Salmonellose

Salmonellengefahr besteht immer dann, wenn in der Küche mit Milchprodukten oder rohem Geflügel, vor allem auch mit rohen Eiern hantiert wird - so kann man es stark vereinfacht auf den Punkt bringen. Die Salmonellen-Infektion kann variabel von unbemerkt bis lebensgefährlich verlaufen. Die Anzeichen sollte man daher kennen und einschätzen können...

SalmonelloseEine Salmonellose wird durch verseuchte Lebensmittel verursacht. (Foto by: Ptizza-dodo / Depositphotos)

Die Salmonellose ist eine Infektionserkrankung, welche als Magen-Darm-Entzündung mit Bauchschmerzen und Durchfall in Erscheinung tritt. Ein anderes Wort dafür ist Salmonellen-Enteritis, wobei "Enteritis" nichts anderes als Darmentzündung bedeutet.

Hervorgerufen wird die Infektion durch Salmonellen. Das sind Bakterien, welche vor allem durch kontaminierte Nahrungsmittel, seltener durch Trinkwasser und damit indirekt von Mensch zu Mensch übertragen werden können. Schlechte Hygienebedingungen sind somit eine maßgebliche Ursache für Salmonellosen.

In der Regel bleibt die Salmonellen-Enterits auf den Magen-Darm-Trakt begrenzt. Im Falle einer Immunschwäche, vor allem bei älteren Menschen oder Kleinkindern, kann es jedoch auch zu einer generalisierten Blutvergiftung kommen.

Ursachen von Salmonellen

Die Infektion mit Salmonellen erfolgt in Aufnahme über den Mund (oral). Kontamierte Nahrungsmittel spielen dabei eine große Rolle, wobei vor allem Fleisch von vielen Tieren (Geflügel, Schweine, Rinder) sowie deren Produkte (Eier, Milch, Muscheln) mit Salmonellen befallen sein kann. Auch über verschmutztes Trinkwasser kann die Aufnahme von Salmonellen erfolgen, wenn dort Ausscheidungen infizierter Tiere oder auch dauerinfizierter Menschen hineingelangt sind.

Die Infektionsdosis bei der Salmonellen-Enteritis ist allgemein recht hoch, da ein Teil der Erreger durch die Magensäure abgetötet wird. Das bedeutet, dass große Mengen Bakterien benötigt werden, um wirklich eine Durchfallerkrankung hervorzurufen - mit kleineren Mengen wird der Magen allein fertig.

Eine hohe Infektionsdosis ist aber meist dadurch gewährleistet, dass sich die Bakterien in Lebensmitteln vermehren können, noch bevor sie in den Körper aufgenommen werden.

Nach Aufnahme und Magenpassage erfolgt dann eine massive Invasion der Dünndarmschleimhaut, wobei die Salmonellen vor allem Immunzellen in der Dünndarmwand befallen und sich darin sogar noch vermehren können.

In der Regel bleibt die Infektion lokal begrenzt im Darm. Abwehrgeschwächte Menschen, also vor allem Kleinkinder und ältere Menschen, können jedoch erstens schon bei geringeren Infektionsdosen krank werden und zweitens eine schwereres Krankheitsbild durch Generalisation der Erreger im Blut (Salmonellen-Sepsis) aufweisen.

Symptome von Salmonellose

Die Symptomatik der Salmonellose beginnt nach einer Inkubationszeit von wenigen Stunden bis einigen Tagen meist sehr plötzlich mit Brechdurchfall und krampfartigen Bauchschmerzen (Koliken).

Die Erkrankung kann auch milder verlaufen, beispielsweise als leichte wässrige Durchfallerkrankung ohne Schmerzen. Blutige Durchfälle kommen normalerweise nicht vor. Fieber bis zu 40 Grad ist häufig, muss aber nicht unbedingt auftreten.

Innerhalb einer Woche heilt die Erkrankung, bei unkomplizierten Verlauf, aus und der Betroffene ist wieder beschwerdefrei. Die Erregerausscheidung im Stuhl kann dagegen noch bis zu sechs Wochen lang weiter unbemerkt fortgesetzt sein, während der Ausscheider schon lange wieder gesund ist. Hier ist daher auf verschärfte Hygiene zu achten, da eine unbemerkte Ausscheidung durchaus zur Infektion anderer Personen führen kann. Erregerausscheidung über Monate und Jahre ist möglich, jedoch selten.

