Wenn Kinder Mütter werden

Bringen sehr junge Mädchen Kinder zu Welt, so ist dies in den meisten Fällen mit Problemen unterschiedlichster Art verbunden: Zu den finanziellen Problemen kommt die Sorge um die berufliche Zukunft, zudem müssen die Mädchen, selbst geistig oft noch Kinder, sehr früh erwachsen werden.

Teenager ist schwangerTeenager Mütter haben eine große Herausforderung zu bewältigen. (Foto by: Barabasa / Depositphotos)

Wenn ein Kind ein Kind bekommt

Die Pubertät setzt in Westeuropa immer früher ein. Die genauen Gründe hierfür sind noch nicht vollumfänglich geklärt, vermutet wird ein Zusammenhang mit der Nahrung, die auch immer mehr künstliche Stoffe und Hormone erhält.

Viele Mädchen haben so heute schon mit zehn Jahren ihre Periode - und damit sind sie geschlechtsreif und können schwanger werden. Da mit der beginnenden Pubertät auch die Interessen andere werden, haben nicht wenige Mädchen unter 14 Jahren bereits zahlreiche sexuelle Erfahrungen.

Doch der Geist ist nicht immer so weit entwickelt wie der Körper: Viele Mädchen lassen sich zum Sex drängen, weil sie einen Jungen nicht verlieren wollen oder auch, weil sie anderen imponieren wollen.

Das Wissen über Verhütung ist teilweise kaum vorhanden oder das Thema wird bewusst ausgeklammert, weil man denkt, es würde so früh sicher noch nichts passieren. Neben Unwissen über körperliche Zusammenhänge spielen auch bei vielen Mädchen, die im Kindesalter selbst ein Baby bekommen, psychologische Gründe eine Rolle.

Gerade Mädchen, die selbst kein intaktes Zuhause hatten, sich aber sehr danach sehnen, erscheint ein eigenes Baby als ideale Lösung, um Liebe und Geborenheit zu spüren. Sie wollen alles besser machen als die eigenen Eltern - oft funktioniert dies natürlich nicht, weil die notwendige Reife aufgrund des jungen Alters nicht da ist.

Und wenn es passiert ist...?

Junge werdende MutterBeratungsstellen können jungen Müttern helfen. (Foto by: Wavebreakmedia / Depositphotos)

Ein Mädchen, was im Kindesalter schwanger wird, bemerkt dies oft gar nicht.

  • Psychologen vermuten, dass eine Schwangerschaft beziehungsweise die Möglichkeit, dass sie eingetreten sein könnte, innerlich derart verdrängt wird, dass man die Anzeichen einer Schwangerschaft wirklich nicht wahrnimmt.
  • Dazu kommt noch, dass viele sehr junge Mädchen die Periode sehr unregelmäßig hatten. Dass diese dann ausbleibt, wird nicht bemerkt.
  • Auch Eltern und Lehrern fällt eine Schwangerschaft oft monatelang nicht auf, denn bei einem 11-jährigen Mädchen rechnet man nicht damit und denkt erst einmal an Pubertätsspeck. Haben die Mädchen einmal von ihrem Zustand erfahren, wissen sie sich oft geschickt zu kleiden und können die Schwangerschaft nicht selten bis zur Geburt verbergen.

Gut, wenn sie vorher bemerkt wird - denn dann kann geplant werden, wie das weitere Vorgehen aussehen soll. Verständlicherweise sind viele Eltern geschockt: Ihr Kind bekommt selbst ein Kind? Vorwürfe oder der Zwang zu einer Abtreibung, die ein Mädchen lebenslang traumatisieren könnte, helfen jedoch nicht, sondern tragen nur zu einem schweren Zerwürfnis bei.

Betroffenen sei angeraten, rasch einen Arzt aufzusuchen, der die notwendigen Vorsorgeuntersuchungen durchführt. Auch der Gang zu einer Beratungsstelle ist wichtig. Hier erfahren die jungen Mütter, wie ein Leben mit dem Baby aussehen kann und welche Hilfen finanzieller und psychologischer Art ihnen zustehen würde. Natürlich kann hier auch über Altenativen, so zum Beispiel eine Adoption, gesprochen werden.


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