Stottern, Poltern und Stammeln

Findet bei Kindern keine normale Sprachentwicklung statt, kommt es zu Sprechstörungen wie Stottern, Stammeln oder Poltern. Sobald sich Auffälligkeiten in der Sprachentwicklung des Kindes zeigen, sollte umgehend eine entsprechende Behandlung eingeleitet werden, um spätere Folgen zu vermeiden und das Kind sich optimal weiterentwickeln kann.

Stottern Manchmal kommt es jedoch zu Fehlentwicklungen der Sprache. (Foto by: Wavebreakmedia / Depositphotos)

Schnell-Übersicht

  • Was ist Stottern, Poltern oder Stammeln: Dabei handelt es sich um einen Fehler in der Sprachentwicklung, der entweder später von alleine nachlässt, oder aber zu schwierigen Fehlentwicklungen führt.
  • Symptome: Bei Stottern ist der Redefluss gestört, bei Stammeln kommt es zu Fehlern in der Lautbildung und bei Poltern wird sehr schnell und fehlerhaft gesprochen.
  • Ursachen: Die Ursachen können sehr komplex sein und in Verbindung mit körperlichen, genetischen, psychosozialen, oder Umständen wie Zweisprachigkeit stehen.
  • Behandlung: Logopädische Therapien und Unterstützung von den Eltern. Ziel der Therapien ist es, dem Kind eine optimale sprachliche Weiterentwicklung zu ermöglichen.
  • Vorbeugung: Eine Mögliche Vorbeugung wäre mit dem Kind viel zu sprechen, zu singen und ihm vorzulesen.

Was ist Stottern, Poltern oder Stammeln?

Wenn ein Kind sprechen lernt, sind Stottern (der Redefluss ist gestört), Stammeln (es kommt zu Fehlern in der Lautbildung) oder Poltern (es kommt zu einer erhöhten Sprechgeschwindigkeit mit vielen Fehlern) auffällige Anteile an der Sprachentwicklung, die auch im Normalfall von selbst wieder nachlassen.

Manchmal kommt es jedoch zu Fehlentwicklungen der Sprache, diese müssen schnellstens geeignet behandelt werden.

Sprach- und Sprechstörungen entstehen, wenn sich die Sprache des Kindes nicht normal entwickelt. Stottern zählt zu den Sprechstörungen, Poltern und Stammeln zu den kombinierten Sprech- und Sprachstörungen. Viele der Fälle von Sprech- und Sprachstörungen werden von Depressionen, Aufmerksamkeitsstörungen oder Angstzuständen begleitet.

Ursachen für Stottern, Poltern oder Stammeln

Eine genaue Eingrenzung der Ursachen für Sprech- und Sprachstörungen ist nicht möglich, da die Sprache sehr komplex ist. Die allgemeinen Faktoren können in körperlich, genetisch und psychosozial unterteilt werden. Wichtig ist es zudem, soziokulturelle (Beispiel Zweisprachigkeit) sensorische sowie motorische Beeinträchtigungen oder mögliche Intelligenzminderungen durch umfassende Untersuchungen ausschließen zu können.

Die Ursachen für Stottern sind psychogen, neurologisch oder erblich bedingt. Die Ursachen für das Poltern sind nicht hinreichend geklärt und das Stammeln zählt bis etwa zum 4. Lebensjahr des Kindes zur normalen Sprachentwicklung.

Erst wenn es länger andauert, handelt es sich um eine Störung, die dann bei rund 10% der Fälle erblich, bei den anderen Betroffenen durch schlampiges Sprechen oder Probleme mit dem Hören, den Lippen, der Zunge oder den Zähnen bedingt ist.

Symptome bei Stottern, Poltern oder Stammeln

Stottern

  • Klonisches Stottern, wiederholen von einzelnen Buchstaben (am Sprechbeginn), Silben, Wörtern
  • Tonisches Stottern, gedehnte Laute, der Redefluss steckt
  • Tonisch-klonisches-Stottern, Mischform

Stottern tritt zumeist beim Singen oder beim Sprechen mit Tieren nicht auf, das wird auch therapeutisch oft genutzt.

Poltern

Der Redefluss ist gestört, Kennzeichen sind ein überstürztes Sprechen und verminderte Verständlichkeit.

Stammeln

Deutliche Fehler in der Sprache (trotz normaler Intelligenz) lassen den Eindruck einer Babysprache entstehen. Unterschieden wird partielles, multiples und universelles Stammeln.

Unterschieden wird weiters die Form der Lautbildung

  • Das Lispeln: S- und Zischlaute sind fehlgebildet.
  • Der Schetismus: Sch-Laute oder Lautverbindungen sind fehlgebildet.
  • Der Rhotazismus: Das R wird fehlerhaft stimmgebildet.

Behandlung von Stottern, Poltern oder Stammeln

Bub leidet unter Sprechstörungen Sprach- und Sprechstörungen sollten entsprechend behandelt werden. (Foto by: _ella_ / Depositphotos)

Behandlung bei Stottern

Nach erstellter Diagnose erfolgt ein individueller Therapieplan, der konsequent einzuhalten ist.

Behandlungsformen können sein:

  • Die Eltern werden hinreichend informiert und entsprechend beraten.
  • Logopädische Behandlungen in Form von Übungen.
  • Psychoanalytische Behandlung zumeist in Form einer Spieltherapie.
  • Die Verhaltenstherapie, die Sprechstörung wird quasi wieder „verlernt“.
  • Mit Medikamenten können Spannungs- und Angstzustände behandelt werden.

Behandlung bei Poltern

Viele Menschen sind sich der Störung gar nicht bewusst, jeder Behandlung liegt eine intensive Beratung von Eltern oder Betroffenen (wenn sie bereits erwachsen sind) zugrunde. Die Eltern sollten sprachliches Vorbild sein und ihr Kind zu langsamem Sprechen und Atempausen animieren. Erwachsene bekommen Hilfe beim Logopäden.

Behandlung bei Stammeln

Es ist wichtig, bei dieser Sprech- und Sprachstörung so früh wie möglich mit der Behandlung zu beginnen. Diese sollte vor der Einschulung des Kindes abgeschlossen sein. Der Logopäde erstellt ein individuelles Programm zum Üben. Manchmal muss keine intensive Therapie erfolgen, oft können die Eltern ihr Kind selbst entsprechend fördern.

Prävention - was ich selbst tun kann

Ist die Ursache für die Sprech- und Sprachstörungen genetisch- oder entwicklungsbedingt, muss das Kind schnellstmöglich professionelle Hilfe bekommen. Vorbeugen können die Eltern, wenn sie viel mit ihren Kindern reden und ihnen vorsingen oder vorlesen.

Weitere Informationen

Selbsthilfegruppen und Beratungsstellen helfen bei allen Fragen und bieten Unterstützung bei der Therapieerstellung. Wichtig ist es, die Störung der Sprache oder des Sprechens beim Kind zu erkennen und schnell zu therapieren.


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ICD-10: F98.5 mehr Infos


Autor: FitundGesund Redaktion
Infos zum Autor: Medizinredakteure und Journalisten
Erstellt am: 18.02.2010
Überarbeitet am: 03.08.2020

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