Brustverkleinerung

Wenn eine Frau eine zu große Brust hat, kann das körperliche wie psychische Auswirkungen haben. Wobei nicht die tatsächliche Größe der Brust die primäre Rolle spielt, sondern das Missverhältnis zu Körpergröße und Proportionen. Von Haltungsschäden bis zu Einschnürungen des BHs reichen die körperlichen Belastungen, eine Brustverkleinerung kann eine Alternative sein.

BrustverkleinerungDa eine Brustverkleinerung wird in er Regel aus medizinischen Indikationen vorgenommen. (Foto by: iordani / Depositphotos)

Beratung

Eine Brustverkleinerung wird sehr konkret vorgeplant, ein ausführliches Gespräch zwischen Arzt und Patienten ist vonnöten. Folgende Punkte werden geklärt:

  • Der mögliche Umfang der Operation
  • Die Operationsmethode
  • Ängste oder Bedenken über den Operationsablauf
  • Die Kostenfrage

Vor der Operation wird überdies eine Mammografie und eventuell eine gynäkologische Untersuchung vorgenommen. Die eigentliche Operation dauert in etwa drei bis vier Stunden und wird in der Regel unter Vollnarkose vorgenommen. Die Patientin verbleibt 3 bis 4 Tage in der Klinik.

Operationsmethoden

Die Brustverkleinerung nach Jan O. Strömbeck

Dabei erfolgt der Schnitt rund um den Warzenhof und anschließend horizontal, die Brustwarze wird nach der Entnahme des überschüssigen Gewebes nach oben versetzt.

Die Brustverkleinerung nach Madeleine Lejour

Auch hier wird die natürliche Grenzlinie Brustwarze-Brusthaut genutzt, nur entfällt der vertikale Schnitt. Es erfolgt ein Raffen der Haut unter der versetzten Brustwarze.

Die Brustverkleinerung nach Louis Benelli

Hier kommt es zu keinem vertikalen Schnitt, allerdings kann diese Methode nur bei kleinen zu entnehmenden Gewebemengen angewendet werden.

Fettabsaugung

Wenn nur wenig Gewebe entnommen werden muss, kann eine Fettabsaugung die Lösung sein (wird oft bei Männern angewendet). Der Nachteil des Fettabsaugens liegt in der möglichen, daraus resultierenden Hautbeschaffenheit – eine anschließende Bruststraffung kann notwendig werden.

Risiken, Nebenwirkungen und Nachbehandlung

Rund zehn Tage nach der OP kann der Patient wieder arbeiten, jedoch sollte auf schwere körperliche Tätigkeiten verzichtet werden. Sport darf nach rund zwei Monaten, nach dem Abschließen des Heilungsprozesses, betrieben werden.

Es muss ein individuell angepasster, chirurgischer BH getragen werden, um das Gewebe der Brust zu stabilisieren und so ein optimales Ergebnis zu erzielen. Die Operationsnarben müssen nach ärztlicher Anordnung behandelt werden, direkte Sonne ist für längere Zeit zu meiden.

Risiko

Allgemeine Risikofaktoren wie Entzündungen, Blutgerinnsel oder Blutungen zählen zu den größten Risikofaktoren und können in einem umfassenden Operationsgespräch über den Gesundheitszustand der Patientin, Vorerkrankungen oder Medikamentenunverträglichkeit weitestgehend minimiert werden.

Bei Brustverkleinerungen kann es zu unbeabsichtigten Verletzungen des Milchganges (Stillvorgang) oder der Entstehung von Zysten im Bereich der Operation kommen, was aber beides eher selten vorkommt.

Die Kosten einer Brustverkleinerung

OP BrustverkleinerungNach einer gelungenen Brustverkleinerung steigert sich das Selbstwertgefühl der Betroffenen (Foto by: lekcej / Depositphotos)

Je nach Aufwand des Eingriffs betragen die Kosten für eine Brustverkleinerung zwischen € 5.000,00 und € 7.500,00. Sollte danach eine Bruststraffung notwendig werden, muss man noch einmal mit einigen Tausend Euro mehr rechnen.

Da es sich die der Brustverkleinerung in den meisten Fällen um eine medizinische Indikation handelt, übernehmen die Krankenkassen in der Regel einen Großteil der Kosten. Als Begründung brauchen die Patientinnen ein medizinisches Gutachten, beispielsweise für eine starke Asymmetrie der Brüste (psychologisches Gutachten muss extern erstellt werden) oder ein Gutachten eines Orthopäden, der eine gesundheitliche Einschränkung (Belastung für Rücken, Nacken, Skelett-Stabilität, etc.) der Patientin attestiert.

Häufig wird im Anschluss an die Brustverkleinerung eine Bruststraffung durchgeführt. Die Kosten dafür werden aber nicht mehr als medizinisch notwendig eingestuft und sind darum von der Patientin selbst zu tragen.

Fazit

Da eine Brustverkleinerung in der Regel aus medizinischen Indikationen vorgenommen wird, ist sie zu befürworten. Eine Frau kann mit Sicherheit extrem unter ihren zu großen oder asymmetrischen Brüsten leiden, nicht nur körperlich. Es ist wichtig, sich auch in diesem Fall an einen erfahrenen plastischen Chirurgen zu wenden und ein ausführliches Beratungsgespräch in Anspruch zu nehmen. Nach gelungener OP steigert sich das Selbstwertgefühl der Betroffenen, ihre Bewegungsfreiheit kann sie nun uneingeschränkt genießen.

Da eine Brustverkleinerung ein komplizierterer Eingriff ist als beispielsweise eine Vergrößerung, ist immer mit Komplikationen und Nebenwirkungen zu rechnen. Darum sollte besonderes Augenmerk auf den behandelnden, plastischen Chirurgen gelegt werden. Ärzte und Gynäkologen verfügen über die notwendigen Adressen von Kliniken, in denen Brustverkleinerungen durchgeführt werden.


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