Krampfadernentfernung

Die kleinen fadenartigen Äderchen, die bläulich durch die Haut schimmern, sind meistens harmlos und ungefährlich. Nicht immer aber bleiben sie so ungefährlich wie sie anfänglich aussehen. Aus winzigen Besenreisern bilden sich immer dicker werdende Krampfadern, die häufig Vorbote einer Erkrankung sein können. Krampfadern sind deshalb weitaus mehr als ein unschöner optischer Makel. Unterschiedliche etablierte Methoden können helfen, sie erfolgsversprechend zu behandeln.

KrampfadernentfernungBei Krampfadern handelt es sich um krankhaft erweiterte Venen. (Foto by: zlikovec / Depositphotos)

Die Gefäße sind sehr dünn und dafür verantwortlich, das Blut aus den Beinen zum Herzen zu befördern. In aller Regel benötigen sie hierfür Unterstützung, zumeist durch ausreichende Bewegungen der Beine, die das Blut dann regelrecht nach oben pumpen. Doch gerade diese fehlt in unserer heutigen Zeit häufig. Deshalb staut sich das Blut in den Venen, sodass diese anschwellen und über kurz oder lang sichtbar werden.

Als Ursachen für die Entstehung der Krampfadern wirken meist verschiedene Faktoren zusammen. Eine wichtige Bedeutung kommt neben dem Bindegewebe auch der Bewegung zu.

Welcher Arzt entfernt Krampfadern?

Betroffene, die unter Krampfadern (Varizen) zu leiden haben, sollten so schnell wie möglich einen Facharzt aufsuchen. Zuständig sind in der Regel Fachärzte für Phlebologie oder Gefäßchirurgie. In jedem Fall muss vorerst eine genaue fachmännische Abklärung stattfinden.

Wann eine Krampfaderentfernung ratsam ist

Nicht in jedem Fall müssen Krampfadern sofort entfernt werden. Manchmal helfen auch konservative Behandlungsmethoden. Dazu zählen:

Diese können dabei helfen die Beschwerden und Schmerzen zu lindern oder eine Verschlechterung des Zustandes vorzubeugen.

Die Krampfaderentfernung wird erst vorgenommen, wenn der Leidensdruck für den Patienten bereits zu hoch ist. Dabei ist mit der Entfernung in der Regel das „Ziehen der erkrankten Adern“ gemeint. Sobald die Stammvenen deutlich erweitert sind und funktionsunfähig werden, ist eine operative Entfernung medizinisch indiziert.

Je nach Schwere der Erkrankung und Ausprägung der Krampfadern gibt es verschiedene Methoden, aus denen die Fachärzte auswählen. Der behandelnde Arzt entscheidet mittels Ultraschalluntersuchung (Sonografie), welches Verfahren präferiert wird. Zu beachten ist, dass Krampfadern immer wieder kommen können, auch nach einer chirurgischen Entfernung. Ein Allheilmittel für Varikose gibt es nicht.

Mit Hilfe der Ultraschalluntersuchung wird die passende Methode zur Krampfaderentfernung bestimmt.Mit Hilfe der Ultraschalluntersuchung wird die passende Methode zur Krampfaderentfernung bestimmt. (Foto by: elenavolf / Depositphotos)

Operative Krampfaderentfernung

Stripping

Viele Patienten lassen sich die Krampfadern ziehen, das heißt, sie werden entweder teilweise oder vollständig entfernt. Man spricht auch von Teilstripping und Stripping.

Dabei schiebt der Arzt eine Sonde durch die betroffene Vene und durchsticht deren Venenwand. Das Gefäß wird jetzt herausgezogen. Bei der kompletten Entfernung ist das der Hauptast der Ader, bei der teilweisen Entfernung nur die erkrankten Teile des Gefäßes. Es handelt sich hierbei um einen kleineren chirurgischen Eingriff, der ambulant durchgeführt werden kann. Ist die Operation aufwendiger, muss sie eventuell stationär erfolgen.

