Tipps für eine sanfte Geburt

Die Geburt sollte möglichst komplikations- und angstfrei sein. Die sanfte Geburt gibt werdenden Müttern eine Reihe von Techniken an die Hand, diesen Zustand während der Geburt zu erreichen. Die Bezeichnung sanfte Geburt suggeriert deren völlige Schmerzfreiheit, doch das ist selten möglich. Absolut schmerzfrei ist letztendlich nur eine Kaiserschnittgeburt, bei der die Frau den Vorgang selbst jedoch nicht bewusst miterlebt.

Schwangere Frau vor GeburtSanfte Geburt bedeute die Schmerzen zu reduzieren und die Angst vor der Geburt zu nehmen. (Foto by: Shangarey / Depositphotos)

Sanfte Geburt kann jedoch helfen, Schmerzen deutlich zu reduzieren, den Frauen ihre Angst zu nehmen und sich gezielt auf den eigentlichen Geburtsvorgang zu konzentrieren. Heute lernen werdende Eltern in Geburtsvorbereitungskursen unterschiedliche Methoden, welche die Schmerzen erträglich machen und erlauben, die Geburt bewusst und als freudiges Erlebnis wahrzunehmen.

Geburtsräume haben heute Atmosphäre zum Wohlfühlen

Die Geburtsvorbereitung dient der Schmerzvorbeugung. Je besser die Frau über die Vorgänge in ihrem Körper Bescheid weiß, desto lockerer kann sie auch mit Schmerzen umgehen. Ist die Angst sehr groß, resultiert daraus letztendlich eine stärkere Verkrampfung. Nun werden mehr Stresshormone ausgeschüttet, die Durchblutung nimmt ab und infolgedessen erhöht sich der Schmerz. Es ist also ein unangenehmer Teufelskreis, in den eine Gebärende erst gar nicht hinein kommen sollte.

Um die Angst vor der Geburt zu nehmen, sind Geburtsräume heute ansprechend und erzeugen ein Wohlfühlklima. Mittlerweile gehören unpersönliche, klinische Geburtsräume der Vergangenheit an. Heute genießen Gebärende natürlich wirkende Geburtshäuser oder Geburtsräume mit positiver Atmosphäre.

Moderne Geburtsvorbereitung lässt sich lernen

Geburtsvorbereitungskurse sind ein Muss für jedes künftige Elternpaar. Hier lernen werdende Mütter, wie sie die harmonische Geburt positiv beeinflussen können. Sie bekommen Anleitung und Hilfe, wie Sie sich richtig auf den Vorgang der Geburt vorbereitet.

Je nach Konzept werden unterschiedliche Methoden angewendet, doch alle haben das gleiche Ziel: die Geburt soll möglichst angstfrei und schmerzarm erlebt werden. Auch der Partner bekommt Anleitungen, wie er seine Frau optimal unterstützt. Das beginnt mit einer geeigneten Sitzposition im Rücken der Frau und kann auch die begleitende Atmung im selben Rhythmus bedeuten.

Die richtige Geburtsposition

Die sanfte Geburt beginnt schon mit der Geburtsposition. Bei uns bringen die meisten Frauen ihr Kind immer noch in Rückenlage zur Welt, doch einfacher und natürlicher sind folgende Positionen:

  • Hocken
  • Knien
  • Sitzen
  • Stehen

Bereits durch die Erdanziehungskraft und den natürlichen Druck des Babyköpfchens öffnet sich der Muttermund etwas mehr. Im Stehen zieht sich auch die Gebärmutter stärker zusammen, sodass in der Austreibungsphase mehr Kraft zum Pressen zur Verfügung steht und die Geburt kürzer wird.

Auch Gebären unter Wasser ist populär und wird in vielen Geburtshäusern oder Krankenhäusern angeboten. Wasser unterstützt die sanfte Geburt, denn im warmen Wasser kann die Frau sehr gut entspannen. Studien ergaben, dass nach Wassergeburten viel seltener Komplikationen auftreten.

Gezielte Atmung erleichtert die Geburt

GeburtsvorbereitungEs gibt einige Möglichkeiten sich auf die Geburt vorzubereiten und diese positiv zu beeinflussen. (Foto by: racorn / Depositphotos)

Mit der Vorbereitung auf eine natürliche, sanfte Geburt können die magischen Momente der Geburt sehr bewusst erlebt werden. Das Training konzentriert sich auf Atem- und Entspannungsübungen. Es ist umfassend und intensiv und kann von jeder werdenden Mutter erlernt werden.

Atem- und Entspannungstechniken zur Geburtsvorbereitung haben folgende Ziele:

  • unnötige Wehenschmerzen zu verhindern
  • den Verlauf der Geburt zu verkürzen
  • einen Dammriss zu verhindern
  • vertrauensvoll und möglichst angstfrei in die Geburt zu gehen
  • den Kontakt mit dem Kind zu intensivieren
  • aktiv die Geburt mitzugestalten
  • die Geburt mit wenigen oder gar keinen Schmerzmittel zu erleben
  • die Frau nach der Geburt schneller fit zu machen

Mithilfe von mentalen Techniken wird die Aufmerksamkeit gezielt auf einzelne Körpervorgänge gelenkt, sodass der Schmerz teilweise ausgeblendet werden kann.

Die Techniken der sanften Geburt kombinieren bewährte Atemübungen mit Formen der Selbsthypnose. Damit kann die werdende Mutter viel Kraft aus einer ungeahnten Quelle schöpfen und die Geburt viel intensiver wahrnehmen. Je mehr die Schwangere auch Zuhause übt, desto wahrscheinlicher ist eine angst- und stressfreie Geburt.

Hypnobirthing

Die Methode ist durch besondere Erfolge gekennzeichnet und wird deshalb immer populärer. Auch sie nutzt die mentalen Kräfte. Genau wie die Atemtechnik hat auch Hypnobirthing das Ziel, Ängste abzubauen und das Selbstvertrauen der Gebärenden zu stärken.

Die Schwangere befindet sich in einem tiefentspannten Zustand und erlebt die Geburt extrem schmerzarm. Die Methode wird in einem Vorbereitungskurs erlernt und basiert wie andere Geburtsvorbereitung ebenfalls auf Atem- und Entspannungsübungen, die aber mit Selbstsuggestion kombiniert werden.

Infolge der Anweisungen eines Hypnotherapeuten ändert sich der Bewusstseinszustand und die Frau, die eine tiefe Entspannung erlebt. In dieser Verfassung ist sie für Suggestionen besonders empfänglich. Da die Schwangere für eine Geburt quasi immer Schmerzen erwartet, kann sie nicht richtig entspannen. Genau an diesem Punkt setzt Hypnobirthing an. Die Frau ist nicht in Trance, erwartet aber dank der positiven Suggestionen keine Schmerzen. Sie erlebt die Geburt bewusst, nur ihre Schmerzerwartungshaltung ist lahmgelegt.

Mythos "sanfte Geburt" nicht überbewerten

So schön der Traum von der schmerzfreien Geburt auch sein mag, werdende Mütter sollten nicht um jeden Preis darauf bestehen. Denn werden während der Geburt Komplikationen bei Mutter und Kind festgestellt, ist das Ziel einer sanften Geburt nicht mehr relevant. Ärzte und Hebamme müssen nun zu pragmatischen medizinischen Mitteln greifen.


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