Konfliktreiche Eltern-Lehrer Beziehung

Der schulische Erfolg eines Kindes kann maßgeblich mit dem betreffenden Lehrer zusammenhängen. Gibt es hier Probleme, resultiert daraus nicht selten eine konfliktreiche Eltern-Lehrer-Beziehung. Oftmals sind es gerade die Kinder, die dann darunter leiden. Im Idealfall tragen beide Seiten dazu bei, dass es erst gar nicht zu größeren Problemen kommt.

Sympathische LehrerinEltern und Lehrer haben häufig eine andere Sichtweise was das Verhalten des Kindes betrifft. (Foto by: michaeljung / Depositphotos)

Fast alle Eltern erleben es früher oder später einmal: Irgendwann im Laufe der schulischen Karriere des Kindes kommt es zu Problemen mit einem Lehrer. Meist ist es zunächst ein Streit zwischen Lehrer und Kind, der sich dann zu einer konfliktreichen Eltern-Lehrer-Beziehung auswächst. Besonders heikel kann es werden, wenn Eltern befürchten, dass ihr Schulkind konkret benachteiligt wird.

Nicht selten sehen Vater und Mutter die Ursache schlechter Noten in einer belasteten Beziehung zur Lehrperson. Auch für Kinder selbst ist eine belastete Beziehung zwischen Eltern und Lehrer oftmals nicht leicht. Sie fürchten, der Lehrer würde seinen Ärger über die Eltern an ihnen selbst auslassen.

Insofern profitieren alle - Schule, Eltern und Kind - von einer möglichst guten Beziehung zur Lehrkraft. Hierzu können alle etwas beitragen. Hilfreich ist es dabei, sich die Gründe einer belasteten Eltern-Lehrer-Beziehung zu vergegenwärtigen und entsprechend daran zu arbeiten.

Ursachen für eine schlechte Eltern-Lehrer Beziehung

Unglückliche Umstände

Ist die Beziehung zwischen Eltern und Lehrer belastet, so ist dies meist Folge einer Verkettung unglücklicher Umstände und Missverständnisse. So treten die meisten konfliktreichen Eltern-Lehrer-Beziehungen dort auf, wo es bei den Noten Probleme gibt. Häufen sich schlechte Noten, stellen Eltern sich die Frage, ob dies womöglich auch an einem schlechten Verhältnis zwischen Lehrer und Kind liegen könnte.

Berichtet der Nachwuchs dann auch noch, er werde von dem betreffenden Lehrer nicht gut behandelt, liegt eine mögliche Schlussfolgerung nahe: Die Lehrperson kann unser Kind nicht leiden!

Gespräch zwischen Eltern und Lehrer

Treffen Eltern sich mit dieser negativen Einstellung mit der Lehrkraft zum Gespräch, sind Probleme meist vorgezeichnet. Aussagen des Lehrers werden dahingehend interpretiert, dass er dem Kind negativ gegenüber eingestellt sei. In solch einer Situation stellen Eltern oftmals auch berufliche Kompetenzen des Lehrers infrage. Lässt sich dieser das nicht bieten, kommt es nicht selten zum offenen Streit.

Missverständnisse

Manchmal sind auch simple Missverständnisse Ursache für eine konfliktreiche Beziehung zwischen Lehrer und Eltern. Kinder aller Altersklassen erzählen Begebenheiten, die sich in der Schule zugetragen haben, zunächst einmal aus ihrer Sicht heraus. Gerade bei schlechten Noten ist diese oft impulsiv und emotional negativ aufgeladen. Eltern sollten zwar Trost schenken, dabei aber auch immer im Hinterkopf behalten, dass sich die Begebenheit vielleicht aus sachlicher Sicht gesehen anders abgespielt hat. Dies gilt vor allem dann, wenn ein Lehrer sehr schlecht dargestellt wird.

So funktioniert eine gute Eltern-Lehrer Beziehung

Meinungsverschiedenheiten zwischen Lehrer und Eltern werden sich oftmals nie ganz vermeiden lassen. Eltern wollen nur das Beste für ihr Kind und haben verständlicherweise den Fokus nur auf ihr Kind gerichtet. Sie schätzen ihr Kind in schulischen Dingen oftmals so ein, wie sich das Kind auch zuhause gibt.

Eine Lehrkraft dagegen muss auch die Interessen anderer Kinder und Kollegen im Blick haben und erlebt das Kind nur in der Schule. Nicht selten verhalten Kinder sich hier ganz anders als zuhause - im Positiven wie im Negativen! Deswegen ist es sinnvoll, wenn Eltern möglichst offen an ein Gespräch mit einem Lehrer herangehen. Es gilt, nicht zu warten, bis Probleme eskalieren.

Eltern-Lehrer-BeziehungRespekt und Höflichkeit sollte die Basis für jedes Gespräch zwischen Eltern und Lehrer sein. (Foto by: alexraths / Depositphotos)

Besser ist es, gleich ein Gespräch zu suchen, wenn Schwierigkeiten sich abzeichnen. Eine ausgesuchte Höflichkeit und respektvolles Auftreten sind bessere "Türöffner" als Unterstellungen und Zweifel an beruflichen Kompetenzen. Eltern sollten Situationen durchaus so schildern, wie sie es zuhause erleben. Dabei müssen sie aber offen dafür sein, dass ein Lehrer möglicherweise eine andere Sichtweise hat.

Meist bringt es nichts, das letzte Wort haben zu wollen oder darauf zu bestehen, dass ein Lehrer sich falsch verhalten hat. Gerade wenn Eltern bei der betreffenden Situation in der Schule auch gar nicht selbst dabei waren, sollten sie auch unbedingt offen für andere Sichtweisen sein. Droht ein Konflikt zu eskalieren, ist es ratsam, zu jedem Gespräch eine neutrale Person hinzuzubitten.

Fazit

Schulische Karrieren von Kindern verlaufen nicht immer ohne Probleme. Selbstredend möchten alle Eltern ihr Kind vor Frust und ungerechter Behandlung schützen. Insofern kommt es in fast jedem Schülerleben einmal zu einer problematischen Eltern-Lehrer-Beziehung. Eltern sind gut beraten, wenn sie es nicht erst soweit kommen lassen, dass aus Schwierigkeiten ein eskalierender Konflikt wird.

Frühzeitige Kontakte zum betreffenden Lehrer können helfen, ein Gespräch dann zu suchen, wenn eine ruhige Aussprache noch möglich erscheint. Die Basis eines jeden Treffens mit der Lehrkraft sollten sein:

  • Respekt
  • ein höflicher Umgangston

Berechtigte Kritik an einem Lehrer schließt dabei nicht aus, auch offen zu sein für andere Sichtweisen - selbst, wenn diese das eigene Kind betreffen. Neutrale Personen können in sehr schwierigen Situationen helfen, dass alle beim eigentlichen Thema bleiben und sich nicht in persönlichen Anfeindungen und Anschuldigungen ergehen.


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