So klappts mit dem Abstillen

Stillen ist für Mutter und Kind eine wunderbare Sache - denn Muttermilch ist immer verfügbar, kostet nichts und ist für Säuglinge die beste Ernährung, die sie in den ersten Lebensmonaten bekommen können.

Baby hat Spaß beim EssenAb einem Alter von etwa sechs Monaten sollte begonnen werden, Baby mit dem Löffel zu füttern. (Foto by: evgenyataman / Depositphotos)

Wann ist die beste Zeit zum Abstillen?

Mit etwa vier bis sechs Monaten entwickelt sich der winzige Säugling zu einem kräftigen Baby, das wach und aufmerksam alle Aktivitäten verfolgt und voller Tatendrang - zunächst drehend und rollend, später robbend und krabbelnd - sein Umfeld erkundet. Es braucht nun außer Muttermilch Beikost und es wird Zeit, das Kleine an den Löffel zu gewöhnen.

Die meisten Mütter beginnen in dieser Zeit, gegen Mittag Karotten- oder Pastinakenbrei zu füttern - später werden Kartoffeln und Fleisch beigemischt. Nach der Mahlzeit darf das Baby ruhig noch kurz angelegt werden, einige Wochen später kann die Mutter etwas Wasser aus der Flasche zum Trinken anbieten.

Fühlen sich die Brüste durch die ausgelassene Mahlzeit zunächst prall an, kann die überschüssige Milch am Anfang ausgestrichen oder abgepumpt werden. Nach kurzer Zeit wird sich die Brust jedoch an die veränderten Trinkgewohnheiten des Babys gewöhnt haben und nicht mehr so voll sein.

Was tun, wenn das Baby den Löffel ablehnt?

Manche Babys brauchen etwas länger, um sich an Beikost und Löffel zu gewöhnen. Lehnt das Kleine die neue Form der Ernährung strikt ab, sollten Mütter es nicht zwingen, sondern nach einigen Tagen oder Wochen einen neuen Versuch starten. Vielleicht mag der Nachwuchs auch lieber an einer Reiswaffel lutschen oder - wenn schon Zähne da sind - an einer Dinkelstange knabbern? Hier gilt es, einfach auszuprobieren und zu schauen, welche Lebensmittel das Baby am besten akzeptiert.

Mütter von nachtaktiven Kindern bieten als erste Beikost auch oft den Abendbrei an, in der Hoffnung, dass ihr Baby dann besser durchschläft. Manche Kinder mögen ohnehin lieber Milchbrei statt Gemüse. Hier sollten Mütter einfach ihrer Intuition bzw. ihrem Bauchgefühl folgen und ausprobieren, welche Mahlzeit als Einführung der Beikost am besten zu ihrem Kind und zum Tagesablauf der Familie passt.

Sanftes Abstillen erleichtert den Übergang

So unterschiedlich wie die Babys sind, so verschieden gestaltet sich auch der Prozess des Abstillens. Manche Kinder lassen sich rasch und problemlos abstillen, indem ihre Mütter einfach eine Mahlzeit nach der anderen ersetzen und statt Muttermilch Wasser aus Flasche oder Tasse anbieten. Andere Babys tun sich schwerer und wollen die Brust nicht so leicht aufgeben.

Wichtig ist, nicht abrupt abzustillen, sondern die Übergänge sanft zu gestalten - das heißt, eine Mahlzeit nach der anderen innerhalb mehrerer Monate zu ersetzen bis das Kind komplett abgestillt ist. Wenn Mütter nach wie vor zwischen den einzelnen Mahlzeiten stillen, kann sich das Kleine besser an die Beikost gewöhnen und akzeptiert auch schneller Löffel und Flasche oder Tasse.

Wenn das Baby nicht von der Brust lassen will

Es gibt Babys, die sich nur sehr schwer abstillen lassen und auf die Mutterbrust nicht verzichten wollen. In solchen Fällen kann es hilfreich sein, wenn die Mutter das Füttern der Beikost zwischendurch dem Vater, den Großeltern oder anderen nahestehenden Personen überlässt. Zusätzlich ist es möglicherweise sinnvoll, das Kind stundenweise von anderen Bezugspersonen betreuen zu lassen - dadurch wird es abgelenkt und lernt, dass es über mehrere Stunden auch ohne Stillen auskommen kann.

Wollen ältere Babys oder Kleinkinder tagsüber unbedingt noch an die Brust, obwohl ihre Mütter abstillen möchten, sollten Eltern und Angehörige den Kleinen ein anregendes und abwechslungsreiches Umfeld bieten, viel mit ihnen sprechen und ihnen durch Liebkosen und Streicheleinheiten immer wieder zu verstehen geben, dass Liebe und Zuwendung nicht zwangsweise mit Stillen verbunden sein müssen.

Nächtliche Mahlzeiten abgewöhnen

Baby schläft friedlichWird abgestillt sollten auch nächtliche Stillphasen so kurz wie möglich gehalten werden. (Foto by: pressmaster / Depositphotos)

Schwieriger ist es, einem Baby den nächtlichen Stillwunsch abzugewöhnen. Manchmal hilft es, wenn der Vater das weinende Kind tröstet oder die Mutter beruhigend und leise mit ihm am Bett spricht und nicht gleich die Brust anbietet.

Nächtliche Stillphasen sollten so kurz wie möglich gehalten werden, um das Baby nicht wieder an nächtliche Mahlzeiten zu gewöhnen.

Auch hier ist es für Mütter wichtig, auf ihr Bauchgefühl zu hören. Wenn das Stillen für beide noch in Ordnung ist, sollte auch nicht darauf verzichtet werden. Möchte die Mutter nicht mehr stillen, können die genannten Tipps dabei helfen, dem Baby das Stillen abzugewöhnen.

Eine schwierige Situation entsteht eigentlich erst dann, wenn die Mutter das Stillen nicht aufgeben will, das Kleinkind aber schon längst das Interesse an der Brust verloren hat und gar nicht mehr gestillt werden möchte. Dann sollten der Vater und nahestehende Familienangehörige überlegen, wie Mutter und Kind am besten aus dieser verfahrenen Situation herauskommen können und wie die Mutter lernen kann, den Nachwuchs loszulassen.


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