Narben bleiben danach gewöhnlich nicht zurück.

CHIVA-Methode

Neben dieser Methode wenden Fachärzte auch die CHIVA-Methode an. Per Ultraschall findet der Arzt die erkrankten Venenabschnitte und bindet sie chirurgisch ab. So kann eine Rückbildung der Venen gelingen.

Die CHIVA-Methode funktioniert jedoch nur bei oberflächlichen Krampfadern, die noch nicht so stark ausgeprägt sind.

Externe Valvuloplastie (EVP)

Eine weitere operative Methode ist die Externe Valvuloplastie (kurz: EVP). Hier verringert der Arzt chirurgisch durch Einschnitt den Umfang der Vene. Die Venenklappen funktionieren danach wieder besser und bleiben sogar erhalten.

Operation KrampfadernMeist werden Krampfadern aus medizinischen und gesundheitlichen Gründen entfernt. (Foto by: kalinovsky / Depositphotos)

Entfernung per Verödung

Bei diesem Vorgang wird ein Verödungsmittel als Schaum oder Flüssigkeit in die betroffene Venenregion gespritzt. Die Venenwände werden durch eine entstehende Entzündung verklebt und dicht verschlossen. Die Verödung muss mitunter mehrfach wiederholt werden.

Entfernung mit Laser

Inzwischen wird sie in vielen Praxen angeboten: Die Laserbehandlung. Speziell bei Besenreiser gilt sie als besonders erfolgsversprechend.

Die betroffene Stelle am Bein wird angeschnitten, sodass der Facharzt behutsam eine Lasersonde einführen kann. Der Laser erhitzt nun die Krampfader solange, bis diese sich verschließt. Daraufhin kommt es zur Vernarbung.

Die Laserbehandlung wird ambulant unter örtlicher Betäubung durchgeführt.

Entfernung mit Radiowellen

Die Radiowellentherapie gehört wie auch die Laserbehandlung zum endovenösen Verfahren. Das heißt, es wird mit Hilfe eines Ultraschalls eine Sonde eingeführt. Die Hitze der Radiowellen zerstören die Gefäßwände, das darum befindliche Gewebe zieht sich daraufhin eng zusammen. Die Stammvene wird somit funktionslos.

Entfernung mit Kochsalzlösung

Heilpraktiker setzen auf diese biologische und sanfte Methode der Krampfaderentfernung, die als besonders schonend und nachhaltig im Vergleich zu den herkömmlichen Methoden gelten soll.

Die Methode existiert schon über 100 Jahre, geriet aber lange Zeit in den Hintergrund. Inzwischen wird sie wieder öfter angewendet. Das liegt auch daran, weil die Kochsalzlösung individuell auf die Körpersituation des Patienten angepasst wird und ausschließlich die erkrankten Adern vom Kochsalz angegriffen werden.

Die Entfernung mittels einer Kochsalzlösung beruht auf dem Verfahren nach Dr. Linser und verspricht weniger Vernarbungen und schnellere Genesung.

Ablauf

Eine hochkonzentrierte Kochsalzlösung wird zunächst in die Venen injiziert. Dadurch werden die Krampfadern so stark gereizt, dass die Gefäße komplett verschlossen werden. Das Bilden neuer Krampfadern wird erheblich verringert. Die verhärteten Gefäße werden vom Körper selbst Monate später wieder abgebaut.

Vorteile

  • Nach einer Kochsalzbehandlung ist kein Tragen von Kompressionsstrümpfen nötig.
  • Der Einsatz von Sonden und Narkose entfällt.
  • Es kommt nicht zu Nebenwirkungen wie Blutergüssen oder Vernarbungen.
  • Patienten sind direkt nach der Behandlung wieder fit und maximal eine Woche arbeitsunfähig.

