Wann es Zeit ist den Job zu wechseln

Schlechte Tage im Job sind normal. Jeder hat sie und manchmal möchte man am liebsten einfach nur nachhause und die Decke über den Kopf ziehen. Manchmal sind sie jedoch auch so hart, dass man nicht mehr weiß, wann man das letzte Mal glücklich war und sich am liebsten zum Weinen im Klo verstecken würde. Wer zu lange in einer solchen Situation verharrt, riskiert sehr bald an einem Burnout zu erkranken. Hält die Unzufriedenheit zu lange an, wird es eventuell Zeit sich ein neues Umfeld für die Arbeit zu suchen.

Frust und Müdigkeit am Arbeitsplatz Es ist heutzutage gar nicht mehr so unüblich, nach wenigen Jahren den Job zu wechseln. (Foto by: ridofranz / Depositphotos)

Die Quelle der Unzufriedenheit

Möchte man ein Problem lösen, gilt es die Wurzel des Übels zu finden. Gründe kann es dabei viele geben. Wird man zu wenig wertgeschätzt? Stimmt das Gehalt nicht? Gibt es ein Problem mit den Kollegen, oder gar dem Chef oder der Chefin? Ja selbst Langeweile kann ein valider Grund sein, dass man sich im Job nicht mehr wohl fühlt.

Was auch immer es ist, das heraus zu finden ist der erste Schritt, wie man sich aus der Unzufriedenheit heraushelfen kann.

Privates von beruflichem trennen

Man geht nicht in die Arbeit und ist plötzlich ein anderer Mensch ohne ein Leben außerhalb des Arbeitsplatzes. Es ist völlig normal auch die privaten Probleme mit sich in die Arbeit zu nehmen. Nur wenn man nach dem eigentlich Problem sucht und es in der Arbeit nicht so wirklich findet, dann könnte es sehr wahrscheinlich ein mitgebrachtes Problem von zuhause sein.

Familie, Freunde, vielleicht auch die aktuelle Beziehung. Schon die kleinsten Veränderungen können einen großen Einfluss auf uns haben. Hat man im Privatleben einen , so nimmt man die gut gemeinte Kritik der Kollegen, oder einen halbherzigen Witz weitaus negativer wahr, als wenn man gerade zufrieden mit sich selbst ist.

Auf den Körper hören

Oft gibt auch die körperliche Verfassung einen guten Hinweis, dass etwas nicht stimmt. Wenn man schlecht schläft und dabei immer wieder von der Arbeit träumt, dann bleibt kein Platz mehr für die Erholung. Ab und an kann das schon vorkommen, wird es jedoch zur Gewohnheit, dann ist große Vorsicht geboten.

Burnout ist schon lange keine Seltenheit mehr, auch wenn viele noch immer nicht gerne darüber reden, oder es sich eingestehen wollen. Zuzugeben, dass man sich mental nicht gesund fühlt, ist keine Schwäche, sondern nur menschlich. Stress und Frust in der Arbeit können sich aber auch im Magen und dem Immunsystembemerkbar machen. Dadurch wird man öfter krank und erholt sich viel langsamer.

Ein Gespräch suchen

Kommunikation suchen Manchmal kann eine Freundin, oder ein Kollege helfen, die Probleme zu lösen. (Foto by: racorn / Depositphotos)

Es schadet nie eine zweite Meinung einzuholen. Sich mit einer Person auszusprechen, der vertraut und sich wohl fühlt, kann einem neue Kraft geben, ganz gleich welchen Weg man einschlagen möchte. Es ist wichtig dabei offen für die Meinung der anderen Person zu bleiben und die eigenen Eindrücke nicht aus den Augen zu verlieren. Vielleicht bekommt man einen guten Ratschlag, vielleicht können sie anderweitig Hilfe anbieten.

Vorsicht jedoch bei dem Gedanken sich mit Kollegen und Kolleginnen darüber auszutauschen. Offen zuzugeben, dass man den Job vielleicht beenden möchte, wird nicht immer gut angenommen, vor allem, wenn man sich dann doch noch entscheidet zu bleiben.

Spürt man, dass das Problem ein privates ist, dann kann auch eine Gesprächstherapie helfen um dem Problem auf den Grund zu gehen.

Sich an einen neuen Job gewöhnen

Oft kommt die Überforderung von einem kürzlichen Neuanfang, der sich von dem bisherigen Leben unterscheidet. Hat man vor kurzem erst einen neuen Job angefangen, dann gibt es gerade zu Beginn so viel Neues aufzunehmen und sich umzustellen. Neue Kollegen, die bereits seit Jahren dabei sind, eine neue Umgebung, die man sich erst einrichten muss, sowie auch oft eine neue Palette an Aufgaben , die sich von den bisherigen je nach Job stark unterscheiden können.

Schnell kommt dann die Überforderung und die Erwartung, sich so bald wie möglich des Jobs würdig zu erweisen. Der Job, den man sich so toll ausgemalt hat, wirkt dann nur noch anstrengend und zermürbend. Doch Geduld ist die Lösung. Auch wenn der Job zu Beginn nicht das ist, was man sich erträumt hat, kann man sich dennoch einleben und einen guten Rhythmus mit der neuen Umgebung finden. Es gilt den Dingen eine Chance zu geben.

Problemlösung statt Neuanfang

Nicht immer ist Weglaufen die richtige Lösung. Meist läuft es eher so, dass man ein Problem durch ein anderes ersetzt. Zwar wird man den cholerischen Chef los, dafür muss man jedoch öfter auf den Straßen im Stau stehen, oder mehr für weniger Geld arbeiten. Der perfekte Job, mit dem geringsten Aufwand, wartet nur auf die wenigsten von uns. So viel sollte man im Hinterkopf behalten.

Stattdessen könnte man sich darauf konzentrieren die Probleme im Joballtag langsam anzugehen. Wie lässt sich die Situation ändern? Fühlt man sich vom Chef ungerecht behandelt, so sollte man eventuell den Mut zusammen fassen und mit diesem darüber ein Gespräch suchen.

Ändert sich die Situation nicht, oder man wird nicht für ernst genommen, dann weiß man danach schon wieder mehr als zuvor und kann sich tatsächlich auf die Suche nach etwas Neuem machen. Vielleicht lässt sich auch über Aufstiegschancen und Gehaltserhöhungen reden. Was auch immer das Problem ist, man kann nichts erreichen, ohne darüber zu kommunizieren.

Sich Zeit nehmen

Steht der Entschluss wirklich fest, sollte man sich immer darüber im Klaren sein, dass es danach weitergehen muss. Aus Verzweiflung jedoch den erstbesten Job anzunehmen, den man in der Stellenanzeige findet, wird auch nicht immer die beste Idee sein. Der nächste Schritt danach, sollte mit Bedacht gewählt sein. Lieber ein paar Monate im gewohnten Umfeld verbringen, als dann an einer neuen Stelle an neuen oder gewohnten Problemen zu zerbrechen.

Man sollte immer darauf achten, was man wirklich braucht. So kann eine neue Stelle weniger zahlen, aber dafür fühlt man sich dann im Arbeitsumfeld wohl, vielleicht geht sich sogar ein Tag Homeoffice aus, oder bietet felxiblere Arbeitszeiten? Was auch immer es ist, man muss sich bewusst werden was man will und auf was man bereit ist zu verzichten.


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Autor: Lisa Maria Pichler
Infos zum Autor: Redakteurin bei fitundgesund.at
Erstellt am: 18.12.2019
Überarbeitet am: 18.12.2019

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