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Offenes Bein (Ulcus cruris)

Ein offenes Bein oder Ulcus crusis genannt, ist die schwerste bekannte Form eines Geschwürs (lat. Ulcus) am Unterschenkel. Die, meist nässende, durch eine Durchblutungsstörung entstandene Wunde am Bein heilt nicht spontan ab. Zeigt das offene Bein in einem Zeitraum von etwa drei Monaten keine Heilungstendenz, ist es therapieressistent.


Was ist ein offenes Bein (Ulcus crusis)?

Ein offenes Bein entsteht aufgrund von venösen Abflussbehinderungen. Dabei kommt es zu einem erhöhten Druck im venösen Blutzirkulationssystem und einer venösen Stauung im Gewebe.

Der Blutrückfluss in den Venen wird unter anderem durch zu wenig Bewegung oder einer unbemerkten Thrombose verringert – die Folge ist eine schlechte Sauerstoffversorgung des Gewebes.

Betroffen von einem offenen Bein sind vor allem ältere Menschen mit unterschiedlichen Grunderkrankungen wie Thrombosen oder Krampfaderleiden. Frauen sind mehr betroffen, ab einem Alter von 80 Lebensjahren steigt die Häufigkeit der Fälle.


Die Ursachen für ein offenes Bein (Ulcus crusis)

Prinzipiell liegt die Ursache für ein offenes Bein an der mangelnden Durchblutung des betroffenen Gewebes. Diese Durchblutungsstörung ist einerseits der Grund, dass ein Ulcus crusis überhaupt entstehen kann, andererseits aber auch, dass es schwer bis gar nicht heilbar ist.

Zur Bildung eines offenen Beins bedarf es Grunderkrankungen wie postthrombotische Syndrome oder Krampfadernleiden. Begleiterkrankungen sind oft eine bestehende Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus), Bluthochdruck oder Übergewicht. Weitere Risikofaktoren sind das Rauchen und ein Bewegungsmangel.


Die Symptome eines offenen Beins (Ulcus crusis)

Zu Beginn kann der Betroffene in der Knöchelregion Ödeme (Gewebsschwellungen) ertasten, die sich später verhärten können. Handelt es sich allerdings um Verhärtungen, ist das ein Zeichen einer bereits fortgeschrittenen Erkrankung der Venen.

Als erstes sichtbares Zeichen macht sich eine Braunfärbung der betroffenen Hautstelle bemerkbar, manchmal treten gelbliche oder weißliche Verfärbungen auf, oft sind diese schmerzhaft.

Wenn jetzt keine Behandlung erfolgt, verschlechtert sich die Nährstoffversorgung der Haut weiter, die Hautzellen sterben ab – das offene Bein entsteht.

Das sich entwickelnde Unterschenkelgeschwür ist die schwerste Form der chronischen Veneninsuffizienz. Anfangs sind die Geschwüre klein, doch sie wachsen schnell und können sich am ganzen Unterschenkel ausbreiten.

Ein offenes Bein ist oft sehr schwer zu behandeln, speziell, wenn die Grunderkrankung nicht therapierbar ist. Die Symptome bei einem offenen Bein reichen von starken Schmerzen bei Belastung bis zu Wundinfektionen.

Darum gilt: Je eher ein Arzt konsultiert wird, desto besser sind die Heilungschancen! So sollte bei jeder Hautverfärbung und natürlich bei jeder unerklärlichen Hautwunde ein Arzt konsultiert werden.


Die Behandlung eines offenen Beins (Ulcus crusis)

Behandlung: ursächliche Behandlung, konservative Therapie, Operation
Grundsätzlich gilt es, die Ursachen zu behandeln, also beispielsweise Körpergewicht zu reduzieren oder das optimale Einstellen von Blutdruck und bestehender Diabetes mellitus.

Der behandelnde Arzt wird ein Ulcus crusis lokal behandeln (desinfizieren, Beseitigung abgestorbenen Gewebes, etc.), die Sauerstoffversorgung verbessern, eventuell eine Kompressionstherapie verordnen und die Ursachen notfalls operativ (Bsp. Ulkuschirurgie) beseitigen.

Eine Therapie erfordert Geduld und einen hohen Aufwand, das Prinzip lautet: Mobilisation und Kompression.

Eine konservative Therapie wird unter anderem ergänzt durch:
  • Die Einnahme bestimmter Medikamente wie Heparin

  • Eine Bewegungstherapie

  • Hydroaktive oder absorbierende Wundauflagen

  • Naturheilmethoden wie eine Madentherapie oder Magnetfeldtherapien

  • Eine elektroporale Stoßwellentherapie u.v.m.

Vorsicht ist bei der Wundbehandlung geboten, es kann zu beispielsweise Kontaktinfektionen kommen.


Kann man einem offenen Bein (Ulcus crusis) vorbeugen?

Bewegung ist die beste Vorbeugungsmaßnahme.

Tipp: Laufen und Liegen ist besser als Stehen und Sitzen. Es ist sinnvoll, wann immer möglich die Treppe zu benutzen und nicht den Lift.

Beine hoch zu legen ist wohltuend, stundenlanges Sonnen oder lange Wannenbäder sind zu meiden. Kalte Duschen der Beine sind hilfreich, auch gymnastische Übungen, wie das Kreisen der Füße, sind optimal für eine bessre Durchblutung.


Weitere Informationen zum offenen Bein (Ulcus crusis)

Alle Ärzte haben reichlich Informationsmaterial und sind die besten Ratgeber im Fall eines offenen Beins. Spezielle Fachärzte sind die Phlebologen.

Auch wenn es das Vorurteil bei älteren Menschen gibt, dass ein geheiltes offenes Bein den Tod ankündigt, der Gang zum Arzt ist unbedingt erforderlich. Denn: Dieses Gerücht, wo auch immer es herstammt, stimmt keineswegs!

Die Heilungschancen stehen gut, wenn ein Betroffener rechtzeitig zu seinem Arzt geht. Vieles an Information hält das Internet bereit, auch über alternative Heilmethoden oder medizinisch völlig neue Therapien kann reichlich gelesen werden.
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