Behandlung mit Blutegel

Das Besondere an dieser Methode ist, dass Behandelnde hier Tiere sind. Was Patienten wissen müssen: Blutegel helfen zur Entstauung und Schmerzlinderung, können aber Krampfadern nicht beseitigen oder entfernen und auch nicht reparieren. Auch kleine Besenreiser lassen sich durch Blutegel nicht beseitigen. Als vorbeugende Maßnahme gegen eventuelle Krampfadern kann das Ansetzen von Blutegeln aber sinnvoll sein.

Die Blutegel lassen die Schwellungen, die mitunter durch Krampfadern entstehen, verringern. Das Schmerzgefühl kann reduziert werden. Das Sekret der Blutegel mindert die Zähigkeit des Blutes, welche unter anderem für Thrombosebildung verantwortlich ist.

Ablauf

Blutegel werden nicht an warmen Tagen angesetzt. Sie werden immer neben eine Krampfader oder Vene gesetzt, nicht direkt darauf. Pro Behandlung werden vier bis sechs Blutegel gesetzt. Die Beißerchen bleiben zwischen 30 Minuten und zwei Stunden auf der behandelnden Stelle. Im Anschluss muss wegen der Blutung ein Verband gelegt werden. Das Kratzen an den Bissstellen sollte dann unbedingt vermieden werden.

Nachbehandlung

Nachsorge und Heilungsdauer

Nach einer operativen Krampfaderentfernung wird das Tragen von Kompressionsstrümpfen empfohlenNach einer operativen Krampfaderentfernung wird das Tragen von Kompressionsstrümpfen empfohlen (Foto by: zlikovec / Depositphotos)

In der Regel müssen Patienten nach einer operativen Krampfaderentfernung zuerst Verbände und später für einige Wochen Bandagen oder Kompressionsstrümpfe tragen. Diese helfen für eine optimale Genesung und beugen Schwellungen vor. Außerdem verhindern sie die Bildung von Blutgerinnseln.

Auf Sport oder schwere körperliche Betätigungen sollte zumindest eine Woche verzichtet werden, der Arzt nennt je nach Patient die einzuhaltenden Zeiten. Direkte Sonne ist ebenso zu meiden. Wundsalben sind nur auf Anordnung des Arztes zu verwenden.

Arbeitsunfähigkeit nach einer Krampfadernentfernung

Wie lang eine Arbeitsunfähigkeit andauert, hängt maßgeblich von der Schwere des Krampfaderleidens und der jeweiligen Behandlungsmethode sowie der individuellen körperlichen Konstitution ab.

Eine stationäre Operation zieht gewöhnlich ein bis zwei Wochen Arbeitsunfähigkeit nach sich. Wer im Berufsalltag eine dauerhafte stehende Tätigkeit ausübt, muss wahrscheinlich mit einem längeren Arbeitsausfall rechnen.

Einige Methoden sind so schonend, dass die Patienten gar keinen Arbeitsausfall befürchten müssen und sofort wieder sportlich aktiv sein können.

Risiken und Komplikationen

Da es sich bei Krampfaderentfernungen um Routineeingriffe und vom Aufwand her geringe Eingriffe handelt, sind mögliche Risiken und Komplikationen nicht ganz so hoch.

Zu den häufigsten Nebenwirkungen gehören:

  • Verhärtungen
  • Blutergüsse
  • Gewebeverletzungen
  • Taubheitsgefühle

Während einer Operation kann es zu Blutungen kommen. Auch mögliche Nachblutungen sind nicht auszuschließen. Die Beine können nach einer Behandlung womöglich anschwellen. Es kann zu Wundheilungsstörungen oder Infektionen der Wunden kommen. Auch Narben können immer mal wieder zurück bleiben, genauso wie Pigmentstörungen. In manchen Fällen können sich Nervenbeschädigungen als Folge einer Behandlung ergeben. In seltenen Fällen entstehen Thrombosen (Blutgerinnsel).

Zu den allgemeinen Risiken zählt eine Medikamentenunverträglichkeit oder die Verschlimmerung einer bereits vorher bestehenden Erkrankung.

