Schadstoffe in Schuhen und Kleidung von Supermarktketten

Alles hat seinen Preis. Wenn auch der Preis so mancher Textilien oder Schuhe auf Krabbel- oder Wühltischen der Supermarktketten so extrem niedrig ist, dass schon sehr viel Vorstellungsvermögen vorhanden sein muss, um zu verstehen, wie hier noch Gewinn erzielt wird. Von dieser Problematik einmal abgesehen, deren Betrachtung unweigerlich in Bereiche der Arbeitsbedingungen in Länder der Dritten Welt führt, die sich ein Bewohner der „ersten“ Welt nicht einmal ansatzweise vorstellen kann und auch nicht will, bestehen noch weitere kritische Punkte. Die in den Kleidern vorhandenen Schadstoffe.

Schadstoffe in HosenSchadstoffe in Schuhen und Kleidung können Allergie oder Krebs hervorrufen. (Foto by: kalinovsky / Depositphotos)

Bestimmte Anforderungen

Natürlich ist der Preis gerade bei Billig-Angeboten von Supermarktketten oder Discountern das ausschlaggebende Argument. Allerdings nützt auch der tiefste Preis nichts, wenn nicht bestimmte Anforderungen erfüllt werden, die heute sowohl der Verbraucher wie auch die einzelnen Verbraucherschutzministerien der Länder und natürlich der EU fordern.

Dazu gehört vonseiten der Behörden etwa ein Flammschutz und der oder die Käuferin möchte ein Produkt erwerben, das in Optik und Haptik seinen oder ihren Ansprüchen nahe kommt. Im weiteren muss auch der Produzent darauf achten, seine Ware möglichst unbeschadet aus dem Herstellungsland nach Europa zu bekommen.

Dieser gesamte Prozess vom Anbau der Rohware oder der Herstellung der Kunstfaser bis zum fertigen Kleidungsstück und dessen Auslage im Geschäft beinhaltet eine große Menge verschiedener Stoffe, um genau diese Bekleidung und auch Schuhe herzustellen, die den Kundenwünschen entsprechen.

Viele Farbstoffe und Chemikalien

Rund 4000 Farbstoffe kommen bei der Einfärbung von Textilien zur Anwendung. Natürlich nicht alle auf einmal, aber das wäre nicht einmal der springende Punkt. Nicht selten werden die Farbstoffe vom Hersteller falsch angewendet. So etwa Farben, die sich mit Chemiefasern fest verbinden, bei Naturstoffen jedoch Ablösungen zeigen. Da heute sehr viele Mischfasern in der Textilienherstellung verwendet werden, kann es später in der Nutzung zum Abfärben kommen.

Der Textilhilfsmittelkatalog ist noch umfangreicher. Über 7000 Chemikalien sind hier gelistet, die beispielsweise für Knitterfreiheit sorgen oder anti-bakteriell wirken.

Natürlich sind diese Hilfsmittel bei Weitem nicht alle gefährlich oder längst wieder aus dem Kleidungsstück entfernt, wenn es verkauft wird, aber einige dieser Chemikalien werden angewendet, um etwa die Formstabilität zu gewährleisten beziehungsweise sie besitzen eine Schmutz abweisende Wirkung. Genauso verhält es sich mit Insektiziden, die für den Transport der Kleidung verwendet werden. Diese Mittel können im Schuh oder in der Hose verbleiben und unter Umständen Allergien oder Krebs auslösen.

Verbotene Chemikalien

SchuheAuche Schuhe können mit gesundheitsschädigenden Chemikalien belastet sein. (Foto by: Nomadsoul1 / Depositphotos)

Zudem werden gerade in den Herstellungsländern der Dritten Welt noch Chemikalien verwendet, die in Europa längst verboten sind. Die Einfuhr dieser belasteten Textilien ist zwar gleichermaßen untersagt, aber aufgrund der gigantischen Importmengen an Textilien können bei der Einfuhr nur Stichproben durch die Behörden vorgenommen werden. Die als problematisch einzustufenden Stoffe sind unter anderem:

  • N-Methylolderivate (Formaldehyd), das der Formstabilität dient
  • Polymere für eine angenehme Haptik
  • Organische Phosphorverbindungen als Flammschutz
  • Biozide Stoffe, speziell in Schuhen als antimikrobielle Mittel
  • Paraffine, wiederum hauptsächlich bei Schuhen als Schmutzabweiser

Dazu kommen Stoffe, deren Wirkungen noch nicht gänzlich erforscht sind und die sich etwa hormonell nicht nur auf den oder die Trägerin auswirken kann, sondern zudem durch das Waschen auf die gesamte Umwelt.

Das sollten Sie beim Kauf beachten

Um diesen Gefahren, die hier drohen können, möglichst aus dem Weg zu gehen, sollten beim beziehungsweise vor dem Kauf und auch danach einige Punkte beachtet werden.

1. Der Geruch.

Stechender oder sehr unangenehmer Geruch weist auf Lösungsmittel hin. Besser nicht erwerben, auch wenn der Preis und das Aussehen noch so verlockend sind.

2. Die Kleidung waschen.

Mindestens einmal vor dem ersten Tragen, besser zweimal.

3. Die Herstellerangaben beachten.

Wenn auf dem Bändchen mit den Pflegehinweisen Ratschläge stehen wie „Separat waschen“, ist schon Vorsicht geboten. Genauso verhält es sich mit Hinweisen wie „Antibakteriell“.

Kleidung, die abfärbt, sollte nicht direkt auf der Haut getragen werden.

Schwarze Kleidung, Unterwäsche oder auch Schuhe gerade für Kinder sind gleichfalls als kritisch zu betrachten, da die Farbechtheit bei schwarzer Farbe mit recht aggressiven Chemikalien erzwungen wird.

Im Großen und Ganzen verringern sich die Gefahren beim Kauf sehr preiswerter Kleidung aus dem Supermarkt erheblich, wenn diese Punkte beachtet werden. Ganz ausschließen lassen sich jedoch allergische Reaktionen oder andere Krankheitsbilder nie.

Hier finden Sie eine Dokumentation über die "Gefahr aus dem Kleiderschrank":


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