Der Kaiserschnitt

Immer mehr österreichische Frauen entscheiden sich dazu, ihr Kind per Kaiserschnitt auf die Welt holen zu lassen. Aber welche Vor- und Nachteile hat dieses Geburtsverfahren für Mutter und Kind?

KaiserschnittOft ist ein Kaiserschnitt unvermeidlich. (Foto by: Kzenon / Depositphotos)

Im Jahr 2010 entschieden sich in Österreich 31 Prozent aller schwangeren Frauen, ihr Kind per Kaiserschnitt - dessen Fachbezeichnung übrigens Sectio caesarea beziehungsweise Schnittentbindung lautet - auf die Welt zu bringen. Aber auch in den angrenzenden Staaten liegt die Rate bei etwa 30 Prozent. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt allerdings nur eine Schnittentbindungsrate von 10 bis maximal 15 Prozent.

Wer vor der Entscheidung Kaiserschnitt respektive normale Geburt steht, sollte sich immer verdeutlichen, dass es sich bei der Schnittgeburt um einen operativen Eingriff handelt, der durchaus Komplikationen zur Folge haben kann.

Ursachen für einen Kaiserschnitt

Manche Frauen haben ein viel zu kleines Becken. Einige Babys liegen in Beckenendlage und können nicht mehr durch besondere Griffe der Hebamme oder des Gynäkologen in die richtige Geburtsposition gedreht werden.

Eine normale Geburt würde sowohl für das Baby als auch für die Mutter erhebliche gesundheitliche Risiken bergen. Aber auch bei Risiko- und Mehrlingsgeburten wird in der Regel auf einen Kaiserschnitt zurückgegriffen. Risikoschwangere sind beispielsweise Mütter, die das 35. Lebensjahr vollendet haben, rauchen oder an speziellen Erkrankungen leiden.

Viele Frauen haben Angst vor dem Wehenschmerz. Zugleich wünschen sie eine medizinische Sicherheit und begeben sich deshalb zur Geburt in ein Spital, anstatt schon einige Wochen nach Feststellung der Schwangerschaft eine Hebamme zu konsultieren und sich mit dieser auf eine natürliche Geburt vorzubereiten. Im Notfall kann die Hebamme immer noch eine Verlegung ins Spital veranlassen, um dort eine Schnittentbindung vornehmen zu lassen.

Ablauf eines Kaiserschnitts

Das erste Mal sollten Sie das Spital schon einige Tage vor der Geburt aufsuchen. Hier wird Ihnen Blut abgenommen sowie die Herztöne und die Wehen kontrolliert. Der Gynäkologe wird Sie über die Risiken des Kaiserschnittes aufklären, während der Anästhesist die verschiedenen Möglichkeiten der Anästhesie mit Ihnen bespricht.

Mindestens acht Stunden vor dem geplanten Entbindungszeitpunkt dürfen Sie nichts mehr essen. Am Tag der Entbindung, spätestens aber drei Stunden vor dem geplanten Termin, begeben Sie sich wieder ins Spital. Hier bekommen Sie von der Hebamme eine Infusion angelegt, die Schamhaare und der Bauchbereich werden rasiert und der gesamte Bereich mit einer desinfizierenden Lösung bestrichen.

Ist der Unterbauch betäubt, setzt der Gynäkologe den ersten waagerechten Schnitt in Höhe des Schambeines. Danach wird versucht, die Gebärmutter durch Dehnen und Reißen soweit zu öffnen, dass Ihr Baby problemlos herausgezogen werden kann. Ihr Partner hat jetzt die Möglichkeit, die Nabelschnur durchzuschneiden.

Danach wird sich die Hebamme erst einmal kurz über den Gesundheitszustand Ihres Babys informieren, bevor Sie es Ihnen reicht und Sie es auf Ihren Oberkörper legen können. In der Zwischenzeit entnimmt der Gynäkologe Ihre Plazenta und näht dann sämtliche Hautschichten einzeln wieder zusammen. Dies wird etwa eine halbe Stunde dauern. Danach werden Sie mit Ihrem Neugeborenen auf ein separates Zimmer gebracht, indem Sie die ersten gemeinsamen Stunden verbringen können.

Mutter mit NeugeborenemImmer mehr Frauen entscheiden sich dazu, ihr Kind per Kaiserschnitt auf die Welt zu bringen. (Foto by: mishatc / Depositphotos)

Komplikationen & Risiken

Wie jede Operation so ist auch der Kaiserschnitt mit einigen Risiken behaftet.

  • So kann es beispielsweise zu einer Unverträglichkeit des Anästhetikums kommen. Reicht beispielsweise die Wirkung der PDA nicht aus, muss eventuell zusätzlich noch eine Vollnarkose verabreicht werden.
  • Babys, die mit Kaiserschnitt entbunden werden, leiden oft unter Anpassungsproblemen, da sie für die Geburt einfach noch nicht reif genug waren.
  • Vor allem in den ersten Tagen, manchmal aber auch Wochen, kommt es zu starken Narbenschmerzen. Spätestens nach zehn Tagen müssen zudem die Fäden gezogen werden, was ebenfalls sehr schmerzhaft sein kann.
  • Nach dem Kaiserschnitt kann es auch zu einem Riss der Narbe kommen. Deshalb muss diese in den ersten Tagen und Wochen regelmäßig kontrolliert werden.
  • Auch innere Blutungen sind nicht ganz ausgeschlossen.

Fazit

Bei vielen Frauen ist die Kaiserschnittnarbe auch nach einigen Jahren noch sichtbar. Manchmal kommt es auch zu Wülsten im Narbenbereich, die operativ korrigiert werden sollten. Viele Frauen fehlt später das Geburtserlebnis, konnten sie doch selbst an der Geburt nicht aktiv mitwirken. Vor allem wenn eine Vollnarkose verabreicht wurde, kann sich die Mutter in den ersten Stunden, die besonders prägend sind, nur wenig um ihr Kind kümmern, da die Narkose noch nachwirkt.

Machen Sie sich deshalb wirklich tiefgreifende Gedanken darüber, ob Sie einen Kaiserschnitt durchführen lassen wollen, sofern keine medizinische Indikation vorliegt. Haben Sie nur Angst vor den Wehen, so können Sie sich beispielsweise eine PDA legen lassen. Diese nimmt Ihnen den Wehenschmerz, Sie selbst aber können die Geburt aus eigenen Kräften aktiv unterstützen und Ihr Kind sofort nach der Entbindung in den Armen halten. Hat Ihr Baby bereits Hunger, so können Sie es jetzt auch schon - unter fachkundiger Hilfe der Hebamme - zum Stillen anlegen.


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