Augenverletzungen

Bei Augenverletzungen kann es sich um oberflächliche oder perforierende (sog. intraokulare) Verletzungen handeln. Zweitere sind zumeist schwerwiegend und müssen daher operativ behandelt werden. Bei sehr schweren Augenverletzungen wie Verätzungen sind Komplikationen möglich – Folgeschäden bis zur Erblindung sind möglich.

AugenverletzungBei Augenverletzungen können sämtliche Strukturen des Auges betroffen sein. (Foto by: Dmyrto_Z / Depositphotos)

Augenverletzungen gibt es in unterschiedlichen Formen. Mediziner unterscheiden unter anderem oberflächliche und innenliegende, sprich perforierende/intraokulare Augenverletzungen.

Während oberflächliche Verletzungen meist durch Prellungen oder Fremdkörper entstehen, sind bei den intraokularen Verletzungen Netz- und/oder Hornhaut oder sogar der Glaskörper beschädigt. Diese letztgenannten Augenverletzungen müssen nicht selten von einem Chirurg operativ behandelt werden.

Oberflächliche Verletzungen der Augen wiederum können auch ambulant behandelt werden oder heilen sogar von selbst. Betroffen von Augenverletzungen können unterschiedliche Bereiche des Auges sein - sowohl Lid als auch Tränenwege, Netz-, Horn- oder Bindehaut, Lederhaut, Linse, Sehnerv oder Iris verursachen Augenverletzungen.

Ursachen von Augenverletzungen

Ein Großteil der Augenverletzungen wird durch Unfälle ausgelöst. Prallt etwa ein Gegenstand genau auf das Auge, kann dies Augenverletzungen auslösen - Paradebeispiel sind der Ball beim Sport oder das Lenkrad bei einem Autounfall.

Ebenso kann es zu Biss- oder Schnittwunden an den Augen kommen; in der Regel werden diese durch Hundebisse oder scharfe Gegenstände verursacht. Gelangt ein Fremdkörper in das Auge oder ist dies einer zu großen Sonneneinstrahlung ausgesetzt, kann dies dem Auge ebenso schaden. Darüber hinaus können reizende oder ätzende Flüssigkeiten irreparable Schäden am Auge hervorrufen.

Häufig führen Arbeitsunfälle zu Augenverletzungen -Metallpartikel beim Schweißen etwa bleiben in Horn- oder Lederhaut stecken.

Zu guter Letzt sollten Operationen am Auge nicht unerwähnt bleiben. Die Korrektur des grauen Stars beispielsweise ist nicht völlig risikolos und kann Augenverletzungen nach sich ziehen.

Auch bei der Geburt kann es beim Säugling bereits zu Verletzungen am Auge kommen. Immerhin 25 Prozent der Neugeborenen leiden unter Einblutungen in die Netzhaut, die allerdings nach zehn Tagen meist von alleine verschwinden.

Symptome von Augenverletzungen

Die Symptome einer Augenverletzung sind je nach Ursache unterschiedlich. Die meisten Augenverletzungen lösen jedoch tränende und gerötete Augen aus. Ein vermehrtes Zwinkern und ein Fremdkörpergefühl im Auge sind bei den meisten Augenverletzungen ebenso unvermeidbar. Weiterhin können die Lider sich verkrampfen und anschwellen. Meist reagieren beide Augen mit diesen Symptomen, obwohl von einer Verletzung nur ein Auge betroffen ist.

Starke Schmerzen verursachen zudem Abschürfungen der Hornhaut, denn bei dieser Verletzung liegen die Nervenenden frei und das Lid streift mit jedem Lidschlag über eben jene.

Ein weiteres Symptom von Augenverletzungen sind Doppelbilder - diese entstehen vor allem dann, wenn die Augenhöhle gestaucht ist und die Augenhöhlenwand bricht. Insbesondere nach Gewalteinwirkung sind solche Symptome häufig zu beobachten. Gleiches gilt übrigens für Blutergüsse in der Augenhöhle - auch diese bereiten nicht nur starke Schmerzen, sondern können sogar zu einem Sehverlust führen.

Eine Besonderheit stellen die Symptome nach einer Verblitzung dar: Diese werden meist erst drei bis zwölf Stunden nach dieser bemerkt und äußern sich durch ein Fremdkörpergefühl sowie tränende Augen beziehungsweise mäßig starke bis starke Schmerzen.

Wer schwarze Blitze oder Punkte vor seinem Auge sieht, ist eventuell von einer Ablösung der Netzhaut betroffen.

Untersuchungen und Diagnose

Augenverletzungen sollten grundsätzlich von einem Augenarzt untersucht werden, denn für den Laien ist es schwierig, eine schwere von einer harmlosen Verletzung zu unterscheiden. Schlimmstenfalls können Augenverletzungen sogar zur Erblindung führen - eine rechtzeitige Behandlung ist also unerlässlich.

