Die Harnuntersuchung zählt neben der Anamnese, der Blutwertbestimmung und der körperlichen Untersuchung zu den grundlegenden Diagnosemöglichkeiten der ÄrztInnen. Der Harn kann Hinweise auf viele Krankheiten wie Nierenerkrankungen oder Erkrankungen anderer Organe geben.
Harnuntersuchung – Allgemeines

Bei der Harnuntersuchung wird die Zusammensetzung des Urins zu diagnostischen Zwecken analysiert. Die chemische Zusammensetzung des Harns hängt von vielen Faktoren ab wie Alter, Geschlecht oder Nahrung und wird eingeteilt in normale und krankhafte (pathologische) Harnbestandteile. Über die pathologischen Harnbestandteile kann der Arzt/die Ärztin Krankheiten, der Niere oder andrer Organe sowie beispielsweise durch eine erhöhte Glucosemenge ein Diabetes mellitus erkennen. Der Harn wird aufgrund folgender Kriterien beurteilt:
- Am Tag ausgeschiedene Menge, liegt durchschnittlich je nach Alter und Geschlecht zwischen 500 und 2.000 Milliliter
- Farbe und Geruch, die Farbe eines frischen Urins ist stroh- bernsteingelb, der Geruch hängt stark von der Nahrung ab und kann bei einer entsprechenden Übersäuerung sehr stechend sein
- Säuregehalt (pH-Wert) und die chemische Zusammensetzung.
Harnuntersuchung – Durchführung
Für eine Harnuntersuchung lässt der Patient eine kleine Menge Harn in ein sauberes Gefäß (meist Becher). Wichtig ist es, den sogenannten Mittelstrahl zur Untersuchung zu verwenden, das bedeutet – erst eine kleine Menge Urin in die Toilette abzulassen, dann den Becher verwenden und den Rest wieder in die Toilette abzulassen. Um keine Verunreinigungen wie Haut- oder Scheidenbakterien in der Harnprobe zu haben, sollte der Mann beim Harnlassen die Vorhaut zurückziehen und die Frau die Schamlippen spreizen.
Harnuntersuchung – Anwendungsgebiete
Harnuntersuchungen werden vordringlich angewendet, um Blut oder Bakterien im Urin nachzuweisen, was unter anderen auf mögliche Erkrankungen wie Nierensteine, Entzündungen, der Nieren oder Harnwege, Tumorerkrankungen oder Verletzungen der Nieren hinweisen kann. Ebenso kommt eine Harnuntersuchung bei Verdacht auf Diabetes mellitus, Nierenschädigungen durch Medikamente, Bluthochdruck bei Schwangerschaft. Urinproben werden auch bei verdacht auf opin oder Drogenmissbrauch genommen. Weiters wird eine Harnuntersuchung im Zuge einer Vorsorgeuntersuchung angewendet.
Harnuntersuchung – Fazit
Eine Harnuntersuchung ist ein probates Diagnoseverfahren und neben der Blutuntersuchung, körperlichen Untersuchung und Anamnese seit je her eine grundlegende Untersuchungsform. Eine Harnuntersuchung kann bei vielen Diagnoseerstellungen helfen und wird auch im Zuge der Vorsorgeuntersuchung angewendet.