Autismus - Störungen im zwischenmenschlichen Verhalten

Autismus ist eine weit verbreitete Krankheit, die Kinder betrifft. Die Störung kann in unterschiedlichen Altersklassen auftreten und wird im weiteren Verlauf die Persönlichkeit stark oder weniger stark ausgeprägt beeinträchtigen. Typisch für einen Autisten ist, dass er sich von seinem Mitmenschen isoliert.

AutismusAutismus wird durch die Abkapselung der Außenwelt oder an Interessenlosigkeit erkannt. (Foto by: chrupka / Depositphotos)

Die typischen Symptome betreffen drei Lebensbereiche, in denen ein erkrankter Mensch beeinträchtigt sein wird:

  1. Zunächst wird sich ein Autist von seiner Umwelt abkapseln, sodass zwischenmenschliche Beziehungen unwahrscheinlich sind.
  2. Obendrein wird sich die Sprachentwicklung nicht sehr gut fortsetzen.
  3. Letztendlich neigt der Autist auch dazu, ein bestimmtes Verhalten immer wieder zu zeigen. Im Vergleich zu Altersgenossen sind die Interessen sehr begrenzt.

Autismus kann in mehreren Formen auftreten, sodass es auch vielseitige Störungen und Ausprägungen gibt.

Frühkindliche Autismus

Der Frühkindliche Autismus wird als Kanner Syndrom bezeichnet und zeigt sich bereits im Babyalter. Viele Personen, die solche Symptome im Babyalter zeigen, sind später geistig eingeschränkt und können wahrscheinlich niemals ein Leben oder Unterstützung führen.

Asperger-Syndrom

Das Asperger-Syndrom tritt bei Kindergarten- oder spätestens bei Grundschulkindern auf. Dies ist eine mildere Störung des Autismus. Hier werden sich die Intelligenz und die Sprache ganz normal weiterentwickeln und auch ein späteres normales Leben ist möglich.

Atypischer Autismus

Eine weitere Form wird als atypischer Autismus bezeichnet und tritt erst später auf. Hier wird jedoch auch ein ganz gewöhnliches Leben möglich sein.

Rett-Syndrom

Als Rett-Syndrom wird eine Entwicklungsstörung bezeichnet, die ebenfalls einer lebenslangen Unterstützung bedarf.

Ursachen von Autismus

Die genauen Ursachen des Autismus sind bis heute noch nicht vollends geklärt. Es gilt jedoch als recht sicher, dass biologische Faktoren eine signifikante Rolle spielen. Einige Forschungsergebnisse sprechen dafür, dass die Ursachen von Autismus genetisch bedingt sind. Verwandte von Autisten zeigen nicht selten auch autistische Züge oder ähnliche Symptome.

Weiterhin bestätigten Zwillingsstudien diese Aussage. Wenn ein Zwillingskind Autist ist, wird in der Regel auch sein Zwilling eine autistische Störung haben. Bei eineiigen Zwillingen liegt die Wahrscheinlichkeit sogar bei etwa 95 %, dass beide Kinder an einer autistischen Störung leiden. Bei zweieiigen Zwillingen beträgt die Rate nur 23 %. Bei Geschwistern ist die Wahrscheinlichkeit nicht so hoch, jedoch zeigen Geschwister von Autisten nicht selten ähnliche Symptome.

Die geistige und sprachliche Weiterentwicklung verläuft oftmals mit Einschränkungen. Die verschiedenen Formen der Krankheit können ganz einfach durch die Entstehung von Autismus erklärt werden. An der Entstehung sind nämlich vier bis zehn genetische Faktoren beteiligt. Beim Rett-Syndrom, welches nur bei Mädchen vorkommt, ist ein bestimmtes Gen auf dem X Chromosom verändert.

Symptome von Autismus

Autismus wird durch die Abkapselung der Außenwelt oder an Interessenlosigkeit erkannt. Der Begriff Autismus umfasst viele Störungen, jedoch entwickeln die Betroffenen nicht immer die gleichen Symptome.

Im Allgemeinen wirkt sich die Krankheit auf ganz verschiedene Lebensbereiche aus. Typische Symptome, die fast jeder Autist zeigt, sind:

  • Störungen in Puncto Freundschaft und zwischenmenschlichen Beziehungen
  • eine gestörte Kommunikation
  • stark begrenzte Interessen und stereotype Verhaltensweisen

Ein Autist wird dazu neigen, keine sozialen Kontakte aufzubauen und sich demnach abzukapseln. Manche Betroffene wirken seltsam und unnahbar. Sie können sich nicht in die Gefühle anderer Personen hineinversetzen.

Ein Autist ist nicht in der Lage eine dauerhafte Beziehung mit einer anderen Person aufzubauen. Auf Kontaktversuche wirken Betroffene immer abweisend. Sogar Blickkontakten weichen sie aus. Umarmungen und Berührungen werden stark abgelehnt.

Weitere typische Symptome zeigen sich in einem weniger intensiven Nachahmungsverhalten. Weiterhin wollen autistische Kinder keinen Trost gespendet bekommen, wenn sie Kummer haben.

