Kinder und Trauer

Der Verlust des Haustieres, eines Freundes oder eines nahen Verwandten ist für Kinder ein einschneidendes Erlebnis. Dieses beeinflusst grundsätzlich die weitere Entwicklung des Heranwachsenden. Kinder gehen mit Trauer anders um als Erwachsene, dennoch dürfen sie nicht allein gelassen werden.

Trauriges MädchenKinder gehen mit Trauer anders um als Erwachsene. (Foto by: altanaka / Depositphotos)

Wie Kinder trauern

Je näher der Tote dem Trauernden stand, desto intensiver wird die Trauer erlebt. Das ist bei Kindern nicht anders als bei Erwachsenen. Hinzu kommt bei ihnen, dass sie bis zu einem gewissen Alter den Tod für etwas Abstraktes halten, das sie nicht richtig verstehen können. Es sei denn, das Kind wurde in den Sterbeprozess des Angehörigen bereits mit einbezogen. Häufig jedoch ist eine wichtige Person durch den Tod plötzlich aus dem Umfeld verschwunden. Dies löst zunächst einen Schockzustand aus.
 
Es folgen weitere Phasen der Trauer, deren Dauer sich individuell unterscheiden kann:
  • Dazu zählt zunächst die Phase der Verwirrtheit. Der weitere Lebensweg muss neu geordnet werden. Kinder haben hierauf häufig keinen Einfluss.
  • Es folgt das wechselhafte Verhalten. Dieses ist durch einen schnellen Umschwung von Weinkrämpfen, Aufbrausen, Aggressionen und Depressionen geprägt.
  • Anschließend zieht das Kind sich zurück, bevor es langsam wieder am Leben teilnimmt.

Wie Erwachsene mit trauernden Kindern umgehen

Es wäre falsch, das Verhalten des trauernden Kindes zu ignorieren oder seine Fragen nicht zu beantworten. Kinder können heikle Themen nur verarbeiten, wenn sie sie verstehen. In bestimmten Phasen der Trauerarbeit verspüren Kinder das Bedürfnis nach körperlicher Nähe. Sie wollen in den Arm genommen werden. Diesem Anliegen sollten Erwachsene nachkommen. Aufdrängen dürfen sie sich jedoch nicht. Dem Kind muss signalisiert werden, dass es bei Bedarf jederzeit Hilfe erhält.
 
Trauer bei KindernIn bestimmten Phasen der Trauerarbeit verspüren Kinder das Bedürfnis nach körperlicher Nähe. (Foto by: trgowanlock / Depositphotos)
 
Wenngleich die Rückzugsphase bei jedem Kind unterschiedlich lang andauert, müssen Erwachsene darauf achten, dass sich das Kind nicht dauerhaft von seiner Umwelt abschottet. Sonst kommt es zu schweren Depressionen. Im Notfall ist fachmännische Hilfe erforderlich.

Wie Erwachsene mit dem Kind über den Tod sprechen

Auf welche Weise das Thema Tod angesprochen wird, hängt vom Alter und vom Entwicklungsstand des Kindes ab. Die Situation sollte ruhig und das Kind aufnahmebereit sein. Es bringt nichts, das Kind mit Fakten zu überschütten. Kinder bis zu 2 Jahren können mit dem Wort Tod nichts anfangen. Hier ist es angebracht, dem Kind zu sagen, dass der Betreffende nicht mehr da ist und sich ihm zuzuwenden. Kindern im Vorschulalter wird der Tod mit einfachen Worten erklärt. Später können dem Kind die Gründe des Sterbens genannt werden. Es ist wichtig, dass das Kind ein Andenken an den Verstorbenen erhält.

Bewertung: Ø 5,0 (2 Stimmen)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

User Kommentare