Blutarmut, Anämie oder Eisemangelanämie bedeutet eine unzureichende Anzahl an roten Blutkörperchen (Erythrozyten). Die Erythrozyten sind für den Sauerstofftransport von den Lungen über das Blut zu allen Organen zuständig, darum kommt es bei einem Mangel zu einer unzureichenden Sauerstoffversorgung des Körpers.
Was ist eine Blutarmut (Anämie, Eisenmangelanämie)?
Von einer Anämie oder Blutarmut spricht man, wenn ein Mangel an roten Blutkörperchen, Erythrozyten, besteht und dadurch weniger Sauerstoff mit dem Blut zu den Organen transportiert wird.
Die häufigste Form der Blutarmut in den europäischen Ländern ist die Eisenmangelanämie, die durch einen Eisenmangel im Körper entsteht.
Das Hämoglobin (Blutfarbstoff) enthält Eisen. Die Aufgabe des Hämoglobins besteht in seinem über die Lunge eingeatmeten Sauerstofftransport zu den verschiedenen Organen des Körpers.
Durch den Eisenmangel kann nicht mehr ausreichend Blutfarbstoff gebildet werden, der Körper wird unzureichend mit Sauerstoff versorgt.
Es werden drei Formen der Anämie unterschieden:
- Anämien durch eine gestörte Bildung der roten Blutkörperchen, beispielsweise Mangelanämien
- Anämien durch Verlust der roten Blutkörperchen, beispielsweise bei einer starken Blutung
- Anämien durch eine gestörte Verteilung der roten Blutkörperchen, beispielsweise bei einer Milzüberfunktion
Die Ursachen für eine Anämie (Blutarmut, Eisenmangelanämie)
Die Ursachen für eine Anämie sind unterschiedlich, einer Eisenmangelanämie liegt jedoch zumeist ein chronischer Blutverlust (längerfristige Blutungen wie bei Magengeschwüren oder der Menstruation der Frau) zugrunde.
Auch eine fehlende oder zu geringe Eisenaufnahme kann eine Anämie verursachen. Das kann an einer wenig eisenhaltigen Ernährung (wie vegetarische Ernährung) liegen oder es ist dem Darm nicht möglich, das Eisen aus der Nahrung zu absorbieren.
Weiters kann es bei der Einnahme bestimmter Medikamente (Antazida, u.a.) zu einer Störung der Eisenaufnahme kommen.
Ebenso kann eine Eisenverteilungsstörung (bei Infekten oder Entzündungen), ein gestörter Transport, eine nicht funktionierende Eisenverwertung oder ein erhöhter Eisenbedarf (wie in der Schwangerschaft, beim Stillen, etc.) eine Eisenmangelanämie auslösen.
Die Symptome einer Anämie (Blutarmut, Eisenmangelanämie)
Die typischen Symptome einer Anämie sind Blässe, Müdigkeit, manchmal Schwindel, Herzrasen und mitunter können die Betroffenen bei Belastungen (selten auch bei Ruhe) unter Atemnot leiden.
Weitere Symptome einer Eisenmangelanämie können sein
- Brüchige Haare und Nägel
- Trockene, rissige Haut
- Blasse Zunge
- Rhagaden (Einrisse an den Mundwinkeln)
- Durchfall, Blähungen oder Verstopfung
- Kopfschmerzen
- Appetitlosigkeit
Wenn es zu Schluckbeschwerden und Zungenbrennen kommt, könnten das Anzeichen für das sogenannte Plummer-Vinson-Syndrom oder Paterson-Kelly-Syndrom sein.
Die Behandlung einer Anämie (Blutarmut, Eisenmangelanämie)
Behandlung: Behandeln der Grunderkrankung, Eisen
In erster Linie gilt es, eine mögliche Blutungsquelle im Körper zu finden und zu behandeln. Ist das nicht möglich, wie beispielsweise bei starken Monatsblutungen, wird Eisen (in Form von Dragees) verabreicht. Eher selten muss Eisen injiziert werden.
Um die Eisenspeicher genügend aufzufüllen, sollte die Therapie mit Eisen zumindest drei Monate konsequent eingehalten werden.
Wichtig: Kinder dürfen nicht an die Eisenpräparate kommen, das könnte zu gefährlichen Vergiftungen führen (es gibt spezielle Kindereisenpräparate)!
Wird ein Eisenmangel nicht behandelt, kann das zu einer chronischen Form der Anämie führen, welche wiederum zu einigen Komplikationen wie erhöhter Infektionsanfälligkeit, eine Minderung der Leistungsfähigkeit oder gar zu Fehl- oder Totgeburten führen kann.
Kann man einer Anämie (Blutarmut, Eisenmangelanämie) vorbeugen?
Durch eine ausgewogene, gesunde Ernährung, insbesondere die Aufnahme von Eisen, Folsäure und Vitamin B12, kann den meisten Anemämieformen vorgebeugt werden.
Weitere Informationen zur Anämie (Blutarmut, Eisenmangelanämie)
Es gibt Formen der Anämie, denen man nicht durch eine ausgewogene Ernährung vorbeugen kann. Darum ist es wichtig, regelmäßig ein Blutbild erstellen zu lassen.
Außerdem kann ein Arzt auch punkto Ernährung etc. beratend zur Seite stehen, wenn es um den richtigen Eisenmangelausgleich geht.