Vorlesen, Singen und Verwöhnen?

Die frühste Förderung des Babys beginnt immer durch liebevolle Zuwendung, Aufmerksamkeit und Beschäftigung. Dabei können alltägliche Pflichten wie Wickeln und Füttern spielerisch genutzt werden, um dem Baby positive Reize zu vermitteln.

Baby vorlesenDer Umgang mit Büchern sollte auch für kleinste Kinder schon eine Selbstverständlichkeit werden. (Foto by: evgenyataman / Depositphotos)

Sprechen und Singen fördert die Sprachentwicklung

Für die Sprachentwicklung eines Kindes ist nichts so wichtig wie das persönliche Umfeld. Die Sprache seiner Bezugspersonen wird ein Kind automatisch annehmen, und die Sprache bestimmt auch das Denken des Menschen. Daher ist es besonders wichtig, mit Kindern schon von der Wiege an viel zu sprechen, und zwar in positiv formulierten Sätzen. Nur durch direkte Ansprache fühlt ein Kind sich wirklich wahrgenommen.

Instinktiv spiegeln die meisten Eltern dabei die Empfindungen des Kindes. Wenn das Baby lacht, lachen wir zurück, ist es weinerlich, machen wir ebenfalls ein trauriges Gesicht. So fühlt es sich angenommen und verstanden. Es funktioniert aber auch umgekehrt. Wenn wir mit dem Baby sprechen und ihm etwas vorsingen, spürt es unsere Stimmung und genießt die Zuwendung. Besonders immer wiederkehrende Lieder beim Wickeln machen Babys daher viel Freude und das gewohnte Schlaflied wird schnell zum festen Bestandteil des Einschlafrituals.

Frühes Vorlesen fördert das Lernverhalten

Der Umgang mit Büchern sollte auch für kleinste Kinder schon eine Selbstverständlichkeit werden, denn das gemeinsame Betrachten von Bilderbüchern und das Vorlesen kleiner Sätze bringt einige Vorteile:

  • Es wird die Sprachkompetenz der Kinder gefördert.
  • Bilderbücher helfen ihnen, ihren Wortschatz zu festigen.
  • Sie werden langsam an konzentrierte Tätigkeiten herangeführt.

Natürlich ist die Aufmerksamkeitsspanne eines Babys sehr klein, aber es genießt die Zuwendung und Zweisamkeit eines stillen Lesemomentes sehr und kann in dieser ruhigen und positiven Atmosphäre vieles aufnehmen. Körperkontakt wie Kuscheln ist dabei für die Kleinsten noch sehr wichtig.

„Du verwöhnst das Kind viel zu sehr!“

Glückliche Mutter mit BabyWer auf die Bedürfnisse der Kinder achtet, stärkt damit ihr Urvertrauen. (Foto by: Syda_Productions / Depositphotos)

Oft hören junge Eltern diesen kritischen Satz, manchmal auch von den eigenen Eltern. Ein Baby allerdings kann man nicht im negativen Sinne „verwöhnen“.

Babys sind in der Äußerung ihrer Bedürfnisse immer vollkommen ursprünglich und niemals manipulativ. Wohlmeinende Ratschläge wie „Es schreit doch nur, damit du es auf den Arm nimmst!“ unterstellen Babys eine böse Absicht, zu der sie gar nicht fähig sind.

Für ein Baby sind die Bedürfnisse nach Zuwendung, Körperkontakt und menschlicher Wärme genau so elementar wie das Bedürfnis nach Nahrung und Hygiene.

Wenn man sich dem Baby also liebevoll zuwendet, um seine Bedürfnisse zu befriedigen, verwöhnt man es damit nicht, sondern stärkt sein Urvertrauen und fördert seine soziale Kompetenz. Nur mit Süßigkeiten sollte man Kinder nie „belohnen“, denn damit schadet man ihnen langfristig nur.


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