Die meisten Verletzungen allerdings sind recht leicht und können ambulant behandelt werden. Nur etwa 15 Prozent aller Augenverletzungen sind schwerwiegend und können Komplikationen auslösen.

Während einige Augenverletzungen recht leicht zu diagnostizieren und von außen sichtbar sind, sind für die Diagnose anderer Verletzungen umfangreiche Untersuchungen notwendig. Manche Fremdkörper nämlich sind so klein, dass sie mit dem bloßen Auge nicht erkannt werden können.

Auch Blutergüsse am Augenhintergrund sind nicht auf den ersten Blick erkenntlich. Neben einer oberflächlichen Untersuchung sind oft noch eine ganze Reihe weiterer Untersuchungen nötig.

Zunächst gibt der Arzt schmerzstillende Tropfen in die Augen, damit dieses problemlos geöffnet werden kann. Neben der Augenbeweglichkeit und der Sehschärfe werden auch Augeninnendruck, Gesichtsfeld und Pupillenfunktion überprüft. Eine Computertomographie der Augenhöhle beispielsweise kann Aufschluss über Verletzungen des Sehnervs sowie über Fremdkörper geben. Wichtig ist es für den Arzt hauptsächlich, herauszufinden, ob es sich um eine oberflächliche oder eine intraokulare Verletzung handelt, die operativ behandelt werden muss.

Behandlung, Therapie und Komplikationen

Verband AugeEs wird zwischen oberflächlichen und inneliegenden Augenverletzungen unterschieden. (Foto by: ia_64 / Depositphotos)

Zunächst gilt es, die Ursachen für die Augenverletzungen herauszufinden - dies geschieht mit Hilfe von speziellen Instrumenten. Ist der Auslöser gefunden, kann man die entsprechende Behandlung aussuchen. Während oberflächliche Verletzungen ambulant behandelt werden können oder sogar von selbst abheilen, müssen perforierende Augenverletzungen in der Regel operativ behandelt werden.

Fremdkörper im Auge kann der Arzt mit Hilfe einer Lanzette oder einem kleinen Bohrer leicht entfernen, selbst wenn diese bereits in die Bindehaut vorgedrungen sind. Lediglich Fremdkörper, die bis in den Glaskörper des Auges vorgedrungen sind, müssen mit Hilfe einer Vitrektomie entfernt werden.

Oberflächliche Prellungen, das bekannte "blaue Auge", heilen ohne weitere Behandlung selbstständig ab. Auch Schnitte oder Risse heilen von alleine; nur größere Verletzungen dieser Art müssen genäht werden. Hornhautabschürfungen heilen ebenfalls von alleine; unterstützend werden in diesem Fall eine Augensalbe und ein Augenverband verschrieben.

Als eine schwere Augenverletzung gilt wiederum die Verätzung mit löschkalkhaltigem Mörtel oder Putz - solch eine Verletzung muss direkt nach dem Unfall gespült werden. Danach sollte schnellstmöglich ein Augenarzt aufgesucht werden.

Intraokulare Verletzungen hingegen werden meist unter Vollnarkose operiert; nach der Operation müssen Antibiotika eingenommen werden. Bei Verletzungen des Sehnervs beispielsweise muss dieser entlastet werden. Ist die Linse schwer verletzt, entfernt der Chirurg diese und setzt eine Kunstlinse ein. Eine Hornhautverpflanzung wiederum wird bei zahlreichen Verletzungen der Hornhaut angestrebt. Die Behandlung mittels Laser dagegen ist bei Schädigungen der Netzhaut empfohlen.

Prävention und was ich selbst tun kann

Viele Augenverletzungen entstehen bei einem Unfall - diesen kann man daher nur schwer vorbeugen.

Verletzungen hingegen, die durch Verblitzen entstehen, kann man durch das Tragen geeigneter Brillen vorbeugen.

Beim Schweißen beispielsweise sollte unbedingt eine Schweißerbrille getragen werden und auch vor UV-Licht sollte man sich mit einer entsprechenden Sonnenbrille schützen. Der direkte Blick in die Sonne sollte unbedingt vermieden werden; auch bei einer Sonnenfinsternis gilt es, diese nur mit einer geeigneten Schutzbrille zu betrachten.

Ebenso sollten Eltern ihre Kinder schützen und spitze Gegenstände außer Reichweite aufbewahren. So kann besonders Augenverletzungen bei Kindern gut vorgebeugt werden.

Leidet man an einer Augenverletzung, ist es besonders wichtig, diese rechtzeitig behandeln zu lassen.

Unbehandelt kann selbst die kleinste Verletzung an den Augen zu Komplikationen führen. Die bekanntesten Folgeschäden sind

  • Schielen
  • ein erhöhter oder verminderter Augeninnendruck
  • Linsentrübungen
  • Hornhautverkrümmung
  • Netzhautablösung
  • die Entstehung des Grünen Stars durch Stauung von Kammerwasser.

Die schwierigste Komplikation von verschleppten Augenverletzungen oder -erkrankungen ist sicher die Erblindung.


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