Leberbiopsie

Im Zuge einer Leberbiopsie werden kleine Gewebeproben direkt aus der Leber entnommen. Dies wird meist notwendig, wenn es sich um ein chronisches Leberleiden handelt. Das bei der Biopsie entnommene Lebergewebe wird anschließend feingeweblich untersucht.

Untersuchung der Leber Eine Leberbiopsie geht sehr schnell, kann ambulant durchgeführt werden und ist beinahe schmerzfrei. (Foto by: Wavebreakmedia / Depositphotos)

Schnell-Übersicht

  • Was ist eine Leberbiopsie?
    Besteht bereits ein Verdacht auf eine Lebererkrankung, wir die Biopsie als Absicherung der Diagnose herangezogen.
  • Wie wird eine Leberbiopsie durchgeführt?
    Noch vor der Biopsie, wird das Blut der Patienten untersucht. Es ist wichtig, dass die Patienten dabei am Tag der Operation, wenige Stunden vor der Biopsie einen nüchternen Magen haben. Das heißt keine Nahrungsaufnahme und keine  Flüssigkeiten. Dann wird die Hohlnadel durch die Haut zwischen zwei Rippen in die Leber eingeführt und mit einem Sog das Gewebsstück entnommen. Dies dauert nur ein paar Sekunden. Dann wird die Gewebeprobe in einem Labor untersucht.
  • Wann wird eine Leberbiopsie benötigt?
    Bei Verdacht auf eine chronische Hepatitis, eine Fettleber, einer Autoimmunhepatitis, oder einem Tumor in der Leber.
  • Was sind die Risiken einer Leberbiopsie?
    Komplikationen bei der Leberbiopsie sind eher selten. Es kann dennoch zu Blutergüssen, Infektionen und Verletzungen kommen.

Definition

Eine Leberbiopsie wird zur Diagnoseerstellung herangezogen, wenn der Patient unter einer chronischen Lebererkrankung leidet. Das können unter anderen folgende Lebererkrankungen sein:

  • Chronische Hepatitis, Bestimmung der Aktivität und es Stadiums
  • Fettleber, Nachweis über Ausmaß und Ursache
  • Tumore in der Leber, Nachweis ob gut- oder bösartig
  • Beispielsweise bei einer Autoimmunhepatitis, wenn der Patient mit Immunsuppressiva behandelt wird

Die Leberbiopsie sichert die Diagnose ab, ist also keine vorrangige Untersuchung einer Lebererkrankung.

Durchführung einer Leberbiopsie

Vor der Leberbiopsie wird dem Patienten Blut abgenommen, um bestimmte Krankheiten ausschließen zu können und die Blutgerinnung zu bestimmen. Am Tag der Untersuchung ist der Patient nüchtern (ein paar Stunden vor der Biospie keine Nahrungsaufnahme, keine Flüssigkeit) und wird auf dem Rücken liegend, die rechte Hand unter seinem Kopf, behandelt.

Die eigentliche Punktion geht sehr schnell – der Arzt/die Ärztin führt eine Hohlnadel durch die Haut zwischen zwei Rippen in die Leber ein, mittels Sog wird das Gewebestück entnommen – der ganze Vorgang dauert maximal ein paar Sekunden.

Die Leberbiopsie kann ambulant, eventuell unter örtlicher Betäubung, durchgeführt werden. Der Patient sollte nach der Gewebeentnahme eine bestimmte Zeit ruhen. Die Lebergewebeprobe wird anschließend im Labor feingeweblich untersucht, bei Bedarf auch unter Ultraschall oder Röntgenstrahlen.

Sympathischer Arzt Im Zuge einer Leberbiopsie werden kleine Gewebeproben direkt aus der Leber entnommen. (Foto by: andresr / Depositphotos)

Risiken und Komplikationen einer Leberbiopsie

Bei einer Leberbiopsie kommt es sehr selten zu Komplikationen. Auftreten können folgende Beschwerden:

  • Blutergüssen oder Blutungen
  • eine Bauchfellentzündung
  • Infektionen
  • Verletzungen der Haut oder benachbarten Organen der Leber, Weichteilen oder Nerven
  • allergische Reaktionen auf das örtliche Betäubungsmittel
  • Herz-Kreislaufstörungen, wenn dem Patienten ein Beruhigungsmittel verabreicht wurde.

Fazit

Eine Leberbiopsie ist in der Regel risikoarm und wird zur sicheren Diagnoseerstellung bei bestimmten chronischen Leberkrankheiten durchgeführt. Die Untersuchung geht sehr schnell, kann ambulant durchgeführt werden und ist weitestgehend schmerzfrei.


Bewertung: Ø 3,0 (14 Stimmen)

Autor: FitundGesund Redaktion
Infos zum Autor: Medizinredakteure und Journalisten
Erstellt am: 30.08.2010
Überarbeitet am: 22.01.2020

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