Knick-Senkfuß

Ein Knick-Senkfuß ist eine Fußfehlstellung, die bei Kindern relativ oft auftritt. Die Form des kindlichen Knick-Senkfußes kann mehr oder weniger ausgeprägt sein und hängt von den anatomischen Verhältnissen des Kindes ab. Im Normalfall bereitet der Knick-Senkfuß keine Probleme und es ist auch keine Therapie erforderlich.

Knick-SenkfußEin Knick-Senkfuß ist eine Fußfehlstellung, die Ferse ist nach außen geknickt. (Foto by: petrograd99 / Depositphotos)

Ein kindlicher Knick-Senkfuß oder auch Knick-Plattfuß genannt, ist eine harmlose und häufig auftretende Fußverformung, bedingt durch anatomische Unterschiede des Körpers. Meist bemerkt man die Fußfehlstellung des Kindes erst, wenn es zu gehen beginnt. Dabei zeigt sich eine verstärkte X-Stellung der Ferse, der Knickfuß, und eine Abflachung am inneren Fußgewölbe, den Senkfuß. Ein großer Teil der Kinder haben eine Fußfehlstellung, diese ist in den meisten Fällen auch völlig normal und wächst sich quasi von selbst wieder aus. Ist die Fehlstellung allerdings sehr stark ausgeprägt und das Kind in seiner Bewegung eingeschränkt, oder die Fehlstellung bildet sich nicht automatisch nach dem 7. Lebensjahr zurück, muss sie behandelt werden.

Die Ursachen für einen kindlichen Knick-Senkfuß

Kinder haben im Vergleich zu Erwachsenen anatomische Unterschiede im Halteapparat, wodurch sie ihre Füße beim Laufen quasi nach innen drehen müssen. Kinder versuchen allerdings unbewusst, diese Einwärtsdrehung entgegenzuwirken. Dabei stellt sich die Ferse schräg und das Fußgewölbe senkt sich ab – das Ergebnis ist eine verstärkte X-Stellung der Kinderbeine und schlussendlich der Knick-Senkfuß. Andere Ursachen für den kindlichen Knick-Senkfuß können sein:

  • eine Muskelschwäche
  • instabile Bänder und Sehnen an den Beinen
  • starkes Übergewicht
  • sehr ausgeprägte X- oder O-Beine
  • eine Lähmung, besonders bei einem davon betroffenen hinteren Schienbeinmuskel
  • ein Unfall
  • eine Entzündung und Knochenerkrankungen
  • neurologische Erkrankungen

Symptome und Verlauf des kindlichen Knick-Senkfußes

Ein kindlicher Knick-Senkfuß macht sich durch eine verstärkte X-Stellung der Ferse und einem abgeflachten inneren Fußgewölbe bemerkbar.

Normal in einem Alter zwischen zwei und fünf Jahren sind eventuelle X-Beine, welche den Knick-Senkfuß bedingen können. Eltern erkennen die Fehlstellung meist durch den Abrieb an der Innenseite der Schuhe des Kindes.

Selten haben die Kinder mit einem Knick-Senkfuß Beschwerden. Sollten jedoch starke Schmerzen auftreten, muss das Kind zur Untersuchung zu einem Facharzt, um andere Fehlstellungen ausschließen zu können. Es kann sich möglicherweise um einen angeborenen Plattfuß oder auch zusammengewachsene Fußknochenanteile handeln, die dann therapiert werden müssen.

Untersuchungen und Diagnose

Zur Diagnose wendet der Arzt bestimmte Funktionstests an:

  • der Zehenspitzenstand
  • die Beweglichkeit der Fußgelenke
  • einen Fußabdruck (Podogramm)

Manchmal wird auch eine Untersuchung durch Röntgenaufnahmen angeordnet. Das wachsende Skelett des Kindes ist immer in alle Untersuchungen mit ein zu beziehen.

Ist die Diagnose nicht eindeutig, werden aus diesem Grund regelmäßige Verlaufskontrollen unternommen. Der Verlauf eines Knick-Senkfußes des Kindes ist gut, denn in den meisten Fällen kommt es bis zum Schulalter zu einer Spontanregulierung der Fehlstellung. Ist die Fehlstellung allerdings schwer, müssen über einen längeren Zeitraum orthopädische Einlagen getragen werden.

Behandlung, Therapie und Komplikationen

BarfußBarfuß laufen wirkt sich positiv auf die Fußgesundheit aus. (Foto by: ulkas78 / Depositphotos)

Zumeist entwickelt sich die Fehlstellung spontan zurück und muss nicht behandelt werden. Bleibt das abgeflachte Fußgewölbe bis ins Erwachsenenalter bestehen, hat das keinerlei gesundheitliche Folgen.

Positiv wirkt sich barfuß laufen oder spielerische Fußgymnastik (mit den Zehen nach kleinen Gegenständen greifen, etc.) aus. Wenn eine Therapie erforderlich wird, bekommt das Kind zumeist konservative Schuheinlagen und eine gezielte Physiotherapie. Ist ein Kind stark übergewichtig, kommen eine Ernährungsberatung und Diät zum Einsatz.

Helfen alle konservativen Maßnahmen nach Jahren nicht und die klinischen Beschwerden sowie starke Schmerzen bei jeder Belastung der Beine sind deutlich, kann operativ geholfen werden. Dabei gibt es zwei Operationsarten:

  • die Weiteiloperation – der Muskelzug wird verbessert, das Fußgewölbe angehoben
  • die knöcherne Operation – wird bei sehr schwerem Knick-Senkfuß angewendet

Prävention und was ich selbst tun kann

Einem kindlichen Knick-Senkfuß kann man nur bedingt vorbeugen, denn die Kinder sind aus anatomischen Gründen davon betroffen. Unterstützend kann allerdings viel barfuß laufen auf natürlichem Untergrund, also beispielsweise auf der Wiese, wirken. Die Schuhe des Kindes sollten immer bequem und nie zu eng sein, lieber hier ein wenig mehr Geld investieren. Denn das Angebot an qualitativ guten Kinderschuhen ist sehr gut. So können Eltern mit relativ wenig Aufwand die natürliche Ausreifung des Skelettes ihres Kindes unterstützen.


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