Atemtherapie

Die Atemtherapie ist ein alternatives Heilverfahren, in welchem davon ausgegangen wird, dass äußere Einflüsse nicht nur Auswirkungen auf die Atmung haben. Auch mit der Atmung kann der Körper positiv beeinflusst werden. An der Atemfrequenz beispielsweise kann festgemacht werden, ob der Mensch entspannt ist (langsames Atmen) oder angespannt (schnelles Atmen).

AtemtherapieMit der richtigen Atmung kann der Körper und die Gesundheit positiv beeinflusst werden. (Foto by: Deklofenak / Depositphotos)

Was ist die Atemtherapie?

In der Atemtherapie geht man von dem unumstößlichen Faktum aus, das die Atmung neben dem Herzschlag die wichtigste Funktion im Körper ist. Da der Herzschlag aber nur begrenzt beeinflusst werden kann (z. B. durch Entspannung oder Sport), konzentriert sich die Atemtherapie auf die Atmung.

In der Atemtherapie soll gelernt werden, die Atmung deutlich besser zu kontrollieren. Wenn zum Beispiel in einer Stresssituation bewusst langsam geatmet wird, hat dies auch positive Auswirkungen auf den Körper. Denn unmittelbar mit der Atmung ist die Sauerstoffsättigung des Blutes verbunden und ebenso der Kohlendioxidgehalt. Damit werden indirekt der Stoffwechsel und der Kreislauf beeinflusst.

Welche Formen gibt es?

Es gibt viele verschiedene Varianten der Atemtherapie. Manche sind Bestandteil einer anderen Entspannungsübung wie zum Beispiel die Vokalatmung beim Yoga.

In der Atemtherapie werden häufig drei Varianten durchgeführt. Grundlage für diese Varianten ist das Wissen, dass die Atmung sowohl unwillkürlich als auch willkürlich als auch zugelassen erfolgen kann. Wie unterschiedlich die einzelnen Atemtherapien auch sind, sie wissen immer genau um den Zusammenhang zwischen Atmung und anderen Körperfunktionen.

Einzelne Übungen können erlernt werden, egal ob in Einzelsitzungen oder als Teilnehmer in einer Gruppe. Je nach Therapieform werden diese Atemübungen noch unterstützt durch den Einsatz von Druck, Dehnungen, Atembehandlungsgriffe, gezielten Griffen oder ähnliches.

Atemtherapie nach Ilse Middendorf

Diese Form der Atemtherapie beruft sich auf den zugelassenen Atem. Dabei soll man sich das Atmen durchaus bewusst machen, es aber möglichst nicht beeinflussen. Diese Therapieform wird auch als erfahrbarer Atem bezeichnet. Bei dieser Atemtherapie geht es darum, dass sich der Betroffene bewusst macht, welchen Rhythmus sein Atem angenommen hat. Er wird sich dadurch auch bewusst, welche Auswirkungen dies auf den Körper hat. Und das Wissen um die Veränderung wirkt ebenfalls verändernd ein.

Atemtherapie nach Volkmar Glaser

Die Atemtherapie nach Prof. Dr. Volkmar Glaser wird auch als Psychotonik bezeichnet. Glaser geht davon aus, dass es einen unmittelbaren Zusammenhang zwischen der Psyche und der Muskelspannung, also dem Tonus gibt. Man kennt dies zum Beispiel davon, dass in konzentrierten Situationen die Gesichtsmuskeln häufig angespannt sind. Die Spannung, die die Muskeln annehmen, hat automatisch auch Einfluss auf die Atmung. Und andersherum wird auch ein Schuh draus. Wer bewusst langsam atmet, der sorgt für Entspannung, also auch für Muskelentspannung und für eine Entspannung der Seele.

Atemtherapie nach Klara Wolf

Bei der Atemtherapie nach Klara Wolf geht es um eine beeinflusste Atmung. Es sollen Übungen erlernt werden, die sowohl den Körper als auch die Atmung beeinflussen. Diese Therapieform ist mit der Eutonie verwandt.

Wohlbefinden durch AtemtherapieIn der Atemtherapie soll gelernt werden, die Atmung deutlich besser zu kontrollieren. (Foto by: Goodluz / Depositphotos)

Wirkung der Atemtherapie

In der Atemtherapie soll erlernt werden, welchen Einfluss der Atem auf die Körperfunktionen hat. Denn damit hat man ein Instrument in der Hand, um den eigenen Körper nachhaltig zu beeinflussen. Folgende Vorteile bietet eine langsame Atmung:

  • Der Körper gerät in einen Ruhezustand.
  • Konzentration und Wahrnehmungsvermögen steigen deutlich an. Dabei wird der eigene Atemrhythmus optimiert.
  • Durch ein tieferes Atmen wird der Körper deutlich besser mit Sauerstoff versorgt. Dadurch erhält der Körper mehr Kraft. Man ist energiereicher und handlungsfreudiger.

Die Atemtherapie hat also nicht nur positive Auswirkungen auf den Körper, sondern vor allem auch auf die Psyche und das Selbstbefinden.


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