Die Sexualität im Alter

Auch ältere Menschen verlieben sich, doch oft verlieren sie die Fähigkeit, dies auch offen zu zeigen. Dabei ist die Sexualität ein Ausdruck der Lebensfreude und der Vitalität, killt Falten stärkt das Immunsystem. Darum sollte und darf die Sexualität im Alter kein Tabu sein.

Sexualität im AlterAuch ältere Menschen wollen ihre Sexualität ausleben. (Foto by: Wavebreakmedia / Depositphotos)

Die Sexualität im Alter

Auch im Alter verlieben sich Menschen und haben Spaß am Sex. Doch ist es nicht mehr so einfach, seine Wünsche auch auszudrücken. Beziehungen im höheren Alter haben absolut positive Auswirkungen, wirken lebensverbessernd- und verlängernd:

  • Die Vitalität und Lebensfreude wird gesteigert
  • Das Immunsystem wird gestärkt
  • Schmerzen werden gemildert
  • Sogar Falten werden gekillt

Was spricht also gegen Sexualität im Alter? Nichts, nur dass unsere Gesellschaft nicht wirklich damit umgehen kann. Denn die Sexualität im Alter ist nicht mehr so aufregend wie in der Jugend, die sexuellen Kontakte und Praktiken verschieben sich. Geschlechtsverkehr ist nicht mehr die Praktik Nr. 1, es geht vielmehr um Zärtlichkeit und Berührung.

Natürlich gilt zu bemerken, dass Menschen, die schon immer sexuell aktiv waren, es auch im Alter eher sein werden als Menschen, denen Sexualität nicht viel im Leben bedeutet hat. Dazu kommen die ganz natürlichen Faktoren, die die Alterssexualität einschränken wie die Veränderungen des Körpers oder der Lebensumstände und die Zunahme von Krankheiten.

Bekennen sich ältere Menschen offen zu ihrer Sexualität, werden sie oft belächelt. Besonders Frauen wird Sexualität im Alter noch eher abgesprochen als den Männern - häufig sehen wir prominente ältere Männer mit wesentlich jüngeren Frauen und befinden das nicht als anormal.

Und zu diesen Akzeptanzproblemen der Frauen gesellen sich ganz andere: Frauen leben länger als Männer, sehr oft haben sie keinen Partner mehr, wenn sie älter werden. Und es ist für die älteren Frauen oft schwierig, sich auf eine neue Beziehung nach dem Verlust einzulassen. Die Fähigkeit zum Orgasmus bleibt auch im Alter erhalten. Trotz aller Widrigkeiten sollte es auch den älteren Menschen ermöglicht werden, frei zu ihrer Sexualität zu stehen und diese auch zu leben, beispielsweise in Altersheimen.

Körperliche Einschränkungen

Mit zunehmendem Alter kommt es zu Veränderungen des Körpers, die Gelenke und Knochen werden anfälliger gegenüber Belastungen, Haare und Haut werden dünner und die inneren Organe funktionieren nicht mehr wie die eines 25-jährigen.

Manche der körperlichen Umstellung wirken sich bei Frauen folgendermaßen aus:

  • Der Östrogenspiegel im Blut sinkt nach der Menopause
  • Die Schleimhaut der Scheide wird weniger elastisch und wird nicht mehr so feucht. Das kann zu Verletzungen beim Geschlechtsverkehr führen.

Bei den Männern braucht es mehr Stimulation, um zu einer Erektion zu gelangen, der Penis wird nicht mehr ganz so steif.

Dazu kommt das Nachlassen der Libido, bei Frau und Mann. Doch auch altersbedingte Krankheiten wie Diabetes führt beim Mann beispielsweise zu Erektionsstörungen. Auch Arteriosklerose kann zu Störungen der Erektion führen.

Operationen im Beckenbereich, insbesondere an der Gebärmutter der Frau oder der Prostata beim Mann, können zu Nervenverletzungen führen und so die sexuelle Empfindung bzw. die Erektionsfähigkeit stören.

Ein weiteres Problem stellt die Blasenschwäche - Harninkontinenz dar, die sowohl bei Frauen wie auch Männern auftreten kann. Da es nicht leicht fällt, darüber zu sprechen, auch nicht mit einem Arzt, kann das sexuelle Interesse natürlich schweren Schaden nehmen und der Betroffene kann depressiv werden. Reden hilft, es gibt medizinische Hilfe bei Harninkontinenz und die Depression fällt weg – die Lust auf Sex nimmt wieder zu.

Häufig kommt es auch aufgrund verschiedener Medikamente zur Unlust. Oft hilft es schon, ein anderes Medikament einzunehmen, doch niemals sollte dies eigenmächtig geschehen – immer mit dem behandelnden Arzt absprechen. Er ist Vertrauensperson, versteht die Problematik und kann außer einer möglichen Umstellung der Medikation auch noch Ratgeber sein, wie man Sexualstörungen in den Griff bekommt.

Glückliches, älteres EhepaarIm Alter stehen Zärtlichkeit und Berührung im Vordergrund. (Foto by: monkeybusiness / Depositphotos)

Das beste Mittel bei Sexualstörungen, auch im Alter, ist ergo immer das Gespräch – insbesondere mit dem Partner. Ein gemeinsames Gespräch mit einem Psychotherapeuten etwa kostet anfangs sicher Mut, aber es kann auch älteren Menschen geholfen werden, mit sehr viel Erfolg.

Fazit über Sex im Alter

Sexualität im Alter ist zwar kein Thema, über das die Welt spricht, aber sie ist ganz normal und durchaus gesund. Sex im Alter wirkt lebensverlängernd, verbessert die Lebensqualität, killt Falten und stärkt ganz allgemein das Immunsystem. Natürlich ändern sich die Sexualpraktiken, aber nichtsdestotrotz, sollte Sex im Alter nicht tabuisiert, sondern frei ausgelebt werden. Gesundheitliche Veränderungen sind normal, mit Einfühlungsvermögen und einem guten Gespräch von Patient zu Arzt ist jedoch vieles in den Griff zu bekommen und Sex kann weiterhin mit Spaß praktiziert werden.


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