Mit der Frühgeburt umgehen lernen

Frühgeburten sind für alle Beteiligten ein furchtbarer Schock. Sie kommen meist so überraschend, dass es nur darum geht, Mutter und Kind heil durch die schwierige Geburt zu bringen - Menschliches bleibt dabei vorerst auf der Strecke.

Frühgeburt FrühchenFür viele Eltern eines Frühchens ist es schwer den Schock zu überwinden. (Foto by: kalinovsky / Depositphotos)

Den Schock überwinden

Nach der Geburt eines Frühchens geht es darum, den Schock zu überwinden. Dieser trifft meist die Mutter härter als den Vater des Kindes. Ihr muss mit viel Liebe und Geduld geholfen werden, die Ereignisse rund um die Geburt des Kindes zu verarbeiten und darüber zu reden, wenn sie das bereits kann und möchte.

Beide Eltern müssen vorsichtig an ihr Kind herangeführt werden - auch dann, wenn es unwahrscheinlich ist, dass das Frühchen diese immense Belastung übersteht. Psychologische Unterstützung kann in einer solchen Situation sehr hilfreich sein.

Für das Frühchen da sein

Das Frühchen wird vermutlich nicht viel davon bemerken, dass seine Eltern da sind - gerade dann nicht, wenn sein Zustand kritisch ist und es medizinisch intensiv behandelt werden muss. Trotzdem gibt es Momente, in denen man sich sicher sein kann, dass es die Nähe der Eltern spürt und diese auch genießt.

Für solche Momente müssen die Eltern offen sein, denn so entwickeln sie eine Bindung zu ihrem Kind und ihnen fällt es nicht so schwer, das Baby mit nach Hause zu nehmen, wenn es über den Berg ist. Gerade für die Mutter ist diese Nähe wichtig. Sie hätte das Kind schließlich noch etwas länger in sich tragen sollen und wird die frühe Geburt ebenfalls spüren.

weinende FrühchenFrühchen brauchen neben viel Aufmerksamkeit eine medizinische Betreuung und Pflege. (Foto by: lucidwaters / Depositphotos)

Unterstützung der Familie

Wichtig für die Eltern eines Frühchens ist die Unterstützung aller Mitglieder der Familie. Manchmal reicht es einfach nicht, dass sie sich selbst haben, sie freuen sich über liebe Worte, nette Gesten und die Gelegenheit, mit verständnisvollen Mitmenschen zu reden, die nicht aus dem psychologischen Bereich stammen und helfen müssen.

Großeltern, Geschwister und Schwiegereltern sollten vorsichtig auf die Situation hingewiesen werden, man sollte auch sie aufklären und sie wissen lassen, wie es denn nun um das Frühchen steht. Wenn die Situation noch nicht bestimmt werden kann, sind sie da und unterstützen die junge Familie in schweren Zeiten. Und wenn das Neugeborene vielleicht sterben wird, leisten sie wichtige Hilfe bei der beginnenden Trauerarbeit und sind sofort zur Stelle, wenn doch noch eine schlimme Nachricht für die frisch gebackenen Eltern kommt. Dasselbe gilt natürlich auch für enge Freunde: Sie müssen ebenfalls für das Elternpaar da sein und es auf diesem schweren Weg unterstützen.


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