Erste Hilfe bei Epilepsie

Bei einer Epilepsie handelt es sich um eine neurologische Erkrankung, in deren Folge aufgrund von unnormalen nervlichen Erregungsbildungen Krampfanfälle entstehen. In der Regel kommt es immer wieder zu epileptischen Anfällen (Dauer zwei bis drei Minuten), weil das Gehirn sich dauerhaft in diesem Ausnahmezustand befindet.

EpilespieBei Epilepsie handelt es sich um eine neurologische Erkrankung. (Foto by: sudok1 / Depositphotos)

Epilepsie ist eine der unheimlichsten Krankheiten der Welt. Das eigene Gehirn, welches wir 24 Stunden am Tag für jeden Gedanken, jeden Traum, jede Muskelbewegung und jede Empfindung benötigen, versagt uns einfach seinen Dienst und klinkt sich aus: Unkontrollierte Muskelzuckungen sind die Folge, man verliert das Bewusstsein, der Körper macht, was er will.

Wie erkennt man einen epileptischen Anfall?

In der Regel dauert ein epileptischer Anfall zwei bis drei Minuten und macht sich durch folgende Symptome bemerkbar:

  • Der Betroffene fällt plötzlich hin
  • Der Betroffene ist vorübergehend bewusstlos
  • Der Betroffene zuckt und schlägt um sich
  • Der Körper des Betroffenen verkrampft sich
  • Möglicherweise geht Urin ab und es kommt zu (blutigem) Speichelfluss
  • Der Puls des Betroffenen ist schnell

Nach dem akuten Epilepsieanfall kommt es beim Betroffenen zu einem dämmer- oder schlafähnlichen Zustand, er kann sich nicht an den Anfall erinnern.

Was tun bei einem epileptischen Anfall?

Da die meisten epileptischen Anfälle in der Regel nach ein paar Minuten wieder abklingen, sollten im Grunde Maßnahmen ergriffen werden, um den Epileptiker beim Stürzen zu schützen. So sind folgende Maßnahmen wichtig:

  • Gegenstände, an denen sich ein Epileptiker verletzen kann, sind umgehend zu entfernen, wie zum Beispiel Stühle
  • Der Betroffene sollte während des Anfalls nicht festgehalten werden, nur beim Sturz ist er abzustützen
  • Es sollte keinesfalls ein Gegenstand zwischen die Zähne des Betroffenen geschoben werden - Der Epileptiker kann vorübergehend bewusstlos bleiben.

Weitere Maßnahmen nach dem Anfall sind:

  • Eventuell ist es notwendig, die Atemwege frei zu halten, beispielsweise Zahnprothesen zu entfernen.
  • Den Betroffenen in eine stabile Seitenlage bringen.
  • Bei Bewusstlosigkeit: Die Atmung und der Puls sind, wenn möglich, zu überprüfen und es ist umgehend ein Notarzt zu verständigen (144, Euro Notruf 112), wenn erforderlich lebensrettende Maßnahmen einsetzen.
  • Bei Bewusstsein: Der Betroffene ist nicht allein zu lassen, laute Geräusche oder äußere Reize, wie grelles Licht, sind zu vermeiden (wenn möglich), die Lebenszeichen, wie die Atmung, sind regelmäßig zu kontrollieren.
  • Wenn Verletzungen vorhanden sind, diese behandeln.
  • Den Betroffenen, wenn möglich, zudecken.

Wann ist bei einem epileptischen Anfall ein Notarzt zu rufen?

Frau nach epileptischen AnfallBei einigen Beschwerdebildern aufgrund eines epileptischen Anfalls muss ein Notarzt gerufen werden. (Foto by: macor / Depositphotos)

Wenn der Anfall länger als 5 Minuten andauert, handelt es sich um einen Notfall und es muss ein Notarzt verständigt werden (144, Euro-Notruf 112). Ebenso ist ein Notarzt zu rufen, wenn der Betroffene ein blau angelaufenes Gesicht aufweist oder verwirrt und orientierungslos ist. Auch wenn die Krämpfe und Zuckungen erneut beginnen, ist sofort ein Arzt hinzuziehen. Ebenso bei anhaltender Bewusstlosigkeit des Betroffenen.

Weitere Informationen

Die notwendigen lebensrettenden Maßnahmen kann man in einem Erste-Hilfe-Kurs beim Roten Kreuz erlernen. Auch das Internet oder interessante Fachbücher zum Thema bieten praktische Ratschläge und Hilfe.

In den meisten Fällen, so auch bei epileptischen Anfällen, gilt es, Ruhe zu bewahren und den Betroffenen zu beruhigen. In jedem Fall sollte man nicht wegschauen und nach besten Kräften dem Betroffenen helfen. Bereits das Beruhigen ist eine enorme Hilfe für einen Epileptiker und ein Handy für einen Notruf haben die meisten Menschen heute ohnehin dabei.


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