Symptome beim Kanner Syndrom

Beim Kanner Syndrom zeigen sich die ersten Symptome recht früh, sodass bereits im Säuglingsalter auffällt, dass sie andere Personen nicht ansehen und nicht begrüßen.

Symptome beim Asperger Syndrom

Beim Asperger-Syndrom sind die Störungen zwischenmenschlicher Beziehungen häufig weniger tief greifend. Im Kindergartenalter wird dann auffallen, dass die Kinder weniger Kontakt zu anderen Kindern suchen und sich ein wenig isolieren.

Symptome beim Rett-Syndrom

Beim Rett-Syndrom werden die ersten Symptome zwischen dem 6. Lebensmonat und dem 4. Lebensjahr allerdings nur bei Mädchen auftreten. Die geistige und körperliche Entwicklung bricht ganz plötzlich ab oder verlangsamt sich.

Symptome beim atypischen Autismus

Beim atypischen Autismus wird man die ersten Symptome ab dem 3. Lebensjahr bemerken. Die Ausprägung der Persönlichkeitsstörungen ist dann aber weniger stark.

Untersuchungen und Diagnose

Autismus KrankheitEs gibt verschiedene Formen des Autismus. (Foto by: jmpaget / Depositphotos)

Die Diagnose Autismus ist nicht so einfach zu stellen, wie man vielleicht meinen mag. Nicht jedes Baby, das sich nicht für seine Umwelt und Mitmenschen interessiert, ist gleich ein Autist. Manche Kindergartenkinder möchten auch gerne für sich sein, ohne gleich an dieser Krankheit zu leiden. Angststörungen können häufig ebenfalls eine Ursache sein.

Bei Verdacht auf Autismus wird der Arzt erst einmal die Eltern nach typischen Verhaltensweisen fragen. Um eine Diagnose zu stellen, sind außerdem Fragebögen auszufüllen. Die Kinder müssen genau beobachtet werden. Oftmals vergeht viel Zeit, bis es gelingt, diese Störung sicher festzustellen.

Gen-Test

Sollten Anzeichen für das Rett Syndrom vorliegen, kann ein Gen-Test durchgeführt werden.

Es ist unbedingt notwendig, andere Krankheiten auszuschließen, um sicherzugehen, dass es sich um Autismus handelt. Psychosen oder eine Minderung der Intelligenz können ebenfalls ein solches Verhalten ausdrücken. Untersuchungen in den Bereichen Wahrnehmung, Motorik, Sprache, Intelligenz und Sozialverhalten werden genauere Informationen über die Stärken und Schwächen liefern.

Behandlung, Therapie und Komplikationen

Die Therapie von Autismus ist individuell und richtet sich immer nach den einzelnen Ausprägungen und den Einschränkungen. Auch die Stärken müssen beachtet werden. Die Behandlung zielt nicht auf die Heilung ab, da dies schier nicht möglich ist.

Die Störung soll vielmehr begleitet werden. Trotz Therapie sind Betroffene ihr Leben lang eingeschränkt. Im Allgemeinen ist es wichtig, dass die Therapie bestimmte Ziele verfolgt:

  • Zunächst soll die normale Entwicklung der Betroffenen gefördert werden.
  • Die Menschen sollen im Umgang mit anderen Menschen unterstützt werden.
  • Wiederholende Verhaltensweisen sollen abgebaut werden.
  • Auch die Familie der Betroffenen muss unterstützt werden, da auf ihnen eine besondere Belastung liegt.

Viele wissen mit der Krankheit nicht richtig umzugehen. Psychiater, Psychologen und Pädagogen versuchen mit ganz verschiedenen Methoden die Ziele zu erreichen.

Es stehen bisher keine Medikamente zur Verfügung, die zuverlässig gegen die Störungen helfen. Aus diesem Grund kommen Medikamente nur zum Einsatz, um Begleiterscheinungen zu behandeln. Neuroleptika helfen dabei, Spannungszustände und selbstverletzendes Verhalten abzubauen. Auch epileptische Anfälle sind keine Seltenheit bei Autisten, sodass auch in diesem Bereich Medikamente eingesetzt werden.

Diverse Beruhigungstees können ebenfalls helfen. Eine Verhaltenstherapie, in der mit Belohnungen gearbeitet wird, schlägt häufig gut an. Hierbei kann schon ein Stück Schokolade ausreichen.

Prävention und was ich selbst tun kann

Die Möglichkeit dem Autismus vorzubeugen ist leider nicht bekannt.

Allgemein gilt aber: Je früher die Krankheit erkannt wird, umso besser kann sie therapiert werden. Wichtig ist, dass man sich viel mit den Kindern beschäftigt und nicht die Hoffnung auf Besserung verliert. Wie die Krankheit letzten Endes verläuft, hängt auch immer von der jeweiligen Form ab.

Mit viel Arbeit und Mühe wurde jedoch schon einiges erreicht. Besonders ausgezahlt hat sich das "Belohnungssystem". Wenn man was von dem Kind will, dieses aber keine Lust darauf hat, sollte mit Belohnungen gearbeitet werden.

Hier eine Reportage über die Welt der Autisten:


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