Sex in der Schwangerschaft

Angst zu haben, das Kind beim Geschlechtsverkehr während der Schwangerschaft zu verletzten, sind unbegründet und nur in Ausnahmefällen (Gefahr einer Fehlgeburt, vorzeitiger Blasensprung, etc.) berechtigt. Viele Frauen haben gerade in der Schwangerschaft ein erhöhtes Bedürfnis nach Sexualität, bei anderen sinkt die Libido.

Sex in der SchwangerschaftSex ist in der Schwangerschaft auf jeden Fall erlaubt und zu befürworten. (Foto by: lanakhvorostova / Depositphotos)

Baby ist bestens geschützt

Ängste ein ungeborenes Kind im Körper zu verletzen, wenn Geschlechtsverkehr praktiziert wird, sind unbegründet. Beweise, dass ein Fötus durch Sex geschädigt wurde, sind nicht bekannt. Das Ungeborene ist bestens geschützt im Leib der Mutter und weder Bewegungen noch ein Orgasmus der Mutter schadet dem Fötus. Nach dem Orgasmus kann es eventuell zu Kontraktionen in der Gebärmutter kommen, diese gehen aber rasch vorbei. Es kommt zu keiner verfrühten Geburt.

Vorsicht bei Komplikationen

Das alles gilt, wenn es einen ganz normalen Schwangerschaftsverlauf gibt und sich das Kind  normal im Mutterleib entwickelt. Besteht allerdings beispielsweise die Gefahr einer Frühgeburt, Blutungen oder ein vorzeitiger Blasensprung, sollte auf andere Formen des sexuellen Kontaktes, wie Oralverkehr, umgestiegen werden.

Sexuelle Bedürfnisse

Das sexuelle Bedürfnis von schwangeren Frauen ist unterschiedlich- manche haben aufgrund von Unsicherheit weniger Lust auf Sex, manche aber haben ein erhöhtes sexuelles Verlangen. Zudem kann es aufgrund der Hormonschwankungen während der Schwangerschaft zu Unlust kommen. Doch auch der Mann kann unsicher sein und einmal nicht „wollen“. Darum sollten die Partner gefühlvoll miteinander umgehen und Rücksicht auf die Stimmung des anderen nehmen. Wichtig ist es, das Mann keine sexuell übertragbare Erkrankungen (wie Genitalherpes) hat, dies könnte sich auf das Ungeborene möglicherweise auswirken. Ein Kondom schützt jedoch vor Ansteckungen.

Sex ist in der Schwangerschaft auf jeden Fall erlaubt und zu befürworten. Sex in dieser Lebensphase kann eine Beziehung durchaus stabilisieren und bereichern.

Hier finden Sie eine kurze Reportage über Sex in der Schwangerschaft:

Kann Sex dem Baby schaden?

Das Baby wird beim Sex nicht verletzt, auch nicht wenn Mann oben liegt. Das Baby zappelt möglicherweise nach dem Orgasmus herum, aber nicht, weil es weiß, was eben passiert ist oder gar Schmerzen hat. Das Herz der Mutter schlägt laut, der Blutdruck ist hoch – das spürt das Ungeborene.

Ist der Sex wie vor der Schwangerschaft?

Das ist relativ. Die Genitalien der Frau sind durch die bessere Durchblutung des Beckenbodens angeschwollen, sie können empfindlicher sein. Manche Frauen erleben den Orgasmus intensiver dadurch, bei anderen kann sich nach dem Sex ein unangenehmes Gefühl einstellen. Manchmal ist Geschlechtsverkehr an sich auch schmerzhaft. Im letzten Drittel der Schwangerschaft kann es sein, dass Frauen während des Geschlechtsverkehrs oder nach dem Orgasmus Kontraktionen der Gebärmutter verspüren, was sich wie Wehen anfühlt. Das kann natürlich ernüchternd wirken, aber es kommt dadurch zu keiner verfrühten Geburt.

BabybauchSex in der Schwangerschaft kann für beide Partner sehr erfüllend sein. (Foto by: halfpoint / Depositphotos)

Wie steht es mit der Libido, bleibt die immer gleich?

Wiederum kann man das mit der Libido nicht mit Ja oder Nein beantworten, denn manche Frauen fühlen sich sexier, manche sind erschöpft und wieder andere haben oben genannte Ängste. Gefühle und Lust sind nicht auf Knopfdruck abrufbar, beide Partner sollten Rücksicht aufeinander nehmen und die Zeit der Zärtlichkeiten, wann immer beide es verspüren, genießen. Denn auch Männer reagieren verschieden, manche haben mehr Lust, manche, besonders zu Ende der Schwangerschaft hin, weniger. Auch Männer sorgen sich um die Gesundheit des Babys, das stört oft das sexuelle Bedürfnis.

Kann Oralsex oder Petting praktiziert werden?

Natürlich, hier gibt es keine Einschränkungen. Oralsex oder Petting kann eine gute Alternative sein, wenn die Partner Ängste haben, ihr Baby zu verletzen. Die Nähe tut beiden gut.

Welche Stellungen sind geeignet?

Der große Bauch der Frau führt dazu neue Stellungen auszuprobieren. Besonders geeignet sind:

Seitenlage

Am besten eignet sich diese Stellung. Dabei kann Frau am Bettrand liegen und Mann stehend oder kniend die Partnerin penetrieren.

Löffelchenstellung

Hier liegen beide auf der Seite, der Penis kann weniger tief eindringen, was im 9. Monat beispielsweise doch angenehmer für die Frau ist.

Frau oben oder in der Sitzposition

Frau kann auch oben liegen oder in der Sitzposition (auf einem stabilen Stuhl) auf dem Schoß des Partners die Stöße des Penis kontrollieren.

In jedem Fall sollte es Spaß machen, ein wenig Experimentierfreude ist gefragt.

Fazit

Ist der Verlauf der Schwangerschaft normal und das Baby entwickelt sich gut im Körper der Mutter, ist gegen sexuelle Kontakte absolut nichts einzuwenden. Es kann für beide Partner sehr erfüllend sein, Sex in der Schwangerschaft zu praktizieren und zudem die Beziehung stabilisieren. Nicht jede Frau verspürt Lust auf Sex in dieser Lebensphase, auch nicht jeder Mann, darauf ist von beiden Seiten Rücksicht zu nehmen. Diese Lebensphase ist von vielen Ängsten gekennzeichnet, aber auch von tiefem Glück – Sex kann bereichernd sein, muss es aber nicht.

Weitere Informationen zu Sex in der Schwangerschaft

Ansprechpartner und Begleitperson während der Schwangerschaft ist der Frauenarzt/die Frauenärztin. Alle Fragen zum Sex in der Schwangerschaft, kann Frau hier beantwortet bekommen. Eine Liste aller in Österreich praktizierenden Ärzte befindet sich auf unserem Gesundheitsportal.


Bewertung: Ø 3,4 (26 Stimmen)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mithilfe von Sport die Libido steigern

Mithilfe von Sport die Libido steigern

Wer regelmäßig Sport treibt, bringt nicht nur den Körper in Form. Auch die sexuelle Leistungsfähigkeit verbessert und die Lust auf Sex steigt.

weiterlesen

User Kommentare