnahmen angezeigt.


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