Magensaftuntersuchung

Ändert sich die Zusammensetzung des Magensekrets - ein saures, wässriges Sekret - können unterschiedliche Krankheiten daraus entstehen. Die Ursache einiger Erkrankungen wie einer chronischen Magenschleimhautentzündung kann durch eine Magensaftuntersuchung diagnostiziert werden.

Magensaftuntersuchung Magensaftuntersuchungen werden heutzutage jedoch eher selten durchgeführt. (Foto by: decade3d / Depositphotos)

Beim Magensaft handelt es sich um ein sehr saures – der pH Wert liegt bei 1 – 1,5 – und wässriges Sekret, dass täglich im Magen produziert wird. Rund ein bis drei Liter Magensaft, bestehend aus Salzsäure, eiweißspaltenden Enzymen und einem schützenden Schleim für die Magenschleimhaut sind für einen funktionierenden Verdauungsvorgang im Magen zuständig.

Magensaftuntersuchungen werden heutzutage jedoch eher selten durchgeführt, die Gastroskopie und damit auch Biopsie ermöglichen sichere Diagnosen zu Erkrankungen wie Magenschleimhautentzündungen, Refluxerkrankung oder Magenkarzinom.

Durchführung einer Magensaftuntersuchung

Vor der Magensaftuntersuchung darf ein Patient einige Stunden vorher weder Nahrung noch Flüssigkeiten zu sich nehmen. Mit einer Magensonde, einem biegsamen Kunststoffschlauch, der entweder durch den Mund oder die Nase in die Speiseröhre eingeführt wird, entnimmt der Arzt/die Ärztin mithilfe einer Spritze den benötigten Magensaft. Die Einschubstelle der Sonde wird örtlich betäubt. Die Magensaftprobe wird im Labor weiter untersucht.

Ist es notwendig, den Salzsäuregehalt des Magensaftes zu bestimmen, kann die der Arzt/die Ärztin über den sogenannten Pentagastrin-Test ausführen. Dieser funktioniert ähnlich der eigentlichen Magensaftentnahme, nur wird dem Patienten vorab das Hormon Pentagastrin verabreicht, um eine Stimulierung der Magendrüsen zu erreichen.

Anwendungsgebiete und mögliche Komplikationen

Aufklärung über Magensaftuntersuchung Eine Magensaftuntersuchung ist sehr risikoarm. (Foto by: alexraths / Depositphotos)

Eine Magensaftuntersuchung wird unter anderem angewendet, wenn der Verdacht auf eine Tuberkulose besteht, der Patient zu wenig Magensaft produziert, eine Anämie vorliegt sowie eine chronische Magenschleimhautentzündung oder ein Magenkarzinom sicher zu diagnostizieren wäre.

Doch wird die Magensaftuntersuchung heute sehr selten durchgeführt, wenn der Verdacht auf eine Tuberkuloseerkrankung besteht und bei den anderen angeführten Krankheiten eigentlich gar nicht mehr.

Eine Magensaftuntersuchung ist sehr risikoarm, sehr selten kann es passieren, dass beim Einführen der Sonde diese versehentlich in die Luftröhre gelangt. Dann wird sie aber sofort entfernt.

Fazit

Eine Magensaftuntersuchung kann Aufschluss über verschiedene Erkrankungen geben, wurde aber von der technisch wesentlich verbesserten Magenspiegelung (Gastroskopie) weitestgehend abgelöst.


Bewertung: Ø 2,5 (2 Stimmen)

Autor: FitundGesund Redaktion
Infos zum Autor: Medizinredakteure und Journalisten
Erstellt am: 30.08.2010
Überarbeitet am: 30.08.2010

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