Von einem Zwölffingerdarmgeschwür (Ulcus duodeni) spricht man, wenn die Wand des Zwölffingerdarms stark geschädigt ist. Die häufigste Ursache ist übermäßiger Magensaft, aber auch bestimmte Medikamente, Nikotin oder Stresssituationen können ein Zwölffingerdarmgeschwür auslösen. Ein Zwölffingerdarmgeschwür zählt zu den häufigsten permanenten Geschwürerkrankungen.
Was ist ein Zwölffingerdarmgeschwür (Ulcus duodeni)?
Ein Zwölffingerdarmgeschwür – aus dem Lateinischen Ulcus = Geschwür und duodenum = Zwölffingerdarm – ist eine entzündliche, gutartige Erkrankung. Es kommt zur Schädigung der Wand des Zwölffingerdarms. Dieser Defekt reicht bis in tiefe Schichten der Zwölffingerdarmschicht hinein.
Anatomisch liegt der etwa 30 cm lange, gekrümmte Zwölffingerdarm direkt am Magenausgang und reicht bis zum Leerdarm.
Ein Zwölffingerdarmgeschwür zählt zu den häufigsten chronischen Geschwürerkrankungen und tritt wesentlich öfter auf als ein Magengeschwür. Zumeist erkranken Menschen im Alter zwischen 30 und 50 Jahren, wobei rund 80% der Erkrankten Männer sind.
Die Ursachen für ein Zwölffingerdarmgeschwür (Ulcus duodeni)
Die Ursachen für ein Zwölffingerdarmgeschwür sind vielfältig. In erster Linie bedeutet eine hohe Enzym- und Säurekonzentration im Magensaft eine erhöhte Gefahr.
Kommt es zwischen den Schutzmechanismen (alkalische Schleimschicht, Sekret, etc.) des Zwölffingerdarms und dem erhöhten Säure- oder Enzymspiegel zu einem Ungleichgewicht, entsteht die Schädigung der Zwölffingerdarmwand.
Ursachen für ein Zwölffingerdarmgeschwür können sein:
- Die Hypersekretion von Magensaft; die übermäßige Absonderung von Magensaft
- Das Bakterium Helicobacter pylori; die Bakterien überleben in der Magensäure, in über 90% der Fälle können sie nachgewiesen werden.
- Verschiedene, selten auftretende Grunderkrankungen wie eine Nebenschilddrüsen-Überfunktion
- Bestimmte Medikamente wie Kortison
- Genetische Veranlagung; das Auftreten eines Zwölffingerdarmgeschwürs konnte innerhalb von Familien (Verwandten) gehäuft beobachtet werden.
- Alkoholkonsum und Nikotin
- Stress oder Depressionen
Die Symptome bei einem Zwölffingerdarmgeschwür (Ulcus duodeni)
Da die Symptome bei einem Zwölffingerdarmgeschwür nicht unbedingt typisch sind, ist es nicht einfach zu diagnostizieren.
Die Beschwerden ähneln insbesondere dem Magengeschwür und zeigen sich vor allem durch Schmerzen im Oberbauch, die im Speziellen nachts und wenn nichts im Magen und Darm ist, sogenannter Nüchternschmerz, auftreten.
Dabei liegt das Schmerzzentrum zwischen der Mitte des rechten Rippenbogens und dem Nabel. Manchmal werden die Schmerzen durch Essen gemindert.
Weitere Symptome sind:
- Völlegefühl und Druck im Oberbauch
- Übelkeit, Erbrechen
- Blähungen
- Abnahme von Gewicht
- Stressbelastung
- Kaffeegenuss und Rauchen
Die Behandlung eines Zwölffingerdarmgeschwürs (Ulcus duodeni)
Behandlung: Allgemeine maßnahmen, medikamentöse Therapie, Operation
In erster Linie wird versucht, die Beschwerden allgemein zu lindern. Das bedeutet den Verzicht auf magenbelastende Nahrungsmittel wie Kaffee oder scharfe, fette Speisen und der Verzicht auf Alkohol und Nikotin.
Der Patient muss jene Lebensmittel individuell herausfinden, die seine Beschwerden verstärken. Zudem sollten Situationen, die Stress hervorrufen, vermieden und Medikamente wie Acetylsalicylsäure sollten abgesetzt werden. Gute Heilerfolge konnten mit magensäurehemmenden Medikamenten erzielt werden.
Handelt es sich als Ursache für das Zwölffingerdarmgeschwür um das Helicobacter pylori Bakterium, kommen gezielt Antibiotika (Triple-Therapie) zum Einsatz.
Helfen oben genannte Maßnahmen und die medikamentöse Therapie nicht, oder es treten Komplikationen auf, muss der Patient operiert (Vagotomie – Durchtrennen der Nerven) werden.
Kann man einem Zwölffingerdarmgeschwür (Ulcus duodeni) vorbeugen?
Eine zufriedenstellende Lebenssituation ohne Stress, mit viel Bewegung und Ausgeglichenheit sorgt für die beste Vorbeugung gegen ein Zwölffingerdarmgeschwür.
Auch eine gesunde Ernährung und der Verzicht auf Alkohol und Nikotin können viel zur Vorbeugung beitragen.
Weitere Informationen zum Zwölffingerdarmgeschwür (Ulcus duodeni)
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