Krampfaderentfernung in der Schwangerschaft

In einer Schwangerschaft wird das Hormon Progesteron produziert, das die Blutgefäße weitet und die Spannkraft der Venenwände einschränkt. Zudem wird mehr Blut durch die Gefäße transportiert, was eine erhöhte Belastung der Venen impliziert.

Krampfadern treten gerade während Schwangerschaften häufig auf und bereiten werdenden Müttern oft Sorgen. Viele Schwangere leiden unter der vermehrten Zunahme von Besenreisern oder Ödemen in den Beinen und sind damit einem erhöhten Risiko für Thrombosen ausgesetzt.

Eine Operation zur Krampfaderentfernung erfolgt während einer Schwangerschaft nur in absoluten Ausnahmefällen, wenn diese etwa medizinisch notwendig ist. Schwangere müssen deshalb konsequent auf vorbeugende Maßnahmen setzen wie Kompressionsstrümpfe und flache Schuhe tragen, regelmäßig Bein-Gymnastik praktizieren und kühlende Umschläge nutzen, um den Blutkreislauf anzukurbeln.

Erst einige Wochen nach der Geburt können sich Mütter, die aufgrund der Schwangerschaft ein Krampfaderleiden entwickelt haben, operativ behandeln lassen. Denn in den meisten Fällen bilden sich die Krampfadern wieder von ganz allein zurück, Geduld und Zuversicht können hier also schon helfen.

Kalte und warme Güsse zur Linderung der Beschwerden

Die kalten und warmen Güsse helfen dabei die Funktionalität der Venen zu erhalten.Die kalten und warmen Güsse helfen dabei die Funktionalität der Venen zu erhalten. (Foto by: Kzenon / Depositphotos)

Um Venen zu entlasten, eignen sich naturheilkundliche Verfahren. Sie dienen vor allem der Vorbeugung. Speziell an warmen oder heißen Tagen, an denen die Beine oft zum Anschwellen und zu Wasseransammlungen neigen, kann es hilfreich sein, die Beine mit kalten und warmen Güssen zu behandeln. Diese Wechselduschen halten die Blutzirkulation stabil und die Funktionalität der Venen wird trainiert.

Kosten einer Krampfaderentfernung

Ob die Kosten für eine Krampfaderentfernung von der jeweiligen Krankenkasse übernommen werden, ist vom jeweiligen Krankheitsbild sowie dem Katalog der allgemeinen Kassenleistungen abhängig.

Die Kosten variieren je nach angewandter Methode und Behandlungsdauer von einigen hundert bis zu weit über tausend Euro. Der Patient muss selbst bei seiner zuständigen privaten oder gesetzlichen Krankenkasse nachfragen und eventuell einen Antrag auf Kostenübernahme stellen. Eine vorherige Beratung bei der zuständigen Krankenkasse ist in jedem Fall empfehlenswert.

Über die genauen Kosten bzw. die Kostenübernahme informiert der Arzt beim Beratungsgespräch.

Aussicht auf Besserung

Krampfadern entstehen oft aufgrund genetischer Veranlagung. Operationen sind je nach individueller Neigung erfolgsversprechend. Aber es können auch nach einer Behandlung immer wieder Krampfadern auftreten. Vorbeugen kann jedoch helfen, das Ausmaß einzudämmen. Die vorgestellten Operationsmöglichkeiten sind alle nützlich, um Beschwerden zu minimieren und die Lebensqualität zu erhöhen.


Bewertung: Ø 4,1 (95 Stimmen)

Autor: Mag. Claudia
Infos zum Autor: freie Fachjournalistin
Erstellt am: 16.11.2009
Überarbeitet am: 22.08.2019

Quellen:

Gesundheitsportal www.gesundmed.de (Abruf 27.07.2019)

Portal zur Venengesundheit www.venenliga.de (Abruf 27.07.2019)

Magazin für Lifestyle-Chirurgie www.medidate.de (Abruf 27.07.2019)

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