Die Scheidenspülung

In der Vergangenheit würden Scheidenspülungen angewendet, um die Samenzellen wegspülen zu können, bevor es zu einer unerwünschten Schwangerschaft kommt. Doch die Samen sind schnell, durch den veränderten Gebärmutterschleim während der fruchtbaren Tage der Frau gelangen sie mühelos an den gewünschten Ort.

ScheidenspülungVon der Scheidenspülung als Verhütungsmittel ist abzuraten. (Foto by: VGeorgiev / Depositphotos)

Anwendung und Sicherheit einer Scheidenspülung

Mit einem sogenannten Irrigator, einer Spülkanne, wird die Scheidenspülung durchgeführt. Dazu wird die Kanne (Glas, Metall) mit Wasser und einem Zusatz, meist Essig, gefüllt. Ein rund anderthalb Meter langer Schlauch mit Aufsatz (Mutterstück) wird an die Kanne angebracht, das knieförmige Ansatzstück wird in die Scheide eingeführt, die Spülung kann beginnen.

Scheidenspülungen sind aber nicht ungefährlich, durch die aggressive Essig-Wasser-Mischung kann die Schleimhaut der Scheide angegriffen werden und dies kann zu Infektionen führen. In puncto Verhütung ist eine Scheidenspülung keinesfalls zu empfehlen, der Pearl Index liegt bei 31. Es kann zwar gelingen, ein paar Spermien zu entfernen, aber sind sie erst einmal in der Scheide, sind sie unglaublich schnell und kaum mit der Spülung zu erreichen. Es sind verschiedene Gefäße wie auch Zusätze für eine Scheidenspülung in den Apotheken erhältlich.

Historisches zur Scheidenspülung

Im 19. Jahrhundert galt die Scheidenspülung, wenn auch unsicher, als meist verwendetes Verhütungsmittel. Doch war die Anwendung anfangs unangenehm. Das Ausspülen des Genitaltrakts verursachte eine richtige Pritschelei. So kamen zwei britische Erfinderinnen den Geschlechtsgenossinnen zu Hilfe und entwickelten das ultimative Gerüst: eine Rückenstütze sowohl verwendbar im Bett als auch in der Badewanne. Die Frau befand sich damit in einer angenehmeren Position, das Einführen des Irrigators wurde erleichtert und die rückfließende Flüssigkeit kam nicht mit den Kleidern oder der Anwenderin in Kontakt. Eine Revolution in der Verhütung, wenngleich mit mittelmäßigem Erfolg. Auch eine zweite Erfindung, ein zweiteiliger Metallsockel (Podest und Auffangbecken), wurde im 19. Jahrhundert patentiert und kam reichlich zur Anwendung.

keine ScheidenspülungScheidenspülungen sollten nicht bei Erkrankungen der Scheide angewendet werden. (Foto by: Di-Studio / Depositphotos)

Die Scheidenspülung zur Intimpflege

Bei Scheideninfektionen oder Pilzerkrankungen wird häufig eine Scheidenspülung eingesetzt. Eine Intimdusche, die als Einlaufgerät benützt wird, kommt zur Anwendung. Die Flüssigkeit besteht zumeist aus Wasser mit biologischem Essig.

Viele Gynäkologen/Gynäkologinnen raten von einer Scheidenspülung allerdings ab. Die empfindliche Schleimhaut kann leicht verletzt werden, auch Blutungen und damit Infektionen sind möglich. Außerdem werden bei einer Scheidenspülung nicht nur die Krankheitserreger ausgespült, auch wichtige Erreger, die das natürliche Scheidenmilieu aufrecht erhalten, werden möglicherweise entfernt.

Fazit

Von der Scheidenspülung als Verhütungsmittel ist abzuraten. Ebenso sollte eine Scheidenspülung nicht bei Erkrankungen der Scheide angewendet werden, wenn, dann nur nach Absprache mit dem Gynäkologen/der Gynäkologin. Zur Intimpflege eignet sich nach wie vor am besten Wasser und ein Waschlappen.


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