Das Kind im 3. Lebensjahr

Die Babyzeiten sind nun endgültig vorbei, was vor allem die Mütter mit einem lachenden und einem weinenden Auge betrachten. Die Kleinen werden immer selbständiger und entdecken den eigenen Willen. Auch das Töpfchen-Training wird in diesem Jahr Thema.

Kind im dritten LebensjahrDer Nachwuchs im 3. Lebensjahr wird immer selbstständiger und entdeckt den eigenen Willen, (Foto by: Reanas / Depositphotos)

Wortschatz und Sprache

Das Kind vervielfacht in diesem Lebensjahr seinen Wortschatz erheblich. Die Anzahl der Wörter liegt normalerweise am Ende dieses Jahres etwa bei 900 bis 1000. Das Kind ist nun schon in der Lage, Mehrwortsätze zu sprechen und kann sich nicht nur innerhalb der Familie, sondern auch anderen Personen gegenüber verständlich ausdrücken. Motorisch klappt es mit dem Laufen immer besser. Das Kind kann rennen, springen und die Treppen hoch laufen, nur beim Heruntergehen braucht es möglicherweise noch ein wenig Hilfe.

Wut und Sturheit

Zum Leidwesen der Eltern bekommt das Kind in diesem Lebensabschnitt öfter Wutanfälle. Das kann verschiedene Gründe haben. Zum Einen stößt es immer wieder an Grenzen, die die Eltern ihm setzen. Darüber hinaus ist es körperlich in vielen Dingen noch nicht so weit wie es gern möchte. Der eigene Wille kollidiert mit der Unfähigkeit, Dinge tatsächlich allein auszuführen.

Als Beispiel: Das Kind möchte sich selbst etwas zu trinken einschenken, aber die Flasche ist so schwer, dass das Glas Übergewicht bekommt und umfällt, der Saft läuft über den Tisch und auf den Fußboden. Das allein ist schon Grund genug, wütend zu sein. Kommt nun auch noch die Mutter hinzu und schimpft, ist der Wutanfall vorprogrammiert.

Kühlen Kopf bewahren

Glückliches KindMotorisch klappt es im dritten Lebensjahr mit dem Laufen immer besser. (Foto by: ababaka / Depositphotos)

Eine weitere typische Situation kennen sicher viele Eltern mit Kindern im so genannten Trotzalter. Beim Einkaufen wandert die Schokolade vom Regal in die kleine Hand, von da aus in den Einkaufswagen und wird von der Mutter wieder zurückgelegt, weil das Kind heute keine Schokolade bekommen soll. Nun müssen die Kleinen Frust ablassen, indem sie sich laut schreiend auf den Boden werfen. Für Eltern gilt, in solchen Fällen einen kühlen Kopf und Ruhe zu bewahren, so schwer es auch oft fallen mag. Reagieren die Eltern ihrerseits mit Wut oder gar Gewalt, lernt das Kind diese Reaktionen als normal kennen und reagiert in vergleichbaren Situationen ebenso. Besser ist es, den Kindern ruhig und liebevoll, aber bestimmt Grenzen aufzuzeigen, in schwierigen Situationen Hilfe anzubieten und ansonsten als gutes Vorbild zu fungieren. Der Vorteil in diesem Alter ist nämlich, dass die Kinder durch Nachahmung lernen.

Sauberwerden

Ein weiteres großes Thema in diesem Jahr ist das Sauberwerden. Wann die Kleinen in der Lage sind, ihre Körperfunktionen zu kontrollieren, ist von Kind zu Kind verschieden. Auf keinen Fall sollte von Seiten der Eltern Druck ausgeübt werden. Besser ist es, das Töpfchen anfangs spielerisch in den Alltag einzubringen. Erst, wenn das Kind von sich aus signalisiert, dass es bereit ist, wird mit dem Töpfchentraining begonnen. Deutliche Zeichen sind:

  • das Kind will bei dem Toilettengang der anderen Familienmitglieder dabei sein
  • möchte selbst Töpfchen oder Toilette benutzen möchte.
  • Das Kind zieht sich für das große Geschäft in eine stille Ecke zurück und teilt den Eltern mit, wenn die Windel nass oder voll ist.
  • Am Tag und auch in der Nacht ist die Windel nicht mehr so gefüllt wie üblich.
  • Darüber hinaus sollte das Kind einfache Anweisungen verstehen und befolgen können.

Viele Eltern wählen für das Töpfchentraining übrigens die Sommermonate, weil die Kinder dann nicht so viel Kleidung tragen und die Kleidung schneller gewechselt ist. Im eigenen Garten kann das Kind auch öfter einmal „unten ohne“ herumlaufen. Während viele Kinder tagsüber schon trocken sind, kann es etwas länger dauern, bis auch in der Nacht keine Unfälle mehr passieren. Ebenso normal ist, dass die Kleinen ihre Blasenfunktion früher beherrschen als den Darm und für ihr großes Geschäft lieber noch eine Windel umhaben möchten.


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