Filzläuse, Lausbefall

Von einem Lausbefall spricht man, wenn sich bestimmte Lausarten in der Kleidung oder den Haaren eines Menschen festsetzen. Neben der Filzlaus kann ein Mensch von der Kopf- und der Körper- bzw. Kleiderlaus befallen werden. Die Übertragung der Läuse findet von Mensch zu Mensch statt, im Fall der Filzläuse zumeist durch Geschlechtsverkehr.

LausbefallKopfläuse werden meist in Kindergärten oder Schulen übertragen. (Foto by: Goodluz / Depositphotos)

Was sind Filzläuse?

Tretern in den behaarten Körperregionen oder den Kleidern eines Menschen bestimmte Lausarten auf, spricht man von einem Lausbefall. Befallen kann der Mensch von der Filz-, Kopf- oder der Kleider- bzw. Körperlaus werden. Alle Lausarten leben vom Blut des Menschen und legen ihre Eier, die Nissen, in Haaren oder Kleidung ab, wo sie mit einer Klebesubstanz daran haften bleiben.

Die Übertragung findet von Mensch zu Mensch statt. Kopfläuse werden meist in Kindergärten oder Schulen übertragen (Hygiene spielt keine Rolle), Kleider- oder Körperläuse treten vorwiegend bei Obdachlosen oder in Sammellagern (mangelnde Hygiene) auf und die Filzläuse befallen den Menschen in den meisten Fällen bei engem, körperlichen Kontakt, zum Beispiel beim Geschlechtsverkehr.

Die Ursachen für Filzläuse und der Übertragungsweg

Die Läuse zählen zu der Fruppe der flügellosen, blutsaugenden Fellparasiten. Mehrmals täglich müssen sie Blut trinken. Die Eier (Nissen) legen die Läuse an Fasern oder Haarschäften ab. Nach rund neun Tagen schlüpfen aus den Nissen die noch nicht geschlechtsreifen Nymphen, die sich innerhalb von rund drei Wochen drei Mal häuten. Danach sind die Weibchen bereits in der Lage, nach der Befruchtung ihre Eier abzulegen.

Filzläuse werden in der Regel durch engen körperlichen Kontakt, in den meisten Fällen beim Geschlechtsverkehr, übertragen. Selten können sie auch über die Bettwäsche oder Matratzen an den neuen Wirt gelangen. Andere Läuse gelangen dagegen von Haar zu Haar, über Bürsten und Kämme, Handtücher oder Kissen, die von mehreren Menschen benutzt werden, auf eine andere Person. Das geschieht meist in Garderoben, Massenquartieren oder öffentlichen Verkehrsmitteln.

Die Symptome bei Filzläusen

Es kann länger dauern, bis sich die ersten Symptome bei einem Lausbefall zeigen. Das liegt daran, dass es doch einige Zeit in Anspruch nimmt, bis sich die Lauspopulation vermehrt hat und das Immunsystem des Menschen darauf reagiert.

Die Betroffenen leiden unter starkem Juckreiz, der sich vor allem in der Nacht bemerkbar macht. Der Juckreiz entsteht durch den Läusespeichel beim Biss. Die Hautstellen sind überdies gerötet. Die Nissen finden sich je nach Lausart an den behaarten Stellen des Körpers wie der Kopfhaut, den Schamhaaren, ferner den Achselhöhlen oder Oberschenkeln, der Brust, im Bart oder den Wimpern und Augenbrauen.

Bei Filzläusen bemerkt der Betroffene oft rostfarbene Flecken in seiner Unterwäsche, die von den Exkrementen oder auch kleinen Hautverletzungen durch den Biss der Tiere stammen. Manchmal finden sich bei einem Filzlausbefall blaue, rund zwei Zentimeter große Flecken, die schmerzlos sind und sich nicht wegdrücken lassen. Dabei handelt es sich um Einblutungen rund um den Läusebiss.

Die Behandlung bei Filzläusen

Behandlung LausbefallIn erster Linie wird der Lausbefall durch spezielle Insektizide in Form von Shampoos behandelt. (Foto by: alinute / Depositphotos)

Es ist notwendig sofort nach der Diagnosestellung mit der Behandlung zu beginnen.

Insektizide

In erster Linie wird der Lausbefall durch spezielle Insektizide in Form von Shampoos, Gels oder Emulsionen behandelt.

Entfernung der Körperhaare

Die Körperhaare müssen abgeschnitten werden, egal, an welcher Stelle der Lausbefall sich befindet. Danach werden die betroffenen Körperstellen ausgekämmt (Läusekamm) und mit den entsprechenden Präparaten behandelt. Wenn Augenbrauen oder Wimpern betroffen sind, sollten diese mehrmals täglich mit Olivenöl oder Vaseline betupft werden. Nach ein paar Tagen können die Nissen mittels Pinzette entfernt werden.

Die medikamentöse Behandlung muss mindestens noch einmal (nach einer Woche) wiederholt werden.

Handelt es sich um Filzläuse, muss auch der Partner behandelt werden. Die komplette Wäsche, die benutzt oder getragen wurde, ist unverzüglich bei mindestens 60° zu waschen. Hält sich der vom Lausbefall Betroffene konsequent an die Behandlung, stellt sich der Therapieerfolg schnell ein.

Eltern müssen der Schule oder dem Kindergarten den Lausbefall ihres Kindes melden. Da Läuse auch Krankheiten übertragen können, wie das epidemische Läuse-Rückfallfieber, sollte eine Therapie schnellstmöglich erfolgen.

Kann man einem Lausbefall vorbeugen?

Nur durch besondere Aufmerksamkeit und im Falle der Kleider- und Körperläuse durch hygienische Maßnahmen kann dem Lausbefall vorgebeugt werden. Bei Filzläusen sollte bei einem Befall auf engen körperlichen Kontakt verzichtet und sofort eine gemeinsame Therapie begonnen werden.


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