10. Schwangerschaftsmonat

Endspurt. Jetzt dauert es nicht mehr lange und die Schwangere hält das Baby zum ersten Mal im Arm. Die meisten Schwangeren sind nun nicht mehr so sehr von Ängsten vor der Geburt geplagt, sondern sehnen den Termin nahezu herbei, weil die Schwangerschaft nun ziemlich viel Kraft kostet.

Babybauch im 10. SchwangerschaftsmonatDas Baby im 10. Schwangerschaftsmonat ist nun bereit für die Welt außerhalb des Mutterleibs. (Foto by: belchonock / Depositphotos)

Schwangerschaftsverlauf

Die Gebärmutter übt nun immer häufiger für die bevorstehende Geburt. Das äußert sich durch unregelmäßig wiederkehrende Vorwehen. Vor allem, wenn die Schwangere sich anstrengt, kann die Wehentätigkeit zunehmen. Solange die Wehen unregelmäßig bleiben und nicht an Kraft gewinnen, handelt es sich allerdings nur um Vorwehen. Sehr leicht feststellen kann die Schwangere, ob es sich um Vorwehen oder richtige Wehen handelt, wenn sie in die Wanne steigt. Vorwehen hören dann auf, echte Wehen werden stärker und kommen regelmäßiger.

Kurz vor der Geburt erwacht bei vielen Frauen ein enormer Putz- und Aufräumtrieb (viele Frauen kennen diese Ruhelosigkeit vielleicht vor der einsetzenden Menstruation). Für Hebammen ist das neben dem sogenannten Zeichnen ein untrügliches Zeichen, dass es bald losgeht.

Als Zeichnen wird der Abgang des Schleimpfropfs bezeichnet, der bislang den Muttermund fest verschlossen hat. Die Frauen haben größere Mengen Schleim, vermischt mit etwas Blut im Slip oder am Toilettenpapier. Selbst nach dem Abgang des Schleimpfropfs kann es aber noch einige Tage dauern, bis die ersten richtigen Wehen zu spüren sind.

Die Entwicklung des Ungeborenen

Das Baby ist fertig für die Welt außerhalb des Mutterleibs. Alle Organe, auch die Lunge, sind nun vollständig ausgebildet. Die Lunge entfaltet sich bei der Geburt beim ersten Atemzug. Das Baby hat sich einen ausreichenden Fettpolster zugelegt und das Immunsystem ist bestens mit den Abwehrstoffen der Mutter versorgt, so dass es gegen Krankheitskeime gewappnet ist.

Das Baby wiegt zum Ende diesen Monats zwischen 3.000 und 4.500 Gramm und ist zwischen 50 und 56 Zentimeter groß.

Obwohl sehnsüchtig erwartet, lassen sich viele Babys Zeit. Sie denken gar nicht daran, zum errechneten Termin geboren zu werden. Nicht wenige Babys kommen 10 oder 14 Tage nach dem Entbindungstermin zur Welt. Ein geringerer Prozentsatz wird vor dem Termin geboren. Deshalb kann der Entbindungstermin nur ein Anhaltspunkt sein, darauf fixieren sollte sich niemand. Die Babys kommen dann, wenn sie es wollen. Alles innerhalb von 14 Tagen vor oder nach dem Termin ist absolut normal.

Tipps und Termine

Baby UltraschallAlle Organe, auch die Lunge, sind im 10. Schwangerschaftsmonat vollständig ausgebildet. (Foto by: valentinar / Depositphotos)

Die Schwangere wird in den letzten Wochen wahrscheinlich in wöchentlichen Abständen zur Vorsorgeuntersuchung bestellt. Neben einer Aufzeichnung der Herztöne des Babys wird auch noch einmal geschaut, ob der Kopfumfang des Babys und das Becken der Mutter in einem richtigen Verhältnis zueinander stehen. Vor allem, wenn das Baby nach dem Termin noch etwas auf sich warten lässt und ohnehin sehr groß ist, kann es für die Geburt ziemlich eng werden.

Nach dem errechneten Geburtstermin wird die Schwangere sich öfter beim Frauenarzt sehen lassen müssen. Entweder alle 2 Tage, manche Ärzte bestellen ihre Patientinnen auch täglich zu sich. Das hat einen guten Grund. Nur durch eine ständige Überwachung kann der Arzt sicherstellen, dass es dem Baby gut geht. Möglicherweise wird ein Belastungstest gemacht, bei dem die Herzfrequenz des Babys gemessen wird, nachdem die Schwangere eine anstrengende Tätigkeit ausgeübt hat. Bei abfallenden Herztönen in einer Belastungssituation wird der Arzt die Einleitung der Geburt anordnen.


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