In bis zu einem Fünftel der Infektionsfälle kommt es zur Streuung der Erreger über das Blut mit Krankheitssymptomen in anderen Organen (Hirnhautentzündung, Osteomyelitis, Endokarditis, Blutvergiftung). Davon sind vor allem Menschen mit Immunschwäche, aber auch Kleinkinder oder ältere Menschen betroffen, bei denen das Immunsystem noch nicht oder nicht mehr ganz optimal ausgebildet ist.

Todesfälle durch Salmonellosen sind insgesamt sehr selten - bei Risikopersonen treten sie jedoch wenn, dann durch Kreislaufversagen ein.

Untersuchungen und Diagnose

Generell kann die Salmonellose nur durch Anzüchtung der Erreger aus dem Stuhl nachgewiesen werden, wo sie vom ersten Krankheitstag an vorkommen. Eine reine mikroskopische Diagnose ist nicht möglich, da die Erreger rein äußerlich nicht von anderen Enterobakterien unterschieden werden können. Da eine Anzucht (Kultur) jedoch einige Tage dauern kann, sollte bereits vorher eine Therapie eingeleitet werden.

Behandlung, Therapie und Komplikationen

Behandlung SalmonelloseVor allem Bettruhe und strenge Hygiene ist bei einer Salmonellose-Erkrankung einzuhalten. (Foto by: pressmaster / Depositphotos)

Die Therapie besteht wie bei allen infektiösen Durchfallerkrankungen vor allem in einer symptomatischen Behandlung: Fieber kann medikamentös gesenkt werden, ansonsten ist Bettruhe und strenge Hygiene einzuhalten.

Wichtig ist die Überwachung des Wasser- und Elektrolythaushalts, da bei einer tagelangen Durchfallerkrankung mitunter massive Wasser- und Salzverluste auftreten können. Dies gilt insbesondere für Kleinkinder und ältere Menschen, welche sehr viel schneller "austrocknen".

Betroffene sollten zudem isoliert werden und zumindest eine eigene Toilette benutzen, um keine anderen Menschen anzustecken.

In schweren Fällen einer Salmonellenvergiftung setzt der Arzt Antibiotika ein, insbesondere bei Säuglingen, Kleinkindern, älteren und immunabwehrgeschwächten Menschen. Komplikationen bei einem schweren Verlauf einer Salmonellose ist das Austrocknen des Körpers – besonders bei älteren Menschen und Säuglingen stellt das eine ernst zunehmende Gefahr dar.

Prävention und was ich selbst tun kann

Die Prävention einer Salmonellen-Enteritis ist eine schwierige Angelegenheit. Eine Schutzimpfung gibt es nicht, nach durchstandener Infektion ist man ebenfalls nicht immun, kann also ein weiteres Mal an einer Salmonellose erkranken.

Hauptinfektionsquelle ist jedoch nicht der Mensch, sondern tierische Nahrungsmittel. Massentierhaltung und entsprechende Fütterungsmethoden haben zu einer großen Durchseuchung der Nutztierbestände mit Salmonellen geführt, vor allem Hühner sowie deren Eier sind massiv betroffen.

Schlechte Küchenhygiene ist ein Hauptgrund dafür, dass an solchen Infektionsquellen dann Menschen erkranken. Somit ist Hygiene die einzig wirksame Maßnahme der Prävention.

Das Kochen der Lebensmitteln ist bereits sehr wirksam, Salmonellen sterben jedoch nur ab, wenn im Inneren des Lebensmittels für mindestens zehn Minuten Temperaturen von über 70 Grad Celsius erreicht werden. Danach darf das Gericht selbstverständlich nicht wieder mit rohen Lebensmitteln in Kontakt kommen, auch nicht mit geringsten Mengen: Es darf also nach dem Braten nicht mehr dasselbe Schneidebrett oder Messer benutzt werden wie davor.


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