Die chemischen Verhütungsmittel

Chemische Verhütungsmittel, die sogenannten Spermizide, sind nur anzuwenden, wenn zusätzlich beispielsweise ein Diaphragma, Kondom oder Pessar zum Einsatz kommt. Bereits ind er antike wurden ähnliche Verhütungsmethoden angewendet, so wurden natürliche Wirkstoffe wie Honig in Verbindung mit zerriebenen Akazienknopsen zur Spermaabtötung eingesetzt.

Chemische VerhütungsmethodenSpermizide gibt es in verschiedenen Formen, alle werden vor dem Sex in die Scheide eingeführt. (Foto by: artem_furman / Depositphotos)

Spermizide gibt es in verschiedenen Formen, alle werden sie vor dem Geschlechtsverkehr (mind. 10 Minuten vorher) tief in die Scheide eingeführt und nach Möglichkeit direkt am Muttermund platziert.

Die Wirkung der chemischen Verhütungsmittel hält nur für einen Samenerguss an.

Grundsätzlich bestehen Spermizide aus Nonoxinol, weiters aus Bor-, Milch, Salicyl- und Zitronensäure.

Je nach Art der Substanzen wirken die Spermizide:

  • Spermien abtötend
  • Spermienbeweglichkeit verändernd
  • Muttermund abdichtend – das Eindringen der Spermien wird verhindert

Da die alleinige Verwendung der chemischen Verhütungsmittel als nicht besonders sicher eingestuft wird (Pearl Index liegt bei 3 bis 21), ist es angeraten, diese nur in Kombination mit anderen Verhütungsmitteln wie einem Diaphragma anzuwenden. Zu bekommen sind die Spermiziden in Drogeriemärkten und Apotheken.

Chemische Verhütungsmittel - verschiedene Arten

Creme- und Gelpräparate

Diese Form der chemischen Verhütungsmittel wirkt quasi sofort, wird in Metalltuben abgefüllt und mittels Applikator in die Scheide eingebracht. Der Wirkstoff Nonoxynol-9 wirkt nicht nur spermienabtötend, auch andere Bakterien wie Gonokokken oder Clamydien werden zerstört. Die antibakterielle Wirkung reicht aber nicht bis zu den HI-Viren oder Kolibakterien. Zudem wird dem Präparat nachgesagt, dass es zu Hautreizungen kommen kann. Männer klagen über ein brennen am Penis, Frauen verspüren ein Brennen oder jucken ind er Vagina und manchmal auch Schmerzen beim Sex. Die sanfte Variante stellen gele mit Wirkstoffen wie Zitronensäure oder Milchsäure. Diese Substanzen wirken samenbehindernd.

VerhütungChemische Verhütungsmittel sollten nur in Kombination mit einem Kondom angewendet werden. (Foto by: obencem / Depositphotos)

Scheiden-Tabletten und Scheidenzäpfchen

Der Trägerwirkstoff ist wiederum Nanoxynol-9. Rund 10 bis 15 Minuten vor dem Geschlechtsverkehr sollten die Zäpfchen oder Tabletten (kurz in Wasser tauchen) in die Scheide eingeführt werden. Die Wirkungsdauer beträgt in etwa 2 Stunden, die Menge reicht für einen Samenerguss.

Spermizide Plättchen

Bei dieser Form der chemischen Verhütungsmittel handelt es sich um eine Art Gelatineplatte in der Größe einer Briefmarke, die wie die anderen Spermizide in die Scheide eingeführt wird. Der Vorteil liegt an der einfachen Anwendung, der Wirkstoff ist Nanoxynol-9. Wie bei allen chemischen Verhütungsmitteln hält die Wirkung für rund zwei Stunden und für einen Samenerguss. Weiters sind sie als alleiniges Verhütungsmittel als eher unsicher einzustufen.

Verhütungsschwamm

Ein Verhütungsschwamm ist klein, rund, aus Polyurethan und mit Nanoxynol-9 präpariert. Die Idee des Schwamms ist nicht neu, die Darreichungsform ist allerdings angenehmer, er ist leichter mit einer Schlaufe zu entfernen. Der Schwamm wird angefeuchtet, tief in die Vagina eingeführt und ist sofort wirksam. Nach dem Geschlechtsverkehr darf der Verhütungsschwamm allerdings nicht sofort entfernt werden, er sollte für mindestens 6 Stunden in der Scheide verbleiben. Der Schwamm hält mehreren Samenergüssen stand.

Fazit

Chemische Verhütungsmittel sind eher unsicher und sollten daher nur in Kombination mit anderen Verhütungsmethoden wie Kondomen angewendet werden.

Alle Spermizide haben ihre Eigenheiten, nur genau nach Gebrauchsanweisung verwenden und die meisten chemischen Verhütungsmittel wirken nur für einen Samenerguss. Insgesamt liegt der Pearl Index für chemische Verhütungsmittel bei rund 20. In Kombination mit anderen Verhütungsmethoden und bei Allergiefreiheit des Pärchens sind sie allerdings als sichere und sinnvolle Methode zu sehen.


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